Die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin hat auch in 2025 die Ko-Finanzierung von Publikationskosten (Book Processing Charges, BPCs) für bislang unveröffentlichte Open-Access-Monografien und -Sammelbände von FU affilierten Wissenschaftler*innen übernommen.
Die aktuelle Visualisierung der Gesamtkosten pro Publikation über das Projekt Open BPC der Universität Bielefeld findet sich unter
Fragen zu den Möglichkeiten der Finanzierung von Open-Access-Publikationen für Angehörige der Freien Universität Berlin beantwortet Ihnen jederzeit gern das Open-Access-Team | Abt. Forschungs- und Publikationsservices der Universitätsbiliothek unter open-access@ub.fu-berlin.de
Quelle: Erlebte Geschichte – Freie Universität Berlin – Fotograf Daniel Goede
Dr. Michael Pohly – Als Forscher und Praktiker im Krisengebiet Afghanistan. Die Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“ der Freien Universität Berlin präsentiert einen neuenPorträtfilm.
Feldforschung kann Wissenschaftler auch in Regionen führen, in denen die Arbeit gefährlich wird – etwa in einem umkämpften Land wie Afghanistan. Dr. Michael Pohly war dort nicht nur als Ethnologe unterwegs, sondern fand durch seine zweite Qualifikation als Mediziner Zugang zu Menschen und Orten, die für andere unzugänglich geblieben wären. Dass er diesen Weg eingeschlagen hat, verdankt er einem frühen Interesse an Ethnologie und dem Wunsch, konkrete Hilfe zu leisten.
Promotion – und plötzlich tausend praktische Fragen?
Wer promoviert, merkt schnell: Forschung ist nur die halbe Miete. Die echte Herausforderung liegt oft in der Organisation: Wie verwalte ich meine Literatur? Wie manage ich mein Projekt? Und wie bringe ich meine Arbeit am Ende als Publikation in die Welt?
Die Berliner Universitätsbibliotheken (Freie Universität, Humboldt-Universität, Technische Universität) und die Staatsbibliothek zu Berlin bündeln ihre Kräfte, um Licht ins Dunkel zu bringen!
In kompakten, virtuellen Sessions teilen Expert*innen ihr Wissen zu u. a.:
Anfang 2025 erhielt die Arbeitsstelle Universitätsgeschichte der Freien Universität Berlin vom Archiv des AStA der Technischen Universität Berlin einen 181 Videobänder umfassenden Bestand der Video-(Streik-)Zeitung. Dabei handelt es sich um eine audiovisuelle Nachrichtensendung, die erstmals von Studierenden im Umfeld des UNiMUT-Streiks im Wintersemester 1988/89 produziert wurde. Zu dieser Zeit begleiteten Studierende der Freien Universität, der Technischen Universität, der Hochschule der Künste sowie der Technischen Fachhochschule das Protestgeschehen an den Hochschulen West-Berlins mit Videokameras.
Der gesamte Bestand umfasst unterschiedliche AV-Formate. Neben einigen wenigen offenen Spulen (Reel-to-Reel) im Format „Japan Standard 1“ von Sony, sind es vor allem Videokassetten im Format U-matic und U-matic S (Small). U-matic-Formate können heute nur noch mit speziellen Abspielgeräten gesichtet werden, die nicht mehr produziert werden. Insofern konnte zunächst nur ausgehend von den Beschriftungen auf Inhalte rückgeschlossen werden. Laut diesen handelt es sich bei dem Bestand sowohl um Masterbänder geschnittener, täglich produzierter Ausgaben der Video-Streik-Zeitung, als auch um Rohmaterial, sowie zum Teil Streikauswertungen, Interviews und Mitschnitte von Alltäglichem aus der Universität und den Lebensräumen der Studierenden nach Ende des Streiksemesters.
Broschüre mit Abbildung des Streikmaskottchens der UniMut-Proteste Bildquelle: FU Berlin, UA, Pub, o. Sig.
