Booker Prize an Paul Beatty

The SelloutAls erster US-amerikanischer Schriftsteller ist Paul Beatty mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet worden. Sein satirischer Roman The Sellout seit laut Jury „ein schockierendes und unerwartet lustiges“ Porträt von Los Angeles und werfe einen schonungslosen Blick auf die „Rassenverhältnisse in den USA“ (vgl. sueddeutsche.de). Der seit 1969 in London vergebene Literaturpreis gilt als wichtigste Auszeichnung im Vereinigten Königreich und ist mit 50.000 Pfund Sterling (ca. 55.000 Euro) dotiert. Bis 2013 war der Booker Prize Autoren aus dem Vereinigten Königreich, Irland oder dem Commonwealth vorbehalten.

Die Geschichte wird von Bonbon erzählt, Sohn eines umstrittenen Soziologen, der aus dem fiktiven „Agrar-Ghetto“ Dickens, am südlichen Stadtrand von Los Angeles, stammt. Bonbon war von Kindheit an rassistisch aufgeladenen psychologischen Studien ausgesetzt. Nachdem sein Vater von der Polizei erschossen wird und das Vorhandensein finanziell ertragreicher Memoiren sich als Lüge entpuppt, muss der junge Afroamerikaner auch feststellen, dass Dickens aus Verlegenheit von der kalifornischen Landkarte entfernt wurde. Daraufhin beschließt er gemeinsam mit dem berühmtesten Einwohner der Stadt die Sklaverei und Rassentrennung an der örtlichen High School wiedereinzuführen, um die bürgerliche Ordnung wiederherzustellen. Die juristische Auseinandersetzung darüber führt sie bis vor den Supreme Court und macht Dickens landesweit bekannt.

Der afroamerikanische Autor Paul Beatty wurde 1962 in Los Angeles geboren. Er studierte kreatives Schreiben am Brooklyn College und erhielt einen Master in Psychologie an der Boston University. Beatty, ein früherer Poetryslammer (s. auch Beattys Buch Slam Poetry: Heftige Dichtkunst aus Amerika), trat als Autor Anfang der 1990er-Jahre mit Gedichtbänden in Erscheinung und veröffentlichte auch eine Anthologie, die den afroamerikanischen Humor zum Thema hat. The Sellout ist nach The White Boy Shuffle (1996), Tuff (2000) und Slumberland (2008), der über einen DJ in Berlin berichtet, sein vierter Roman. Für The Sellout hatte Beatty im letzten Jahr bereits den amerikanischen National Book Critics Circle Award erhalten.

The Sellout setzte sich auf der Shortlist gegen die Briten Deborah Levy (Hot Milk) und Graeme Macrae Burnet (His Bloody Project), die US-Amerikanerin Otessa Moshfegh (Eileen), die Kanadierin Madeleine Thien (Do Not Say We Have Nothing) sowie den britisch-kanadischen Autor David Szalay (All That Man Is) durch. Hot Milk und Eileen sind ebenfalls im FU-Bereich nachgewiesen. Der schmale Band Hot Milk spielt während des Sommers in einem spanischen Fischerdorf und stellt eine junge Barista in den Mittelpunkt, die sich mit ihrer hypochondrischen Mutter auseinandersetzen muss. Ebenfalls konfliktbeladen ist die Titelfigur aus dem Thriller Eileen, eine junge Sekretärin, die in einer Jugendstrafanstalt in Neuengland der 1960er-Jahre arbeitet. Von der Alkoholsucht des Vaters erdrückt, flüchtet sie sich in Ladendiebstähle und stalkt einen attraktiven Gefängniswärter, ehe die Freundschaft mit einer neuen Arbeitskollegin in ein Verbrechen mündet. Hollywood-Produzent Scott Rudin (No Country for Old Men, The Social Network) hat sich Medienberichten zufolge bereits die Filmrechte an dem düsteren Stoff gesichert.

„Fold3 Library Edition“ online testen

Nur die Teildatenbank Holocaust Collection wurde nach dem Testzeitraum weiterlizenziert.

