Schweizer Online-Plattform „e-Helvetica“ gestartet

Im letzten Monat ging die Plattform e-Helvetica online. Momentan noch im BETA-Test, bietet sie kostenfrei Zugang zu den digitalen Sammlungen der Schweizerischen Nationalbibliothek.

Neben historischen Websites werden elektronisch publizierte Bücher, Periodika, Hochschulschriften und Amtsschriften angeboten. Außerdem können gedruckte Werke abgerufen werden, die nachträglich digitalisiert wurden. Aus urheberrechtlichen Gründen ist ein Teil neuerer Forschungsliteratur u. a. des S. Karger Verlags nur für Angehörige der Schweizer Nationalbibliothek zu benutzen. Die FU verfügt über eigene Lizenzen zum E-Zeitschriften- und E-Book-Angebot des Schweizer Verlags.

Vor dem Zugriff auf ein Digitalisat muss man einmal die Nutzungsbedingungen akzeptieren, die am inken Bildschirmrand erscheinen. Die Volltexte selbst liegen als durchsuchbare PDF-Dateien vor (teilweise erreichen die Dateien jedoch eine Größe von mehr als 150 MB). Leider ist auch die Suche noch nicht ganz ausgereift, was man spätestens z. B. bei der gleichzeitigen Recherche nach Berichtszeitraum bemerkt.

UB erweitert Öffnungszeiten ab dem 10. April 2012

UB-Logo blauMit Beginn der Vorlesungszeit des kommenden Sommersemesters am 10. April 2012 werden die Öffnungszeiten der Leihstelle, der Lehrbuchsammlung, des Offenen Magazins und des Informationszentrums der Universitätsbibliothek (UB) von Montag bis Freitag täglich um 2 Stunden auf die Zeit von 9-19 Uhr verlängert.
Zugleich wird das Zeitfenster für Sofortbestellungen aus dem geschlossenen Magazin täglich bis 17 Uhr, d.h. um 2,5 Stunden erweitert.

Hintergrund dieser Serviceerweiterung sind u. a. die Ergebnisse der im November/Dezember 2011 durchgeführten Benutzerumfrage. Dort wurden deutliche Erwartungen in Hinsicht auf eine Erweiterung der Öffnungszeiten der UB zum Ausdruck gebracht.

Die Universitätsbibliothek hat bereits vor der Umfrage Planungen für die Erweiterung des Serviceangebots der Leihstelle als des am intensivsten genutzten Servicebereiches in der UB vorangetrieben. Allerdings sind Öffnungszeiten wesentlich von den vorhandenen Personalressourcen abhängig. Diese Serviceverbesserung ist nun durch den Einsatz von Studentischen Hilfskräften möglich.

Die jetzige Erweiterung der Öffnungszeiten ist ein erster Schritt hin zur Vereinheitlichung und Realisierung der in der Umfrage zum Ausdruck gebrachten Wunschöffnungszeiten.

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Berliner Literaturpreis 2012 an Rainald Goetz

Mit dem Berliner Literaturpreis 2012 hat die Stiftung Preußische
Seehandlung letzte Woche den Schriftsteller Rainald Goetz ausgezeichnet. Einher geht diese Ehrung mit der Annahme der Heiner Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin.

Der in Berlin lebende Goetz wurde 1954 in München als Sohn eines Chirurgen und einer Fotografin geboren. Er studierte in den 1970er Jahren Geschichte und Medizin in München und an der Pariser Sorbonne und arbeitet seit 1976 als Publizist, seit 1983 ist er als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Der psychiatrieerfahrene Arzt, Kultur- und Literaturkritiker wurde er vom deutschsprachigen Feuilleton als „wilder Denker“ (Der Standard) betitelt. Seine Werke kreisen um Themen wie Psychiatrie, Pop- und Techno-Kultur. Auch experimentierte er mit neuen Medien wie Weblogs. Im Sommer wird sein neuester Roman Johann Holtrop erscheinen.

