Quelle: Erlebte Geschichte – Freie Universität Berlin – Fotograf Daniel Goede
Dr. Michael Pohly – Als Forscher und Praktiker im Krisengebiet Afghanistan. Die Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“ der Freien Universität Berlin präsentiert einen neuenPorträtfilm.
Feldforschung kann Wissenschaftler auch in Regionen führen, in denen die Arbeit gefährlich wird – etwa in einem umkämpften Land wie Afghanistan. Dr. Michael Pohly war dort nicht nur als Ethnologe unterwegs, sondern fand durch seine zweite Qualifikation als Mediziner Zugang zu Menschen und Orten, die für andere unzugänglich geblieben wären. Dass er diesen Weg eingeschlagen hat, verdankt er einem frühen Interesse an Ethnologie und dem Wunsch, konkrete Hilfe zu leisten.
Promotion – und plötzlich tausend praktische Fragen?
Wer promoviert, merkt schnell: Forschung ist nur die halbe Miete. Die echte Herausforderung liegt oft in der Organisation: Wie verwalte ich meine Literatur? Wie manage ich mein Projekt? Und wie bringe ich meine Arbeit am Ende als Publikation in die Welt?
Die Berliner Universitätsbibliotheken (Freie Universität, Humboldt-Universität, Technische Universität) und die Staatsbibliothek zu Berlin bündeln ihre Kräfte, um Licht ins Dunkel zu bringen!
In kompakten, virtuellen Sessions teilen Expert*innen ihr Wissen zu u. a.:
Anfang 2025 erhielt die Arbeitsstelle Universitätsgeschichte der Freien Universität Berlin vom Archiv des AStA der Technischen Universität Berlin einen 181 Videobänder umfassenden Bestand der Video-(Streik-)Zeitung. Dabei handelt es sich um eine audiovisuelle Nachrichtensendung, die erstmals von Studierenden im Umfeld des UNiMUT-Streiks im Wintersemester 1988/89 produziert wurde. Zu dieser Zeit begleiteten Studierende der Freien Universität, der Technischen Universität, der Hochschule der Künste sowie der Technischen Fachhochschule das Protestgeschehen an den Hochschulen West-Berlins mit Videokameras.
Der gesamte Bestand umfasst unterschiedliche AV-Formate. Neben einigen wenigen offenen Spulen (Reel-to-Reel) im Format „Japan Standard 1“ von Sony, sind es vor allem Videokassetten im Format U-matic und U-matic S (Small). U-matic-Formate können heute nur noch mit speziellen Abspielgeräten gesichtet werden, die nicht mehr produziert werden. Insofern konnte zunächst nur ausgehend von den Beschriftungen auf Inhalte rückgeschlossen werden. Laut diesen handelt es sich bei dem Bestand sowohl um Masterbänder geschnittener, täglich produzierter Ausgaben der Video-Streik-Zeitung, als auch um Rohmaterial, sowie zum Teil Streikauswertungen, Interviews und Mitschnitte von Alltäglichem aus der Universität und den Lebensräumen der Studierenden nach Ende des Streiksemesters.
Broschüre mit Abbildung des Streikmaskottchens der UniMut-Proteste Bildquelle: FU Berlin, UA, Pub, o. Sig.