Bis zum 16. November 2016 kann über das FU-Campusnetz kostenfrei die Datenbank Fold3 Library Edition getestet werden.

Die Fold3 Library Edition vom Anbieter Ancestry bietet Zugriff auf Listen und Dokumente des US-Militärs, darunter auch Hintergrundberichte, Bilder und weitere Unterlagen zu männlichen und weiblichen Militärangehörigen, die gedient haben. Die Datenbank verfügt über mehr als 500 Millionen Einträge aus zahlreichen bekannten Archiven, viele davon sind laut Anbieter exklusiv bei Fold3 zugänglich. Als Zielpublikum gelten Historiker, Genealogen, Forscher, Freunde der Militärgeschichte, Veteranen und ihre Familien, Lehrer und Schlachtendarsteller.

Behandelte militärische Konflikte sind:

  • Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg
  • Britisch-amerikanischer Krieg von 1812
  • Mexikanisch-Amerikanischer Krieg und frühe Indianerkriege
  • Sezessionskrieg
  • Spanisch-Amerikanischer Krieg
  • Erster Weltkrieg
  • Zweiter Weltkrieg
  • Koreakrieg
  • Vietnamkrieg
  • Kürzliche Konflikte
  • Internationale Konflikte

Die aufgrund der Fülle an Einträgen zum Teil großen Ergebnislisten lassen sich anhand weiterer Filter wie Krieg, Zeitraum, US-Bundesstaat, Militäreinheit usw. filtern. Die Volltexte können für den Eigengebrauch als PDF-Dateien heruntergeladen werden.

Screenshot der Ergebnisliste nach dem Stichwort "Berlin"
Screenshot der Fold3-Ergebnisliste
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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Carolin Emcke

Carolin Emcke (Bild: Ot, Lizenz: CC-BY-4.0)Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag ist Carolin Emcke mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Die deutsche Publizistin nahm die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Die Laudatio auf sie hielt ihre frühere Doktormutter von der Harvard University, die Philosophin Seyla Benhabib. Emcke habe „[…] die Gabe, die Dinge so benennen und erzählen zu können, dass das Schweigen, in das sich Gewalt, Grausamkeit und Folter hüllen, durchbrochen wird. Es ist diese Gabe, die sie heute zu einer der einflussreichsten öffentlichen Intellektuellen unserer Zeit macht.“, so Benhabib in ihrer Laudatio.

Carolin Emcke, Tochter einer Argentinierin und eines Deutschen, wurde 1967 in Mühlheim/Ruhr geboren und studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Harvard und Frankfurt/Main. Sie schloss ihr Studium 1993 mit dem Magister Artium in Philosophie bei Jürgen Habermas ab und promovierte als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes bei Axel Honneth in Frankfurt und Seyla Benhabib von der Harvard University über den Begriff „Kollektive Identitäten“ zum Dr. phil.

(Bild: Ot, Lizenz: CC-BY-4.0)

Ihre Karriere als Journalistin begann sie als Kriegsreporterin für den Spiegel und berichtete u. a. aus dem Kosovo, aus Afghanistan, Pakistan, Irak und Gaza. In Von den Kriegen – Briefe an Freunde (2004) reflektierte Emcke ihre eigene Rolle als Reporterin an den Krisenherden der Welt. Den Zusammenhang von Gewalt und Sprachlosigkeit thematisierte Emcke, die seit 2007 als freie Publizistin tätig ist, auch in ihren späteren Werken wie dem 2013 erschienenen Essayband Weil es sagbar ist (vgl. Porträt bei Munzinger Online). Neben Reportagen und Essays für die ZEIT aus Albanien oder Haiti schrieb sie mit Stumme Gewalt (2008) ein Buch, das zum Dialog zwischen der Roten Armee Fraktion (RAF), deren Opfern und den Ermittlern aufrief (Emckes eigener Patenonkel Alfred Herrhausen war 1989 von der RAF ermordet worden). Mit Wie wir begehren (2012) stellte sich die Autorin der eigenen Homosexualität, während sich ihr in diesem Monat neu erschienener Essayband Gegen den Hass Rassismus, Fanatismus und Demokratiefeindlichkeit zum Thema hat. Auch in ihrer lesenswerten Dankesrede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels nimmt Emcke Stellung zu den Themen Fanatismus, Freiheit und Homosexualität. Mit dem Gedanken „Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut.“, schließt die in Berlin lebende Autorin ab und rief erneut zum Dialog miteinander auf (vgl. sueddeutsche.de).

