Workshopreihe D4T4 L1T3R4CY

Die digitale Exploration, Analyse und Visualisierung von Daten ist längst nicht mehr nur ein Feld für Spezialistinnen und Spezialisten aus Informatik und Mathematik, sondern hat auch Einzug in die textbasierten Wissenschaften gehalten. Die Workshopreihe zu Data Literacy widmet sich in diesem Semester aktuellen Methoden und Werkzeugen zur Verarbeitung textueller Daten, wie sie in den digitalen Geisteswissenschaften vermehrt genutzt werden.

Die erste Veranstaltung findet am 28.10. statt. Im Laufe des Semesters folgen sechs weitere Termine:

Bildquelle: Center für Digitale Systeme, Universitätsbibliothek

Für Angehörige der Freien Universität sind die Workshops kostenfrei.
Wir freuen uns auf Sie!

Zur Übersicht und Anmeldung

Universitätsbibliothek startet mit Schulungsprogramm ins Wintersemester 2021/22

Diese Woche startet die Universitätsbibliothek (Garystr. 39) auch offiziell ins Wintersemester – am Dienstag, den 19. Oktober 2021 um 12:00 Uhr findet unsere erste Online-Schulung Recherchieren im Bibliotheksportal Primo statt. Anmelden können Sie sich bequem über ein Online-Formular. Als Software verwenden wir Cisco Webex (weitere Infos). Die Informationen zum Login erhalten Sie in einer separaten E-Mail, ein bis zwei Tage vor dem Kurs.

Bis Februar 2022 hat die Universitätsbibliothek über 70 Kurse terminiert, fast ausnahmslos Online-Veranstaltungen. Diese werden kostenfrei für FU-Angehörige angeboten. Auch externen Nutzerinnen und Nutzern steht das Angebot zur Verfügung.

Neben der Einführung in Primo werden folgende weitere Formate mit festen Terminen und vorheriger Anmeldung angeboten:

Daneben bieten wir wöchentlich – ohne vorherige Anmeldung – folgende Online-Formate an:

  • Evening Lecture – 15-minütige Einführungen zu verschiedenen Themen (jeden Dienstag, 17:00–17:15 Uhr)
  • Zitiersprechstunde – Beratung rund um den Umgang mit Quellen/Nachweisen in wissenschaftlichen Arbeiten (jeden Mittwoch, 16:00–17:00 Uhr)

Separat können Sie auch individuelle Einzel-Coachings vereinbaren bzw. Kurse zu weiteren Themen bei uns anfragen. Auch haben wir ein wachsendes Angebot an Online-Tutorials auf unserem YouTube-Channel (siehe Selbstlernangebote).

Das gesamte Programm lässt sich in Auswahl auch für Lehrveranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten oder Einführungsseminare integrieren. Dozentinnen und Dozenten können Inhalte und einen oder mehrere Termine direkt mit uns absprechen (E-Mail: auskunft@ub.fu-berlin.de, Tel.: (030) 838-52978).

Daneben bieten weitere FU-Bibliotheken und -Institutionen zum Semesterstart verschiedene Angebote und Einführungen an:

Informationen rund um das Serviceangebot der FU-Bibliotheken & mehr finden Sie auch bei Instagram und Twitter. Wir freuen uns auf Sie und wünschen Ihnen einen guten Start ins Wintersemester 2021/22!

Neuerungen bei Arbeitsplatzbuchung und Maskenpflicht

(See below for the English Translation)

Nach Einführung des Online-Tools a.nwesen.de können an einigen Bibliotheksstandorten (z. B. Universitätsbibliothek, Bibliothek Rechtswissenschaft) die Arbeitsplätze ohne vorherige Reservierung über die Bibliothekswebseiten genutzt werden. Dennoch besteht weiterhin die Pflicht zur Anwesenheitsdokumentation. Bitte scannen Sie hierfür den am Arbeitsplatz befindlichen QR-Code mit ihrem Handy ein und geben Ihre Kontaktdaten und Anwesenheitszeit an. Alternativ lässt sich der URL auch manuell an einem Laptop eingeben.
In separaten Arbeitsräumen befindliche Plätze (Gruppenarbeitsräume, Studienkabinen) müssen i.d.R. weiterhin über die Webseiten der Bibliotheken reserviert werden. Auch hier ist die zusätzliche Anwesenheitsdokumentation über a.nwesen.de verpflichtend. (Bildquelle: Bernd Wannenmacher)

