Von „A fortiori“ bis zum Zyniker …

Nach dem Wörterbuch Erwachsenenbildung (s. Posting vom Februar) hat der UTB-Verlag nun auch das Handwörterbuch Philososphie kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Druckausgabe des 2003 von Wulff Rehfus herausgegebenen Werks gilt mittlerweile als vergriffen.

An dem Lexikon haben mehr als 50 Autoren Grundlagenwissen zum gesamten Gebiet der Philosophie zusammengetragen. Von A wie „A fortiori“ bis Z wie „Zyniker“ informiert es über die großen Epochen der Philosophiegeschichte, bekannte Philosophinnen und Philosophen, Methoden, Schulen und Disziplinen sowie wichtige Themen und Begriffe.

Weiterführende Informationen des Anbieters

Wem das elektronische Buch gefallen hat, kann auch gerne einen Blick in die für FU-Angehörige lizenzierte „utb-studi-e-book“-Plattform werfen, wo hunderte deutschsprachige Lehrbücher aus einem breiten Fächerspektrum zum Online-Lesen angeboten werden.

Mit Historypin auf Zeitreise!

HistorypinMöchten Sie auch einmal gerne in die Vergangenheit blicken können? Oder fragen Sie sich, wie Ihre Straße zu den Zeiten Ihrer Großeltern aussah? Das ist seit geraumer Zeit mit dem kostenfreien Online-Dienst Historypin möglich, der neu in unserer Digitalen Bibliothek vertreten ist.

Wenn Sie Nostalgiker oder einfach nur neugierig sind bietet Ihnen diese Seite die Möglichkeit bekannte Orte, Straßen oder Plätze zu einer anderen Zeit zu erleben. Dabei wird mit Hilfe von Google Maps ein historisches Bild mit der
Landkarte oder der aktuellen Street-View-Ansicht verknüpft („gepinnt“). Der Clou dabei ist, dass diese Bilder exakt übereinander liegen und somit „ein ganzes, vollständiges“ Bild ergeben.

Nationale Bibliotheken und Museen kooperieren bereits mit Historypin, um das Angebot zu erweitern.

„Gepinnt“ werden können übrigens auch Videos, und die die gern möchten können zu ihren Bildern oder Videos auch Geschichten schreiben.

Wer an einer kurzen Einleitung von historypin interessiert ist, für den gibt es ein nettes Video auf YouTube zum ansehen. Zusammenfassend gesagt kann Historypin eine interessante Reise in die Vergangenheit darstellen, die Sie selbst – gemäß Web-2.0-Gedanke – mitgestalten können.

Hinweis: Aufgrund eines fehlenden Plugins kann es an den Benutzerarbeitsplätzen („ThinClients“) in den Bibliotheken zu Darstellungsproblemen kommen.

Danke für dieses Posting an Sandra Wawrzyniak, Azubi zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste!

Happy Birthday, PC!

„Es ist der Computer für jeden, der schon immer einen persönlichen Rechner im Büro, auf dem Campus einer Universität oder zu Hause haben wollte“, so bewarb der US-amerikanische Computerhersteller IBM Anfang der 1980er Jahre sein Modell 5150. Genau vor dreißig Jahren, am 12. August 1981 in New York, wurde der erste kommerzielle „Personal Computer“ vorgestellt. Das Gerät war innerhalb von dreizehn Monaten in Boca Raton, Florida, entwickelt worden und bald in vielen Büros und Privathaushalten zu finden. Das erste Modell 5150 verkaufte sich drei Mio. Mal – ursprünglich hatte man den Verkauf von „nur“ 200.000 Geräten anvisiert. Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Computerspiele für 1565 US-Dollar (ca. 3540 Mark). Im Vergleich zu heute tausendfach weniger Prozessor-Geschwindigkeit (damals „nur“ 4,77 Megahertz) und mehr als hunderttausend Mal weniger Arbeitsspeicher (1981 lag der bei 16 Kilobyte!).

Danke für das Bild an Boffy b (CC-/GFDL-Lizenz)!

Über 300 freie E-Books auf „Muse“-Beta-Seite

Zur Einführung ihrer neuen Beta-Seite im August hat sich das „Project Muse“ einen besonderen Service für die Benutzer einfallen lassen. Bis zum „offiziellen“ Start der Seite am 1. Januar 2012 kann kostenfrei eine Auswahl von fast 350 E-Books überwiegend US-amerikanischer Universitätsverlage eingesehen werden. Abgedeckt werden fast alle Fachgebiete aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, darunter Geschichte, Literatur, Philosophie, Politik, Religion und die darstellenden Künste (vollständige Excel-Liste).