Englischsprachige Wörterbücher im Online-Test

Die Datenbanken wurden nach dem Testzeitraum  regulär weiterlizenziert.

Bis zum 16. November 2016 können über das FU-Campusnetz kostenfrei die beiden Datenbanken Dictionary of Old English (DOE) und Dictionary of Old English (DOE) Web Corpus vom Anbieter University of Toronto Press kostenfrei getestet werden, die bislang „nur“ als CD-ROMs verfügbar sind.

Logo des Dictionary of Old EnglishDas Dictionary of Old English (DOE) verzeichnet das Vokabular der englischen Sprache der Zeit von 600 bis 1150. Es umfasst in der Online-Version über 11.000 Stichwörter zu den Buchstaben A bis F, die gegenüber der CD-ROM-Version erweitert und überarbeitet wurden sowie 1.319 Stichwörter zum Buchstaben G. Das dem Wörterbuch zugrunde liegende Textkorpus, das über 3000 altenglische Texte im SGML-Format aus der Zeit von 600 bis 1150 umfasst, ist als Online-Datenbank zugänglich (Dictionary of Old English Web Corpus).

Das Dictionary of Old English (DOE) Web Corpus ist eine Volltextdatenbank mit mehr als 3000 altenglischen Texten aus der Zeit von 600 bis 1150. Die im SGML-Format kodierte, rund drei Millionen englische und über zwei Millionen lateinische Wortformen umfassende Textsammlung beinhaltet mindestens eine Abschrift eines jeden überlieferten altenglischen Textes, in einigen Fällen werden auch handschriftliche Varianten geboten. Die Anzeige der Suchergebnisse erfolgt im KWIC-Format mit Fundstellenreferenz (der Abruf von Volltexten ist nicht möglich). Die Datenbank wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert.

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(Die Beschreibungen sind weitgehend dem Text des Fachhändlers Digento entnommen.)

Geistiges Eigentum in der EU

Der Betrieb des „Dokumentationszentrums UN – EU“ wird eingestellt. Die entsprechende Literatur bleibt im Bestand und ist weiterhin zugänglich.

Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) hat durch Vertreter der Verbraucherinteressen eine Liste mit den 15 am häufigsten gestellten Fragen (FAQ) zum Urheberrecht zusammenstellen lassen. Die Antworten kamen von nationalen Sachverständigen der 28 EU-Mitgliedsstaaten.

Zu dem Thema Copyright kann man auf der Seite Copyright Exeptions eine Interaktive Karte aufrufen. Diese sagt aus, in welchem Mitgliedsstaat der EU bestimmte Regelungen des Copyrights durchgesetzt werden.

 

Noch mehr Informationen zur EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

 

Die Arbeit der Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut der Universitätsbibliothek im Radio

Exlibris Bruno Marwitz

Gestern strahlte das Deutschlandradio Kultur ein sehr informatives Feature über Provenienzforschung in Bibliotheken aus. Die Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut der Universitätsbibliothek hatte die Möglichkeit dem Autor des Beitrags hierfür ihre Arbeit näher zu bringen. Den Beitrag können Sie hier nachhören.

Die Stabsstelle NS-Raubgut und Beutegut untersucht die Altbestände der Universitätsbibliothek und der Fachbereichsbibliotheken auf NS-Raubgut und Beutegut. Sie hat den Auftrag gefundenes Raub- und Beutegut zu dokumentieren und nach Möglichkeit an heutige Eigentümer zurückzugeben. Seit 2014 konnte die Stabsstelle 137 Bücher zurückgeben, darunter waren neben NS-Raubgut und -Beutegut auch einige Bücher, deren Eigentümer nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet wurden.