Der Berliner Literaturpreis zeichnet Schriftsteller und Schriftstellerinnen aus, die mit ihrem literarischen Werk einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur geleistet haben. Seit 2005 bietet die Auszeichnung den Preisträgern zugleich ein Forum für die Textarbeit mit literaturinteressierten Studierenden im Rahmen der undotierten Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin. Bisherige Preisträger sind Herta Müller, Durs Grünbein und Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Dea Loher, Sibylle Lewitscharoff und Thomas Lehr. Rainald Goetz wird seine Lehrtätigkeit am Autorenkolleg der Heiner-Müller-Gastprofessur im Sommersemester 2012 an der Freien Universität Berlin aufnehmen. Seine öffentliche Antrittsvorlesung findet am 10. Mai von 18 bis 20 Uhr in der Rostlaube (Hörsaal 1b) statt.

Samuel-Fischer-Gastprofessur an Abdelwahab Meddeb
Ebenfalls in diesem Sommersemester obliegt Abdelwahab Meddeb die Samuel-Fischer-Gastprofessur für Literatur. Der tunesisch-französische Autor und politische Essayist (* 1946) studierte Ende der 1960er Jahre Kunstgeschichte und Literatur in Paris und blickt auf ein umfangreiches, die Weltkultur einbeziehendes Œuvre (neben Essays auch Lyrik und Romane) zurück. Meddeb gibt u. a. die Zeitschrift Dédale heraus und war als Gastprofessor in Yale und Genf tätig.

Ziel der 1998 eingeführten Samuel-Fischer-Gastprofessur am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft ist es kritisch über die Literaturen der Welt gemeinsam mit Schriftstellern aus verschiedenen kulturellen Kontexten zu reflektieren. In der Vergangenheit oblag diese Aufgabe so bekannten Autoren wie Nuruddin Farah, Daniel Kehlmann, Alberto Manguel, Yann Martel oder Kenzaburo Oe. Das Seminar ist offen für Studierende aller Fachrichtungen.

Oxford Handbooks Online lizenziert

2010 hatten wir die FU-Angehörigen noch zum kostenfreien Testzugriff gebeten, mittlerweile ist Oxford Handbooks Online auch für das Jahr 2012 weiterlizenziert worden. Die Plattform bietet Zugriff auf über 100 Handbücher des Verlags Oxford University Press. Die Collections sind in folgende drei Fachbereichsmodule unterteilt:

Gegenwärtig besteht auch ein kurzfristiger Zugriff auf die Collection Religion, die 24 Titel enthält.

Die genauen Titel lassen sich aus den Einzelaufnahmen in der Digitalen Bibliothek (einfach auf das -Symbol klicken) bzw. diesem Link entnehmen.

Bild: Nur einer von zahlreichen Titeln – The Oxford Handbook of Climate Change and Society, hrsg. von Graham Wilson, Wyn Grant und David Coen (2011)

Jede Ausgabe wurde von anerkannten Wissenschaftlern verfasst, die jeweils in eine Teildisziplin eines Fachgebietes einführen. Kurze Abstracts und die umfangreiche Stichwortvergabe ermöglichen eine komfortable Suche in dieser Online-Ausgabe. Einzelne Texte bzw. Kapitel lassen sich ausdrucken bzw. als PDF-Dateien abspeichern.

Zitate könnten mit wenig Aufwand direkt in Literaturverwaltungsprogramme wie EndNote oder RefWorks übernommen werden.

Die Wissenskarawane

Bereits vor zwei Jahren hatten wir im Blog auf die Kamel-Bibliothek in Kenia hingewiesen, die Nomadenfamilien in der Wüste mit Büchern versorgt. Nun hat sich diesen Monat auch das ZDF heute-journal für das Thema interessiert. Den knapp dreiminütigen Beitrag kann man sich in der Mediathek ansehen.

Weitere Informationen zum „Camel Library Service“ erhält man auf den Seiten von Book Aid International.