Seit dem 9. Oktober 2021 ist eine weitere Änderung der Dritten SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Kraft getreten. Danach können in einigen Bibliotheken medizinische Masken oder FFP2-Masken am Arbeitsplatz in der abgenommen werden, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern, die 3G-Regelungen sowie die (Online-)Anwesenheitsdokumentation eingehalten werden. In allen anderen Fällen – beim Betreten oder Verlassen des Arbeitsplatzes  – gilt weiterhin die bereits kommunizierte Maskenpflicht (bei Unterschreitung des Mindestabstands genügt das Tragen einer medizinischen Maske oder FFP2-Maske). Die veränderte Verordnung ist vorerst bis zum 6. November 2021 gültig.

After the introduction of the online tool a.nwesen.de (site in German), the workspaces at some library locations (e.g. University Library, Law Library) can be used without prior reservation via the library website. Nevertheless, there is still the obligation to document attendance. To do this, please scan the QR code at your chosen workspace with your mobile phone and enter your contact details and your time of attendance. Alternatively, the URL can also be entered manually on a laptop. Spaces in separate work rooms (group work rooms, carrels) must generally continue to be reserved via the libraries‘ websites. Here, too, additional attendance documentation via a.nwesen.de is mandatory. (Image source: Bernd Wannenmacher)

Another amendment to the Third SARS-CoV-2 Infection Protection Ordinance came into force on October 9, 2021. Thereafter, medical face masks or FFP-2 masks can be removed while at your workplace in some libraries, provided that the minimum distance of 1.5 meters, the 3G regulations and the (online) attendance documentation are observed. In all other cases – when entering or leaving the workplace – the mask requirement that has already been communicated continues to apply (if the minimum distance is not reached, it is sufficient to wear a medical mask or FFP2 mask). The amended regulation is initially valid until November 6, 2021.

Erweiterte Öffnungszeiten ab 18. Oktober 2021

Sechs Bibliotheksstandorte erweitern ab dem 18.10.2021 zum Start des Wintersemesters 2021/22 ihre Öffnungszeiten.

Neben den Öffnungszeiten der Leihstellen werden auch die Servicezeiten der Lesesäle angepasst. Das bedeutet auch eine längere Nutzung der Arbeitsplätze in den Bibliotheken.

Hier gibt es einen Überblick über die neuen Öffnungszeiten:

BibliothekÖffnungszeiten ab
18. Oktober 2021
Bisherige
Öffnungszeiten
Universitätsbibliothek
(Garystr. 39)
Mo–Fr  9–20 UhrMo–Fr  10–18 Uhr
Geschichte / Kunstgeschichte
(FMI / KHI)
(Koserstr. 20)
Mo–Do  9–20 Uhr,
Fr  9–18 Uhr
Mo, Mi, Fr  10–16 Uhr,
Di und Do  10–18 Uhr
JFKI-Bibliothek
(Lansstr. 7-9)
Mo–Fr  10–17 UhrMo–Fr 10–16 Uhr
Sozialwissenschaften / Osteuropastudien
(Garystr. 55 / Ihnestr. 21)
Mo–Fr  9–19 UhrMo–Fr  10–18 Uhr
Wirtschaftswissenschaft
(Garystraße 21, Untergeschoss)
Leihstelle: Mo–Fr  9–18 Uhr
Lesesaal:  Mo–Fr  9–20 Uhr
Leihstelle: Mo–Fr  10–16 Uhr
Lesesaal:  Mo–Fr  10–18 Uhr
Botanischer Garten und Botanisches Museum
(Königin-Luise-Str. 6-8, 1. OG)
Mo – Fr 9 – 18 UhrMo – Fr 10 – 17 Uhr

Bildquelle: Fotos der genannten Fachbibliotheken

Hausrundgänge in der Philologischen Bibliothek

Zum Beginn des Wintersemesters 2021/22 bietet die Philologische Bibliothek kurze Hausrundgänge für Studierende an. Es werden Erstinformationen zur Benutzung, Arbeitsplatzbuchung und der Services vor Ort gegeben.