Alle bislang bearbeiteten Fälle finden Sie in der gemeinsam mit vier Einrichtungen aus Berlin, Brandenburg und Hamburg betriebenen Datenbank Looted Cultural Assets.

Online-Test für „Encyclopedia of Law and Religion“

Die Datenbank wurde nach dem Testzeitraum nicht weiterlizenziert.

ELROBis zum 15. November 2016 kann über das FU-Campusnetz kostenfrei die Datenbank Encyclopedia of Law and Religion Online (ELRO) getestet werden.

Das Referenzwerk behandelt Fragen der Religions- und Glaubensfreiheit sowie der Beziehung zwischen Staat und Religion in allen 197 unabhängigen Nationen, zehn internationalen Organisationen und 50 besonderen Territorien weltweit. Die Beiträge informieren über sozio-religiöse Fakten, geschichtliche Hintergründe, religiöse Gemeinschaften, Glaubensfreiheit und die Gesetzeslage in unterschiedlichsten Aspekten wie zum Beispiel Arbeits-, Familien- und Strafrecht im jeweiligen Land. Jeder Artikel zu einer Nation, Organisation oder Territorium ist am Ende mit einer Bibliographie ausgestattet. Die Einträge lassen sich für den Eigengebrauch ausdrucken und kopieren. Ein direkter Export in bekannte Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi, EndNote, RefWorks oder Zotero wird nicht angeboten.

Der Online-Ausgabe liegt die 2015 veröffentlichte 5-bändige Printausgabe zugrunde. Herausgeber sind Gerhard Robbers, Professor für Öffentliches Recht, Kirchenrecht, Staatsphilosophie und Verfassungsgeschichte an der Universität Trier und von 2014 bis 2016 Justizminister von Rheinland-Pfalz, sowie Cole Durham, Jr., Universitätsprofessor und Founding Director des International Center for Law and Religion Studies an der Brigham Young University Law School im US-Bundesstaat Utah.

Datenbank „Shakespeare in Performance“ online testen

Die Datenbank wurde nach dem Testzeitraum nicht weiterlizenziert.

Bis zum 30. November 2016 kann über das FU-Campusnetz kostenfrei die Datenbank Shakespeare in Performance getestet werden.

Shakespeare in Performance bietet Zugriff auf über 1100 digitalisierte Theatermanuskripte (engl. „prompt books“) der Folger Shakerspeare Library in Washington, D.C. zu Shakespeare-Aufführungen, die in Theatern in Großbritannien, den Vereinigten Staaten und international zwischen dem 17. Und 20. Jahrhundert aufgeführt wurden. Sie geben Eindruck, wie Shakespeares Stücke – von A wie A Midsummer Night’s Dream bis hin zu Two Gentlemen of Verona – in der jeweiligen Zeit interpretiert und gespielt wurden. Die Manuskripte enthalten i. d. R. alle wichtigen Details zur Inszenierung, sind mit persönlichen Notizen, Skizzen und Hinweisen zum Einsatz von Beleuchtung und Musik, Szenen- und Kostümbild und zur schauspielerischen Darbietung versehen.

Szenenbildentwurf für eine Aufführung von „Macbeth“ von Charles Kean (Royal Princess’s Theatre, London, 1850-1859).
Beispiel für eines der vielen beigefügten Werke: Szenenbildentwurf für eine Aufführung von „Macbeth“ von Charles Kean (Royal Princess’s Theatre, London, 1850-1859).

Darüber hinaus wurden 17 als kulturell wichtig empfundene Shakespeare-Inszenierungen als Fallstudien (in der Datenbank mit dem Hinweis „CS“ markiert) mit ergänzendem Archivmaterial wie Fotografien, Kostümentwürfen und Musiknoten versehen. Dazu zählen David Garricks überarbeitete Produktion von Hamlet (1772), Henry Irvings Inszenierung von The Merchant of Venice (1879) sowie Laurence Oliviers preisgekrönte Filmversion von Hamlet (1948).