Gesehen bei Fahrbibliotheken in Deutschland

Zwei Nachschlagewerke via ABC-CLIO

Die folgenden zwei Nachschlagewerke waren schon länger im Online-Katalog nachgewiesen, können nun aber auch über die Digitale Bibliothek gefunden werden. Sie wurden über die Plattform ABC-CLIO lizenziert:

Die Enzyklopädie Africa and the Americas: Culture, Politics, and History basiert auf der gleichnamigen dreibändigen Druckausgabe aus dem Jahr 2008, die hunderte von alphabetisch angeordneten Einträgen enthält. In diesen wird der Frage nachgegangen, wie Afrika und Afrikaner die Kultur Amerikas geprägt haben und welchen Widerhall dies in Afrika gefunden hat – vom 15. Jahrhundert bis heute. Enthalten sind auch einführende Essays über Gesichte, Kultur und Religion, Demographie, Internationale Beziehungen, Wirtschaft und Handel, Kunst und Literatur.

Die Beiträge von den verschiedensten Autoren wurden von Richard M. Juang und Noelle Morrissette zusammengestellt. Juang hat u. a. an der Cornell University gelehrt und in Greenwood Encyclopedia of African American Literature, Contemporary Justice Review, Symbiosis, and New Perspectives in Transatlantic Studies veröffentlicht. Morrissette ist Assistenzprofessorin an der University of North Carolina in Greensboro.

Das zweite Nachschlagewerke Social History of the United States basiert auf der gleichnamigen zehnbändigen Druckausgabe aus dem Jahr 2008. Die Beiträge untersuchen die Sozialgeschichte der Vereinigten Staaten im 20. Jahrhundert, wobei sich jeder Band einem einzelnen Jahrzehnt widmet. Die thematischen Kapitel gehen auf wichtige Ereignisse wie Kriege oder Wahlen ein und gegen Aufschluss darüber, wie Teile der US-amerikanischen Bevölkerung (z. B. Arbeiter, Farmer, Frauen, ethnische Gruppierungen, Immigranten) davon beeinflusst wurden, ergänzt durch u. a. Zeitleisten, Biografien und weiterführenden Literaturhinweisen.

Die Titel liegen als einzelne HTML-Seiten vor und können separat durchsucht, ausgedruckt bzw. Teile daraus kopiert werden. Mit einem Doppelklick auf einzelne Fremdwörter gelangt man direkt zum Eintrag von der 4. Aufl. des American Heritage College Dictionary.

100 Jahre Deutsche Nationalbibliothek

Zwar ist der 100. Geburtstag der deutschen Nationalbibliothek noch ein Weilchen hin – am 3. Oktober 1912 wurde die Deutsche Bücherei in Leipzig gegründet – doch schon im März haben in Leipzig und Frankfurt am Main die mehrmonatigen offiziellen Feierlichkeiten begonnen. Passend dazu hat die DNB eine eigene Website gestartet. Neben einem Jubiläumsmagazin, das bis Anfang Oktober in vier Teilen erscheint, finden sich ein Veranstaltungskalender und ein nettes Video in dem Kinder Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Thema Buch suchen.

Abgerundet wird das ganze durch die Mitmach-Aktion „Wir sind ein Jahrgang“. Auf einem großen Online-Jahrgangsmosaik kann man ein Bild von sich mit Buch oder Musiktitel aus seinem Geburtsjahr einreichen, nebst Text, warum man das Medium ausgewählt hat. Die Bilder und Texte werden dabei mit einer freien Creative-Commons-Lizenz versehen.

Wer mehr zur Geschichte der DNB erfahren möchte, dem sei u. a. der FAZ-Artikel Doppelt sammeln hält besser aus der letzten Woche empfohlen, versehen mit einem programmatischen O-Ton von Generaldirektorin Elisabeth Niggemann – „Wissen wir, was eine Google-Suche uns alles nicht zeigt?“

Neue Datenbanken mit ProQuest Social Sciences

Im Rahmen der Lizenzierung des Datenbank-Pakets ProQuest Social Sciences haben FU-Angehörige nicht nur weiterhin Zugriff auf ERIC, PAIS, Social Services Abstracts und Sociological Abstracts, sondern auch auf die drei folgenden Datenbanken:

Worldwide Political Science Abstracts (WPSA)
Die fachbibliographische Datenbank enthält mehr als 790.000 annotierte Nachweise unselbständiger Literatur (Zeitschriften und Jahrbücher) ab 1975 ff. aus dem Bereich der politischen Wissenschaften und angrenzender Gebiete (Verwaltungswissenschaft, Recht usw.). Ausgewertet werden, mit unterschiedlicher Gewichtung, mehr als 1.500 weltweit erscheinende Periodika. Die Datenbank wird monatlich aktualisiert und wächst jährlich um ca. 20.000 Einträge an.