Die Medienspezifik und das Alter der Bänder bedingen einen umsichtigen Umgang mit dem Trägermaterial und eine zeitnahe, professionelle Digitalisierung. Durch die finanzielle und organisatorische Unterstützung des Digitalen Netzwerks Sammlungen der Berlin University Alliance konnten bisher insgesamt 33 Bänder im Format U-matic S an die Filmstube Berlin UG, einem externen Dienstleister zur Digitalisierung, übergeben werden. Daraus wurden 28 Bänder bis November 2025 erfolgreich digitalisiert. Fünf Bänder wiesen kein Signal auf und konnten nicht encodiert werden. Jedes Band hat eine Laufzeit von rund zwanzig Minuten, sodass nun circa 8,5 Stunden audiovisuelles Material aus studentischer Produktion vorliegt. Nach Abschluss der Digitalisierung wurden die Dateien im Schwerpunktbereich Studierendengeschichte der Freien Universität nach 1968 forschungsbegleitend in der Arbeitsstelle Universitätsgeschichte erschlossen. Das Material zeigt nicht nur Streikaktivitäten und -organisationsweisen von Studierenden, sondern greift auch deutlich in den Universitätsalltag aus: Neben dem Master der ersten Ausgabe der Video-Streik-Zeitung vom 8. Dezember 1988 finden sich dort auch Aufnahmen von offiziellen Gremien der Freien Universität, wie beispielsweise Kuratoriums- und Institutsratssitzungen, aber auch Proben von studentischen Theatergruppen und Kleinkunstabenden. Darüber hinaus umfasst es Interviews und Mitschnitte von studentischen Kongressen oder Veranstaltungen mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen; etwa des Juristen Uwe Wesel oder der Erziehungswissenschaftlerin und Politikerin Hilde Schramm.
Die Bänder sind insofern Medien von Studierenden im doppelten Sinn. Sie wurden einerseits von Studierenden verschiedener Hochschulen produziert. Dabei ist besonders die überinstitutionelle „Arbeitsgruppe Videozeitung“ im Streiksemester hervorzuheben. Andererseits liegen hiermit seltene Bewegtbilder vor. Sie erweitern nicht nur die Zeitspanne der Geschichte der Freien Universität um die bislang nicht vorrangig betrachteten 1980er- und frühen 1990er-Jahre, sondern geben vor allem auch den Blick auf Studierende als eine sonst meist flüchtige Statusgruppe der Universität, ihre Diskussionen und Orte frei. Als Quellen im Bereich der Universitätsgeschichte sind die Bänder darüber hinaus hinsichtlich ihrer Medialität interessant. Denn die Video-(Streik-)Zeitung ist nicht nur inhaltlich aufschlussreich, sondern wirft auch Fragen nach den Potenzialen audiovisueller Medien für das Methodenspektrum der Universitätsgeschichte auf. Seit den späten 1970er-Jahren und insbesondere im Umfeld studentischer Streikaktivitäten bildeten sich damals an immer mehr Hochschulen in West-Berlin und der Bundesrepublik Videogruppen. Parallel zur flächenmäßigen Verbreitung von Film- und Videotechnik in den 1980er-Jahren geht mit dem Fokus auf die Studierendengeschichte nach 1968 auch eine Methodenreflexion einher, die audiovisuelle Bewegtbilder als neuen Medien der Universitätsgeschichte adressiert.
Protestierende Studierende während der UniMut-Protestwelle 1988/89 Bildquelle: FU Berlin, UA, Foto-S, Sig. 30355 (Fotografin: Ingel Kundel-Saro)
Wenngleich das Universitätsarchiv der Freien Universität auch über filmisches Material verfügt, machen audiovisuelle Medien noch immer einen vergleichsweise kleinen Teil des Bestands aus. Eine Herausforderung im Umgang mit solch audiovisuellen Medien stellt nicht zuletzt die unklare Rechtelage dar. Insbesondere Rohmaterial oder gefilmte Gremien, deren Veröffentlichung nicht intendiert war, erfordern einen sorgfältigen Umgang mit Urheber- und Persönlichkeitsrechten. Im nächsten Schritt werden deshalb die Metadaten über die Datenbank des Universitätsarchivs veröffentlicht, sodass sie für Forschende recherchierbar sind. Eine Sichtung der Video-(Streik-)Zeitung ist vor Ort im Universitätsarchiv möglich.
Text von Lisa-Frederike Seidler | Arbeitsstelle Universitätsgeschichte
Mit Beginn des Jahres 2026 trat das Jüdische Museum Berlin der Kooperation Looted Cultural Assets (LCA) bei. Damit wächst das Netzwerk zur gemeinsamen Provenienzforschung zwischen Bibliotheken in Deutschland und Israel im zehnten Jahr ihres Bestehens auf 14 aktive Mitgliedsinstitutionen an. Insgesamt haben sich bislang 19 Einrichtungen mit ihrer wissenschaftlichen Expertise eingebracht.