Viele Manuskripte von Inszenierungen desselben Shakespeare-Stücks lassen sich im Split-Screen-Verfahren miteinander vergleichen um so schneller auf Unterschiede bei der Textbearbeitung aufmerksam zu werden. Die Möglichkeit, Seiten als PDF oder Image-Dateien abzuspeichern, sind während des Testzeitraums vom Anbieter Adam Matthew Digital (AM) unterbunden. Bibliographische Informationen lassen sich in Literaturverwaltungsprogramme wie EndNote, RefWLorks oder Zotero exportieren.

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Deutscher Buchpreis an Bodo Kirchhoff

Kirchhoff_Widerfahrnis_Cover__PTNachdem im Vorjahr Frank Witzel mit dem unglaublich langen Titel Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 siegreich war, geht der Deutsche Buchpreis 2016 an Bodo Kirchhoff. Seine Novelle Widerfahrnis sei laut Jurybegründung „ein vielschichtiger Text, der auf meisterhafte Weise existentielle Fragen des Privaten und des Politischen miteinander verwebt und den Leser ins Offene entlässt.“

Das Werk handelt von einem Verleger im Ruhestand, der in den Alpen durch ein Buch in der lokalen Bibliothek die Bekanntschaft mit einer gleichaltrigen Autorin aus der Gegend macht, die zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts war. Beide folgen einer „vagen Sehnsucht“ und machen sich spontan im Cabrio auf dem Weg nach Sizilien. Die mögliche Chance auf eine unerwartete Liebe wird in den folgenden drei Tagen aber durch die Begegnung mit einem Flüchtlingsmädchen auf eine harte Probe gestellt. Beide entscheiden sich dafür, das Kind mitzunehmen …

Der 1948 in Hamburg geborene und überwiegend im Schwarzwald aufgewachsene Kirchhoff studierte in Frankfurt am Main Pädagogik, Psychologie und Soziologie. 1978 promovierte er mit einer Arbeit über Jacques Lacan zum Dr. phil. Zur selben Zeit begann er die Arbeit als freier Schriftsteller und veröffentlichte Theaterstücke, Essays und Erzählungen. Einem breiten Publikum wurde Kirchhoff 1990 mit dem Bestseller-Roman Infanta bekannt. Die Liebesgeschichte zwischen einem Deutschen und einer Philippinin, beobachtet aus der Sicht von fünf Missionaren, vereinte mit der exotischen Kulisse, dem Auftauchen von obsessiv-sexueller und emotionaler Liebe, gewaltsamen Tod, Mord oder Unfall drei Motivkomplexe, die sich in weiteren Werken wiederholen sollten (vgl. Porträt bei Munzinger Online). Kirchhoffs letzte Arbeiten spielen größtenteils in Italien, wo er auch die Sommermonate regelmäßig am Gardasee verbringt. 2002 sorgte sein Schundroman für Aufsehen, ein Schlüsselroman zum Literaturbetrieb, der zeitgleich mit Martin Walsers Tod eines Kritikers erschien. Als Hauptwerke in seinem Schaffen gelten die Romane Parlando (2001), der autobiographisch gefärbte Eros und Asche (2007) sowie Die Liebe in groben Zügen (2012), in dem sich auch ein älteres Ehepaar auf der Suche nach der titelgebenden großen Liebe aufmacht. Als Drehbuchautor zeichnete Kirchhoff u. a. für mehrere Tatort-Folgen sowie den preisgekrönten Spielfilm Mein letzter Film (2002) und die ARD-Krimiserie Die Kommissarin, jeweils mit Hannelore Elsner in der Hauptrolle, verantwortlich.