Applied Social Sciences Index and Abstracts (ASSIA)
Über 470.000 Titelnachweise und Abstracts ab 1987 ff. zu allen Teildisziplinen der angewandten Sozialwissenschaften bietet diese internationale bibliographische Datenbank. Zur Auswertung werden mehr als 500 Fachzeitschriften herangezogen, vorwiegend aus dem englischsprachigen Raum. Die Datenbank wird vierteljährlich aktualisiert und wächst jährlich um rund 18.000 Nachweise.

Physical Education Index (PEI)
Literaturnachweise und Abstracts (letztere ab 2001) zu allen Bereichen der Sportwissenschaft – einschließlich Sportmedizin – finden sich in PEI. Nachgewiesen werden u.a. Zeitschriftenaufsätze, Reports, Kongressberichte u.a. ab 1970 ff. Die Datenbank wird monatlich aktualisiert und erfährt einen jährlichen Zuwachs von rund 12.000 Nachweisen.

PAIS-Datenbanken – aus zwei mach eins

War in der Digitalen Bibliothek die internationale bibliographische Datenbank PAIS bisher zweigeteilt – in PAIS Archiv (1915-1976) und PAIS International (ab 1977 ff.)- kann man das gesamte Archiv nun unter einer Oberfläche durchsuchen, weshalb es in der Digitalen Bibliothek der Einfachheit halber nur noch unter PAIS zu finden ist. Insgesamt kann man in über 1,8 Mio. annotierten Literaturnachweisen und Abstracts zu den Fachgebieten Wirtschafts-, Sozial- und Finanzpolitik, sowie Öffentliches Recht, Verwaltung und Internationale Beziehungen recherchieren. Im Idealfall kann man über den SFX-Link direkt zum von der FU lizenzierten elektronischen Volltext gelangen.

Verzeichnet werden, neben Aufsätzen aus mehr als 1.400 laufend ausgewerteten Zeitschriften, Bücher, amtliche Veröffentlichungen, statistische Jahrbücher, Konferenz- und Forschungsberichte, Regierungsveröffentlichungen, graue Literatur sowie Internetquellen in den Sprachen englisch, deutsch, französisch, italienisch, portugiesisch und spanisch.

Kostenfrei in Science-Fiction-Enzyklopädie schmökern

Die Encyclopedia of Science Fiction wurde erstmals 1979 von Peter Nicholls herausgegeben. Eine zweite Auflage entstand 1993 unter Mitarbeit von Nicholls und John Clute. Die kostenfreie Online-Ausgabe und gleichzeitig dritte Auflage basiert auf der CD-ROM-Version aus dem Jahr 1995 und befindet sich momentan in der Beta-Phase, die voraussichtlich Ende 2012 abgeschlossen sein wird.

Im Gegensatz zur CD-ROM weist die Online-Version mit über 12.800 fast doppelt so viele Einträge auf. Mehr als zwei Drittel machen Artikel über Science-Fiction-Autoren – überwiegend aus dem englischsprachigen Raum – aus. Neben Texten zum Oeuvre werden detaillierte Werkslisten angeboten (mit Links auf kommerziellen Anbieter). Die überwiegend auch kategorisierten Einträge lassen sich ihren Autoren zuordnen und werden von einer Redaktion aktualisiert.

Für die Veröffentlichung zeichnet sich der auf Science-Fiction-Literatur spezialisierte britische Verlag Gollancz (mittlerweile zur Orion Publishing Group gehörend) mitverantwortlich.