Das 2016 unter anderem von der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin initiierte Forschungsnetzwerk unterstützt die Provenienzforschung zu Enteignung und Raub von Kulturgütern – vor allem in der NS-Zeit sowie, wenn möglich, auch in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Es fördert den fachlichen Austausch, bündelt Forschungsergebnisse und stellt dafür die Datenbank „Looted Cultural Assets“ bereit.
Gleichzeitig werden Forschungsergebnisse zeitnah und transparent für Interessierte aus aller Welt zugänglich gemacht. Aktuell zählt sowohl die Kooperation als auch die Forschungsdatenbank LCA zu den umfassendsten, kontinuierlichsten und erfolgreichsten Projekten in der Provenienzforschung im deutschsprachigen Raum.
Heute beinhaltet die Forschungsdatenbank LCA etwa 48.000 Provenienzhinweise sowie Informationen zu rund 16.500 Personen und Institutionen aus der deutschen Geschichte insbesondere des 20. Jahrhunderts. Sie stellt Forschungsergebnisse aus mehr als 20 aktiven und beendeten wissenschaftlichen Projekten zur Verfügung und sorgt für deren langfristige Zugänglichkeit. Die Arbeit der im Forschungsnetzwerk LCA verbundenen Bibliotheken ermöglicht Nachfahren von Opfern der Shoa und anderer nationalsozialistischer Verbrechen einen niedrigschwelligen Zugriff auf historische Informationen, bietet die Möglichkeit detaillierte Auskünfte über Forschungsergebnisse und -stände zu erfragen und zielt darauf ab, durch die Bündelung von Rückgaben geraubten Kulturguts Restitutionsverfahren zu vereinfachen. Die so verbundenen Provenienzforscher*innen leisten durch ihre Arbeit einen nachhaltigen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland und Europa sowie der Aufarbeitung der beiden deutschen Diktaturen.
Die Universitätsbibliothek sieht sich mit ihrem über zehnjährigem Engagement in der Provenienzforschung den Grundwerten der Freien Universität Berlin Veritas, Iustitia und Libertas (Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit) verpflichtet. Die systematische Untersuchung der Buchbestände und die Aufarbeitung deutscher Geschichte durch die Arbeitsstelle Provenienzforschung der Universitätsbibliothek dient nicht allein der Auseinandersetzung historischen Unrechts im Sinne der Washingtoner Erklärung vom 03.12.1998, sondern ist ein Beitrag zur gelebten Demokratie.
Ziel des Relaunchs war es, unsere Angebote klarer, verständlicher und nutzungsorientierter darzustellen. Die neue Webseite führt Sie schneller zu den gesuchten Informationen und unterstützt Sie dabei, sich intuitiv zu orientieren.
Dafür haben wir die Struktur vereinfacht: Statt gewachsener Organisationslogiken stehen nun Services und Nutzungsszenarien im Mittelpunkt. Inhalte wurden gebündelt, überarbeitet und deutlich reduziert. Die Texte sind kürzer, verständlicher und auf die Nutzung im Web ausgerichtet. Barrierearmut und Suchmaschinenoptimierung haben wir von Anfang an mit bedacht.
Die neue Webseite basiert nicht nur auf internen Überlegungen, sondern auch auf Rückmeldungen von Nutzenden. In mehreren Testphasen wurde die Navigation überprüft und gezielt angepasst.
Der Relaunch ist in enger Zusammenarbeit vieler Kolleg*innen aus der Universitätsbibliothek entstanden. Künftig sollen klare Zuständigkeiten und ein gemeinsamer Redaktionsleitfaden dafür sorgen, dass die Inhalte aktuell und konsistent bleiben.
Im Moment arbeiten wir an der Feinjustierung und der englischen Sprachversion, um die Inhalte künftig auch international zugänglich zu machen.
Die neue UB-Webseite ist der Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen: Perspektivisch sollen auch die Webseiten der Fachbibliotheken stärker vereinheitlicht werden. Die neue Webseite der Zentralbibliothek, die parallel online ging, könnte dabei als Orientierung dienen.
Wir laden Sie ein, die neuen Seite zu entdecken, und freuen uns über Feedback an kommunikation@ub.fu-berlin.de.