Bodo Kirchhoff setzte sich im Finale gegen Reinhard Kaiser-Mühlecker (Fremde Seele, dunkler Wald), André Kubiczek (Skizze eines Sommers), den früheren FU-Absolventen Thomas Melle (Die Welt im Rücken), Eva Schmidt (Ein langes Jahr) und Philipp Winkler (Hool) durch.
Alle sechs auf der Shortlist vertretenen Titel sind auch im Bestand der Philologischen Bibliothek zu finden (teilweise schon vorgemerkt). Auch beinahe alle auf der Longlist nominierten Romane sind dort ausleihbar bzw. vormerkbar.

Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels kurz vor der Frankfurter Buchmesse verliehen. Die Auszeichnung gilt als deutsche Antwort auf den französischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize und ist mit 25.000 Euro für den Sieger dotiert. Über die Vergabe entscheidet eine jährlich wechselnde Jury. 2016 setzte sich diese u. a. aus den Literaturkritikern Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), Lena Bopp (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Christoph Schröder, Sabine Vogel (Berliner Zeitung) und den Berliner Kritiker und Autor Najem Wali zusammen.

Zwar ist die kostenfreie App mit Artikelanfängen seit 2014 passé, aber über detektor.fm lassen sich kostenfrei Auszüge aus den nominierten Romane anhören (auch als App verfügbar).

Ausstellung in der Silberlaube anläßlich der Open Access Week

RS37_A0_OpenAccess-Week-2016_CMYK-lprDie Open Access Week ist seit neun Jahren die internationale dezentrale Veranstaltungswoche zum Thema Open Access. Sie findet in diesem Jahr vom 24.-30. Oktober statt.

Weltweit nutzen Open-Access-Akteure diese Woche, um Informationen zu Open Access zu verbreiten, um auf neueste Entwicklungen aufmerksam zu machen und sich zu vernetzen.

Die Universitätsbibliothek (UB) ist einer der Akteure an der Freien Universität Berlin, die die Idee von barrierefreiem Zugang zu wissenschaftlichen Informationen fördern. Sie stellt ein entsprechendes Repositorium zur Verfügung und verwaltet einen Publikationsfond, der WissenschaftlerInnen finanziell entlastet, wenn sie sich für die Veröffentlichung in einer Open-Access-Zeitschrift entscheiden. Auf der UB-Homepage gibt es dazu weitere Informationen.

In diesem Jahr haben TU, FU und HU ein gemeinsames Projekt gestartet und eine Poster-Ausstellung erstellt. Es werden  30 Poster gezeigt, auf denen Berliner und Brandenburger wissenschaftliche Einrichtungen ihre Open Access Aktivitäten zeigen.
Die Ausstellung mit dem Titel  „Open in Action“ ist vom 24.10. bis 28.10.2016 in der Silberlaube der Freien Universität Berlin (Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Foyer vor dem Hörsaal 1b) zu sehen.

Gleichzeitig wird sie auch in der Technische Universität (Universitätsbibliothek, Fasanenstraße 88, 10623 Berlin) und der Humboldt-Universität (Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Geschwister-Scholl-Straße 1/3, 10117) gezeigt.

Begleitveranstaltung: Open in Action – Praxisperspektiven

Am Mittwoch, den 26.10.16 sind alle Projektbeteiligten und interessierte Open-Access-Akteure eingeladen, sich zu einem offenen Wissenaustausch über Open Access in Berlin und Brandenburg zu treffen.

Eröffnet wird der Abend durch ein Podiumsgespräch mit Vera Meyer (TU Berlin), Sebastian Nordhoff (Language Science Press) und Heinz Pampel (Helmholtz-Gemeinschaft), moderiert von Christina Riesenweber (FU Berlin).
Anschließend gibt es bei Getränken Gelegenheit für einen informellen Austausch.

Wann: Mittwoch, 26.10.16, 19h
Wo: Wikimedia Deutschland e.V., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin

Die Veranstaltung ist öffentlich, bei Interesse bitten wir Sie um Anmeldung unter open-access@fu-berlin.de, da die Anzahl der verfügbaren Plätze begrenzt ist.