Nur eines von vielen aktuellen E-Büchern: The Limits of U.S. Military Capability – Lessons from Vietnam and Iraq von James H. Lebovic (The Johns Hopkins University Press, 2010).

Auf der neu eingerichteten Plattform soll ab Jahreswechsel der reguläre E-Zeitschriften-Bestand durch ein erstes E-Book-Angebot von mehr als 12.000 kostenpflichtigen Titeln des University Press Content Consortium (Universitäts- und Wissenschaftsverlage) gemeinsam präsentiert werden. Entsprechend wartet man bereits jetzt mit netten Neuerungen auf. Die oben rechts auf jeder Seite platzierte Suchmaske macht bereits bei Eingabe der Suchbegriffe Google-like Vorschläge für mögliche Stichwörter. Die Ergebnisliste ermöglicht eine intuitive Navigation mittels Facetten, wie bereits aus Primo oder der Digitalen Bibliothek bekannt. So kann man schnell seine Treffer u. a. nach Medientyp, Themengebiet, Autor oder Sprache eingrenzen. Auch ist die Kennzeichnung von lizenzierten und nicht lizenzierten Texten im Vergleich zur alten Homepage auffälliger. Weitere technische Neuerungen sind für die nächsten Monate angekündigt.

Die E-Books selbst liegen kapitelweise im PDF-Format vor und können für den Eigengebrauch heruntergeladen werden. Auch kann der gesamte Inhalt eines einzelnen E-Books separat durchsucht werden. Ebenso ist der E-Zeitschriften-Bereich laut Anbieter bereits voll funktionsfähig und weist die lizenzierten Titel der FU Berlin wie auf der alten Seite nach.

ZDF startet „Das blaue Sofa“

Dem aufmerksamen Buchmesse-Beobachter dürfte das „Blaue Sofa“ ein Begriff sein – seit 1999 nehmen jährlich Autoren und Kritiker in Leipzig oder Frankfurt darauf Platz, loben oder tadeln neu erschienene Literatur. Ein passender Titel also für die neue Literatursendung, die das ZDF am 16. September um 23:00 Uhr präsentiert.

Sechsmal im Jahr, alle zwei Monate, wird der frühere „aspekte“-Chef Wolfgang Herles für eine halbe Stunde mit dem klobigen Möbelstück zu einem Schriftsteller unterwegs sein – entweder am Ort ihres Wirkens oder einen Roman-Schauplatz. Sein Hauptaugenmerk legt der Kulturjournalist laut eigenen Angaben auf Literatur, „die gut erzählt, gut lesbar ist“ und uns klüger macht und verspricht nicht nur „simple Unterhaltungsliteratur“. Der erste Gast auf Herles‘ Sofa ist noch nicht bekannt.

Bleibt zu hoffen, dass Wolfgang Herles mehr Erfolg mit dem Freitagabend beschieden ist, als seinen Vorgängern und besprochene Literatur wenigstens ein kleines bisschen mit Krimis und Comedy konkurrieren kann. Amelie Fried und Ijoma Mangold hatten auf dem gleichen Programmplatz „Die Vorleser“ vorgestellt, bis die Sendung aufgrund mangelnder Einschaltquoten im Dezember 2010 abgesetzt wurde. Auch deren Vorgängerin Elke Heidenreich hatte Probleme, die Zuschauer zu erreichen, nachdem ihre Sendung „Lesen!“ von Dienstag- auf Freitagabend verlegt worden war.

Danke für das Bild an Smalltown Boy (CC-/GFDL-Lizenz)!

„Rieke“ goes Wikipedia

Den Veterinärmedizin-Studenten auf dem FU-Campus dürfte „Rieke“ ein Begriff sein – das imposante Giraffenskelett steht in der Veterinärmedizinischen Bibliothek und blickt dem eintretenden Besucher aus dem Zeitschriftenmagazin im Kellergeschoss entgegen. Auch Studenten in Eile, die nur schnell ein Lehrbuch ausleihen wollen, dürfte der scheinbar schwebende Tierschädel auf Hüfthöhe aufgefallen sein ;). Da uns immer wieder Besucher zu der Giraffendame befragt haben, die Informationen aber recht spärlich gesät waren, haben wir uns selbst ein bisschen auf Literaturrecherche begeben. Das Rieke zu ihren Lebzeiten in Berlin weit mehr war, als „nur“ eine Giraffe kann man jetzt auf unserer Homepage nachlesen.