Die Medienspezifik und das Alter der Bänder bedingen einen umsichtigen Umgang mit dem Trägermaterial und eine zeitnahe, professionelle Digitalisierung. Durch die finanzielle und organisatorische Unterstützung des Digitalen Netzwerks Sammlungen der Berlin University Alliance konnten bisher insgesamt 33 Bänder im Format U-matic S an die Filmstube Berlin UG, einem externen Dienstleister zur Digitalisierung, übergeben werden. Daraus wurden 28 Bänder bis November 2025 erfolgreich digitalisiert. Fünf Bänder wiesen kein Signal auf und konnten nicht encodiert werden. Jedes Band hat eine Laufzeit von rund zwanzig Minuten, sodass nun circa 8,5 Stunden audiovisuelles Material aus studentischer Produktion vorliegt. Nach Abschluss der Digitalisierung wurden die Dateien im Schwerpunktbereich Studierendengeschichte der Freien Universität nach 1968 forschungsbegleitend in der Arbeitsstelle Universitätsgeschichte erschlossen. Das Material zeigt nicht nur Streikaktivitäten und -organisationsweisen von Studierenden, sondern greift auch deutlich in den Universitätsalltag aus: Neben dem Master der ersten Ausgabe der Video-Streik-Zeitung vom 8. Dezember 1988 finden sich dort auch Aufnahmen von offiziellen Gremien der Freien Universität, wie beispielsweise Kuratoriums- und Institutsratssitzungen, aber auch Proben von studentischen Theatergruppen und Kleinkunstabenden. Darüber hinaus umfasst es Interviews und Mitschnitte von studentischen Kongressen oder Veranstaltungen mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen; etwa des Juristen Uwe Wesel oder der Erziehungswissenschaftlerin und Politikerin Hilde Schramm.
Die Bänder sind insofern Medien von Studierenden im doppelten Sinn. Sie wurden einerseits von Studierenden verschiedener Hochschulen produziert. Dabei ist besonders die überinstitutionelle „Arbeitsgruppe Videozeitung“ im Streiksemester hervorzuheben. Andererseits liegen hiermit seltene Bewegtbilder vor. Sie erweitern nicht nur die Zeitspanne der Geschichte der Freien Universität um die bislang nicht vorrangig betrachteten 1980er- und frühen 1990er-Jahre, sondern geben vor allem auch den Blick auf Studierende als eine sonst meist flüchtige Statusgruppe der Universität, ihre Diskussionen und Orte frei. Als Quellen im Bereich der Universitätsgeschichte sind die Bänder darüber hinaus hinsichtlich ihrer Medialität interessant. Denn die Video-(Streik-)Zeitung ist nicht nur inhaltlich aufschlussreich, sondern wirft auch Fragen nach den Potenzialen audiovisueller Medien für das Methodenspektrum der Universitätsgeschichte auf. Seit den späten 1970er-Jahren und insbesondere im Umfeld studentischer Streikaktivitäten bildeten sich damals an immer mehr Hochschulen in West-Berlin und der Bundesrepublik Videogruppen. Parallel zur flächenmäßigen Verbreitung von Film- und Videotechnik in den 1980er-Jahren geht mit dem Fokus auf die Studierendengeschichte nach 1968 auch eine Methodenreflexion einher, die audiovisuelle Bewegtbilder als neuen Medien der Universitätsgeschichte adressiert.
Protestierende Studierende während der UniMut-Protestwelle 1988/89 Bildquelle: FU Berlin, UA, Foto-S, Sig. 30355 (Fotografin: Ingel Kundel-Saro)
Wenngleich das Universitätsarchiv der Freien Universität auch über filmisches Material verfügt, machen audiovisuelle Medien noch immer einen vergleichsweise kleinen Teil des Bestands aus. Eine Herausforderung im Umgang mit solch audiovisuellen Medien stellt nicht zuletzt die unklare Rechtelage dar. Insbesondere Rohmaterial oder gefilmte Gremien, deren Veröffentlichung nicht intendiert war, erfordern einen sorgfältigen Umgang mit Urheber- und Persönlichkeitsrechten. Im nächsten Schritt werden deshalb die Metadaten über die Datenbank des Universitätsarchivs veröffentlicht, sodass sie für Forschende recherchierbar sind. Eine Sichtung der Video-(Streik-)Zeitung ist vor Ort im Universitätsarchiv möglich.
Text von Lisa-Frederike Seidler | Arbeitsstelle Universitätsgeschichte
Mit Beginn des Jahres 2026 trat das Jüdische Museum Berlin der Kooperation Looted Cultural Assets (LCA) bei. Damit wächst das Netzwerk zur gemeinsamen Provenienzforschung zwischen Bibliotheken in Deutschland und Israel im zehnten Jahr ihres Bestehens auf 14 aktive Mitgliedsinstitutionen an. Insgesamt haben sich bislang 19 Einrichtungen mit ihrer wissenschaftlichen Expertise eingebracht.