Wie gestalten Bibliotheken ihre Zukunft zwischen KI, Openness und Nutzerorientierung? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines dreitägigen Workshops, zu dem wir im März 2026 Kolleg*innen unserer Partnerbibliothek der University of Edinburgh in Berlin begrüßen durften.
Austausch, der verbindet Nach einer kurzfristigen Absage im Jahr 2025 (bedingt durch einen bundesweiten Flughafenstreik) konnte der Besuch nun endlich stattfinden: Zwölf Kolleg*innen aus Edinburgh arbeiteten vom 17.–19. März 2026 gemeinsam mit unserem Team an aktuellen Herausforderungen im Bibliothekskontext. Die Zusammenarbeit basiert auf einem Memorandum of Understanding (2020) und verfolgt das Ziel, durch regelmäßigen Austausch, gegenseitige Besuche und den Ansatz des „critical friend“ voneinander zu lernen und Innovationen voranzutreiben.
Impulse & zentrale Themen Den Auftakt bildeten kurze Lightning Talks mit Einblicken in zentrale Arbeitsfelder, darunter:
Research Data Management
User Experience Research
Virtual Access Assistants
Liaison-Bibliotheksarbeit
Digitale Sammlungen und Lehrunterstützung
In anschließenden World-Café-Sessions wurden zentrale Zukunftsthemen vertieft:
Künstliche Intelligenz in Bibliotheken
Inklusive und nutzerzentrierte Services
Forschungssicherheit vs. Openness Der Fokus lag dabei auf dem Austausch von Best Practices und der Entwicklung gemeinsamer Fragestellungen für die weitere Zusammenarbeit..
Von Ideen zu Zusammenarbeit Ein besonderes Ergebnis des Workshops: konkrete Ansätze für zukünftige Kooperationen – insbesondere in den Bereichen:
KI und Bibliotheksservices
Nutzungsforschung (User Experience)
Forschungsdatenmanagement
Fazit Der Workshop hat gezeigt, wie wertvoll internationaler Austausch für die Weiterentwicklung von Bibliotheken ist – fachlich wie persönlich. Die Partnerschaft mit der University of Edinburgh liefert wichtige Impulse für die Gestaltung zukunftsfähiger Bibliotheksservices.
Quelle: Erlebte Geschichte – Freie Universität Berlin Fotograf: Unbekannt
Tiger auf dem Tisch – die Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“ der Freien Universität Berlin präsentiert einen neuenThemenfilm.
Tiere fressen gerne. Und sie fressen häufig auch Dinge, die nicht zum Fressen gedacht sind. Mit den Folgen kämpfen dann die Mediziner der Kleintierklinik, die das Gefressene aufspüren und entfernen müssen, damit es den Tieren wieder gut gehen kann. Aber auch die medizinische Versorgung alternder Tiere und die Behandlung ansteckender Krankheiten gehören zum Arbeitsbereich der Veterinäre in der Kleintierklinik auf dem Campus Düppel.
Fotos: Dr. Uwe Herrmann Kürzlich durften wir im Universitätsarchiv besonderen Besuch begrüßen: Unser Präsident, Günter M. Ziegler, nahm sich Zeit, um sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Archivteams zu machen.
Im Gespräch mit den Kolleg*innen wurde deutlich, wie vielfältig die Aufgaben des Archivs sind. Hier werden nicht nur historische Dokumente bewahrt, sondern Quellen erschlossen, Bestände gesichert und Geschichte für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Archiv ist damit weit mehr als ein Aufbewahrungsort – es ist das institutionelle Gedächtnis unserer Universität.
Der Besuch ist für uns ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung. Er unterstreicht, wie bedeutend die kontinuierliche Sicherung, Erschließung und Vermittlung unserer universitären Überlieferung für die Wissenschaftskultur ist.
Wir bedanken uns herzlich für das Interesse und den Austausch – und freuen uns darauf, die Geschichte unserer Universität auch künftig lebendig zu halten.
Wenn ein Kapitel zu Ende geht, bleiben Erinnerungen – und Geschichten.
Der Abschied von der Freien Universität Berlin wird unterschiedlich erinnert und erzählt: mal feierlich und herzlich, mal improvisiert oder pandemiebedingt leise. Zwischen Anerkennung, Wertschätzung und den Herausforderungen des Moments erzählen Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen, was es heißt, nach vielen Jahren „Auf Wiedersehen“ zu sagen.
Abschied von der Freien Universität Berlin – die Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“ der Freien Universität Berlin präsentiert einen neuen Themenfilm.