Der Text ist keinesfalls vollständig. Hinter dem Verbleib des Giraffenskeletts von 1957 bis zur Eröffnung der Veterinärmedizinischen Bibliothek klafft noch ein weißer Fleck. U. a. auch deswegen haben wir uns dazu entschieden, den Text der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia zur Verfügung zu stellen. Damit hat Rieke ihren Platz neben so bekannten Zootieren wie Knut oder Krake Paul eingenommen. Der Artikel darf – wie nicht anders beim Mitmach-Lexikon gewohnt – frei editiert werden und wird noch bis Samstag prominent auf der Wikipedia-Startseite in der Rubrik „Schon gewußt?“ beworben. Wir hoffen, die Lektüre beschert dem ein oder anderen auch einen schönen Ausklang ins Wochenende.

Studentische Hilfskraft für Veterinärmedizinische Bibliothek gesucht

Die Veterinärmedizinische Fachbibliothek am Standort Düppel sucht ab sofort eine studentische Hilfskraft (40 MoStd.). Das Aufgabengebiet ist vielfältig und umfasst neben der Unterstützung bei anfallenden Arbeiten in der Bibliothek folgende Schwerpunkte:

  • Mithilfe bei der Bearbeitung und Betreuung des Webauftritts des FB Veterinärmedizin
  • Unterstützung bei der Datenpflege
  • Anfertigen von Texten und Fotos für das Web (z. B. News, Termine)
  • Korrespondenz (Feedback zur Internetseite)
  • Unterstützung beim (neuen) Layouten der Webseite und der fachbereichseigenen Zeitschrift

Was Du mitbringen solltest: zwei abgeschlossene Hochschulsemester, zeitliche Flexibilität, selbstständiges Engagement und Teamfähigkeit, sehr gute PC-Kenntnisse und Erfahrungen mit CMS.

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung, die du bis zum 27. Juni 2011 unter Angabe der Kennziffer Sd 08-004 an folgende Adresse leiten kannst:

Freie Universität Berlin
Fachbereich Veterinärmedizin
Veterinärmedizinische Bibliothek
Frau Dr. Anna Kosmol
Oertzenweg 19b
14163 Berlin (Düppel)

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Auszeichnungen für Roth und Delius

Mit dem Man Booker International Prize und dem Georg-Büchner-Preis sind heute zwei der wichtigsten Auszeichnungen der Literaturszene vergeben worden.

Erstgenannter Preis wurde Philip Roth zuteil. Der Amerikaner hat sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten einen Namen durch zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays gemacht hat, in denen er dem jüdischen Leben in den USA, dem „Amerikanischen Idyll“ und der Ideologie der „Political Correctness“ nachgeht. 1998 erhielt er für den Roman American Pastoral den Pulitzer-Preis zugesprochen, der den Zusammenbruch einer amerikanischen Vorzeigefamilie behandelt. „Seine (Roths) Vorstellungsgabe hat nicht nur unsere Vorstellung von jüdischer Identität neu geformt, sie hat auch die Dichtung neu belebt, und nicht nur die amerikanische Dichtung.“, so die Preisjury. Roth zählt damit zu den höchstdekorierten zeitgenössischen US-Autoren. Nur der Nobelpreis fehlt in seiner Sammlung, für den er seit Jahren gehandelt wird. Ob es wohl 2011 damit klappt?

Der Georg-Büchner-Preis wird jährlich von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen und geht an Autoren, die sich durch ihre Arbeit um die deutschsprachige Literatur verdient gemacht haben. Nachdem im letzten Jahr Reinhard Jirgl geehrt wurde, geht die Auszeichnung 2011 an Friedrich Christian Delius. Der Pfarrerssohn veröffentlichte bereits als 19-Jähriger erste Gedichte und studierte in Berlin Literaturwissenschaft an der FU und TU. Bekanntheit erlange der 68er-Vertreter durch seine bissigen literarischen Dokumentationen (Wir Unternehmer, 1965; Unsere Siemens-Welt, 1972). In seinen zeitgenössischen Romanen nahm sich Delius unter anderem den Studentenunruhen, dem Deutschen Herbst 1977 (Ein Held der inneren Sicherheit, 1981; Mogadischu Fensterplatz, 1987) und der Wiedervereinigung (Die Birnen von Ribbeck, 1991) an. Weitere von der Kritik gelobte Werke sind (semi-)autobiografischen Ursprungs (Amerikahaus und Der Tanz um die Frauen, 1997; Mein Jahr als Mörder; 2004). Delius bisher letzter Roman, Die Frau, für die ich den Computer erfand (2009), erzählt von Konrad Zuse und den Beginn des digitalen Zeitalters.