Das 2016 unter anderem von der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin initiierte Forschungsnetzwerk unterstützt die Provenienzforschung zu Enteignung und Raub von Kulturgütern – vor allem in der NS-Zeit sowie, wenn möglich, auch in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Es fördert den fachlichen Austausch, bündelt Forschungsergebnisse und stellt dafür die Datenbank „Looted Cultural Assets“ bereit.
Gleichzeitig werden Forschungsergebnisse zeitnah und transparent für Interessierte aus aller Welt zugänglich gemacht. Aktuell zählt sowohl die Kooperation als auch die Forschungsdatenbank LCA zu den umfassendsten, kontinuierlichsten und erfolgreichsten Projekten in der Provenienzforschung im deutschsprachigen Raum.
Heute beinhaltet die Forschungsdatenbank LCA etwa 48.000 Provenienzhinweise sowie Informationen zu rund 16.500 Personen und Institutionen aus der deutschen Geschichte insbesondere des 20. Jahrhunderts. Sie stellt Forschungsergebnisse aus mehr als 20 aktiven und beendeten wissenschaftlichen Projekten zur Verfügung und sorgt für deren langfristige Zugänglichkeit. Die Arbeit der im Forschungsnetzwerk LCA verbundenen Bibliotheken ermöglicht Nachfahren von Opfern der Shoa und anderer nationalsozialistischer Verbrechen einen niedrigschwelligen Zugriff auf historische Informationen, bietet die Möglichkeit detaillierte Auskünfte über Forschungsergebnisse und -stände zu erfragen und zielt darauf ab, durch die Bündelung von Rückgaben geraubten Kulturguts Restitutionsverfahren zu vereinfachen. Die so verbundenen Provenienzforscher*innen leisten durch ihre Arbeit einen nachhaltigen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland und Europa sowie der Aufarbeitung der beiden deutschen Diktaturen.
Die Universitätsbibliothek sieht sich mit ihrem über zehnjährigem Engagement in der Provenienzforschung den Grundwerten der Freien Universität Berlin Veritas, Iustitia und Libertas (Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit) verpflichtet. Die systematische Untersuchung der Buchbestände und die Aufarbeitung deutscher Geschichte durch die Arbeitsstelle Provenienzforschung der Universitätsbibliothek dient nicht allein der Auseinandersetzung historischen Unrechts im Sinne der Washingtoner Erklärung vom 03.12.1998, sondern ist ein Beitrag zur gelebten Demokratie.
Quelle: Erlebte Geschichte – Freie Universität Berlin Fotograf: Unbekannt
Tiger auf dem Tisch – die Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“ der Freien Universität Berlin präsentiert einen neuenThemenfilm.
Tiere fressen gerne. Und sie fressen häufig auch Dinge, die nicht zum Fressen gedacht sind. Mit den Folgen kämpfen dann die Mediziner der Kleintierklinik, die das Gefressene aufspüren und entfernen müssen, damit es den Tieren wieder gut gehen kann. Aber auch die medizinische Versorgung alternder Tiere und die Behandlung ansteckender Krankheiten gehören zum Arbeitsbereich der Veterinäre in der Kleintierklinik auf dem Campus Düppel.
Wenn ein Kapitel zu Ende geht, bleiben Erinnerungen – und Geschichten.
Der Abschied von der Freien Universität Berlin wird unterschiedlich erinnert und erzählt: mal feierlich und herzlich, mal improvisiert oder pandemiebedingt leise. Zwischen Anerkennung, Wertschätzung und den Herausforderungen des Moments erzählen Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen, was es heißt, nach vielen Jahren „Auf Wiedersehen“ zu sagen.
Abschied von der Freien Universität Berlin – die Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“ der Freien Universität Berlin präsentiert einen neuen Themenfilm.