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Briten küren komischsten Buchtitel 2010

Zum 34. Mal hat The Bookseller vergangene Woche den „Diagram Prize for Oddest Title of the Year“ vergeben. Das Fachblatt für den britischen Buchmarkt zeichnet seit 1979 den ungewöhnlichsten Buchtitel des zurückliegenden Kalenderjahres aus.

War bei der ersten Wahl noch Proceedings of the Second International Workshop on Nude Mice (dt.: „Berichte der Zweiten Internationalen Arbeitstagung über nackte Mäuse“) erfolgreich, folgten so skurrile Titel wie Last Chance at Love – Terminal Romances („Letzte Chance für die Liebe – Tödliche Liebesaffären“), American Bottom Archaeology („Amerikanische Hosenbodenarchäologie“) oder Bombproof Your Horse („Machen Sie Ihr Pferd bombensicher“). Seit dem Jahr 2000 wird der Sieger durch eine Online-Abstimmung ermittelt.

2011 setzte sich mit großem Abstand der Titel Managing a Dental Practice the Genghis Khan Way von Michael R. Young durch. Der ehemalige Zahnarzt gibt in „Wie man eine Zahnarztpraxis nach der Art von Dschingis Khan leitet“ Aufschluss über erfolgreiches Management in einer Zahnarztpraxis. Außerhalb der englischsprachigen Länder hat es bisher nur die Universitätsbibliothek im norwegischen Tromsø gewagt, das Buch in seinen Bestand aufzunehmen, so zumindest der KVK.

Platz zwei belegte 8th International Friction Stir Welding Symposium Proceedings („Internationale Rührreibschweiß(er)-Tagungsberichte“), der im Mai 2010 in Lübeck stattfand. Bronze ging an Joel Silverman’s What Color Is Your Dog? Hollywood dog trainer’s dog training method (vgl. Meldung bei TheBookseller.com). Eine vollständige Liste der bisherigen Preisträger findet sich in der deutschsprachigen Wikipedia.

In Anlehnung an den Diagram Prize ehrt seit 2008 das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel gemeinsam mit Schotts Sammelsurium den lustigsten deutschen Buchtitel im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Im letzten Jahr hatte sich Zehn Tipps, das Morden zu beenden und den Abwasch zu beginnen des Isländers Hallgrímur Helgason durchgesetzt (unser BiblioBlog berichtete).

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Nominierungen für Leipziger-Buchmesse-Preis 2011

Bis zur Eröffnung der Buchmesse in Leipzig (17. – 20. März) ist es zwar noch ein paar Wochen hin, doch seit gestern stehen 15 nominierte Autoren für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011 fest.

Seit 2005 wird die Auszeichnung am ersten Messetag in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben. Unter den Preisträgern der letzten Jahre sind so bekannte Namen wie Saul Friedländer, Sybille Lewitscharoff, Ingo Schulze oder Ilija Trojanow vertreten.

Zur aktuellen Auflage wurden 480 Titel aus 131 Verlagen eingereicht. Zwar hat das Publikum kein Mitspracherecht – sieben Literaturkritiker um die Juryvorsitzende Verena Auffermann fällen die Entscheidung – doch darf die Internetgemeinde bei der Wahl zum „Belletristik-Favoriten 2011“ mitstimmen. Aktuell liegt dort Wolfgang Herrndorfs Tschick in Führung.

Nominierte Titel im Katalog der FU:

Belletristik

Sachbuch/Essayistik

Übersetzung

UPDATE (18.03.11): Die Preise sind mittlerweile verteilt. Die Auszeichnung in der Sparte Belletristik geht an Clemens J. Setz und Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes (leider noch nicht im FU-Bereich nachgewiesen), die anderen beiden an Henning Ritter und Barbara Conrad. Den Publikumspreis holt sich Herrndorfs Tschick.

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