Quelle: Erlebte Geschichte – Freie Universität Berlin Fotograf: Unbekannt
Langweilig wird es nie in der Kleintierklinik der Freien Universität – während der Alltag wie in einer humanmedizinischen Klinik abläuft, stellen das fehlende Sprachvermögen der Patienten und die die Sorge der Besitzer um ihr geliebtes Haustier das Personal immer wieder vor neue Herausforderungen.
Hund und Katz und auch mal ein Seeadler – die Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“ der Freien Universität Berlin präsentiert einen neuen Themenfilm.
Gemeinsam mit den Fachbibliotheken und Kolleg*innen aus verschiedenen Bereichen der Freien Universität Berlin bieten wir Dir eine Woche lang kostenfreie Angebote rund ums wissenschaftliche Schreiben – nicht nur für Geisteswissenschaftler*innen.
🗓️ Wann? 16.–20.02.2026, Mo 9:00–19:00 Uhr, Di–Fr jeweils 10:00–19:00 Uhr 📍 Wo? Vor Ort in der Rostlaube / Philologischen Bibliothek (Habelschwerter Allee 45) oder online per Webex 🔍 Was erwartet Dich? Vormittags: bis zu 90-minütige Workshops mit Inputs und Übungen sowie Literaturlisten-Checks Nachmittags: 16:00–19:00 Schreibzeit – betreute Schreibgruppe zum Arbeiten an eigenen Schreibprojekten 👉 zum vollständigen Programm
Egal, ob Du gerade mit Deiner ersten Arbeit an der Uni startest oder bereits Erfahrung im Schreiben mitbringst: In unseren praxisnahen Workshops bekommst Du unter anderem Tipps, • wie Du Deinen Schreibprozess planen und organisieren kannst, • wo und wie Du relevante Literatur und Quellen zu Deinen Thema finden, • wie Du Deine Gedanken ordnen und strukturieren kannst, • oder wie Du Literaturverwaltungsprogramme und KI-Tools im Studium sinnvoll nutzen kannst.
Abgerundet wird die Woche durch eine betreute Schreibgruppe – ideal, um das Gelernte direkt auf das eigene Projekt anzuwenden. Starte in der vorlesungsfreien Zeit richtig durch – oder gib die erste Hausarbeit noch vor dem Urlaub ab!
Anläßlich des gestrigen BVG-Streiks präsentierte sich unser Campus in Dahlem in einer besonderen Limited Edition. Wer es trotz verschlossener U-Bahnhöfe, Geister-Straßenbahnfahrten oder glatter Wege zur Rost- und Silberlaube schaffte, verspürte trotz finaler Vorlesungszeit ein ungewöhnliches Gefühl der Entschleunigung:
📚 freie Platzwahl in den Bibliotheken, 🥗 keine Warteschlangen in der Mensa, 🚶♀️ entspannte Wege ohne Gedränge, 🤫 eine außergewöhnlich ruhige Lernatmosphäre,
Wir haben für Euch gestern die Eindrücke fotografisch dokumentiert und die Vorteile eines BVG-Streiks auf den Punkt gebracht:
Und wie habt Ihr den gestrigen Tag verbracht? Entschleunigt zu Hause oder auf dem Campus? Hinterlasst einfach unten Euren Kommentar.
Heute präsentiert sich der Unicampus wieder lebendig, was uns sehr freut. Trotz Mensa-Schlangen und Flurverkehr auf der K- und L-Straße 😉.
Egal ob Hausarbeit, Dissertation oder die Gestaltung der Lehre: In dieser Woche unterstützen Dich unsere Universitätsbibliothek und FUB-IT mit einem vollen Programm. Von den Grundlagen der Recherche bis hin zum kritischen Umgang mit KI – hier ist für jede Fachrichtung etwas dabei.
Schnell sein lohnt sich: Für die meisten Termine musst Du dich vorab anmelden! Darüber hinaus können Dozent*innen der Freien Universität Sondertermine und Inhalte individuell mit uns vereinbaren!
Wednesday, 04.02.2026 | 14:00–16:00 🇬🇧🇺🇸 How to check the quality of academic publications (Online Workshop for Doctoral candidates and advanced students – registration required) Organizer: Central Library