Unter Einhaltung der 3G-Regelungen und einer Anwesenheitsdokumentation können Interessierte morgens um 09.30 Uhr ohne Anmeldung dieses Angebot nutzen. Treffpunkt ist vor dem Eingang der Philologischen Bibliothek. Die Dauer der Rundgänge beträgt ca. 30 Minuten.

Bis zum 22.10.2021 werden diese Hausrundgänge angeboten.


Literaturnobelpreis 2021 geht an Abdulrazak Gurnah

Nachdem im letzten Jahr die US-amerikanische Dichterin Louise Glück siegreich war, hat die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm erneut einen Überraschungskandidaten gekürt. Der Literaturnobelpreis des Jahres 2021 geht an den aus Tansania stammenden und in Großbritannien lebenden Schriftsteller Abdulrazak Gurnah „für sein kompromissloses und mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Flüchtlingsschicksals in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten“. Themen in seinen bisher zehn auf Englisch veröffentlichten Romanen sind das Exil, die Entfremdung und Männlichkeit. Obwohl Gurnahs Geschichten nicht explizit autobiografisch gefärbt sind, sind sie inspiriert von seinem Leben als Emigrant im Vereinigten Königreich.

Gurnah wurde 1948 auf Sansibar geboren, das damals noch unter britischer Kolonialherrschaft stand. Der Sohn kenianischer und jemenitischer Eltern wurde von der muslimischen Kultur, den lokalen mündlichen Überlieferungen und dem Unterricht nach dem britischen Schulsystem geprägt. Im Jahr 1968 übersiedelten Gurnah und sein Bruder durch ein Touristen-Visum nach Großbritannien, nachdem in seiner Heimat jahrelang eine gewaltsame Revolution geherrscht hatte. Im Vereinigten Königreich traf Gurnah wiederum auf große Vorurteile gegenüber afrikanischen und muslimischen Einwanderern. Er studierte dort an der London University, die er 1976 mit einem Bachelor-Abschluss in der Fachrichtung Pädagogik verließ. Anfänglich hatte er Schwierigkeiten, eine Arbeitsstelle als Lehrer zu finden. Schließlich war er in Kent erfolgreich, wo er parallel Literaturwissenschaft an der dortigen Hochschule studierte. Nach einem Universitätsposten in Nigeria (1980–1982), kehrte Gurnah nach England zurück, schloss seine Doktorarbeit ab und lehrte an der University of Kent, wo er als Professor für postkoloniale Literatur tätig war. Seit 2006 ist er Mitglied der britischen Royal Society of Literature.

Im Jahr 1987 veröffentlichte Gurnah mit Memory of Departure seinen ersten Roman, der in Ostafrika angesiedelt ist. Die folgenden Werke Pilgrim’s Way (1988, dt.: Schwarz auf weiß) und Dottie (1990) hatten Rassismus gegenüber dem Immigranten-Milieu zum Thema. Bis ins Jahr 2020 hat Gurnah neben zahlreichen Kurzgeschichten sieben weitere Romane veröffentlicht, zuletzt Afterlives (2020). Sein Roman Paradise (dt. Das verlorene Paradies), der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutsch-Ostafrika spielt und von einem Kindersklaven erzählt wird, gelangte 1994 auf die Shortlist des renommierten britischen Booker Prize. Parallel wirkte Gurnah bei der Zeitschrift Wasafiri sowie als Herausgeber einiger Bände der Essays on African Writing und des Cambridge Companion to Salman Rushdie (2007) mit. Wiederholt veröffentlichte er auch Artikel über postkoloniale Autoren und Buchrezensionen in angesehenen Medien wie Guardian oder Times Literary Supplement.

Weitere Literatur von/über Abdulrazak Gurnah im Bibliotheksportal Primo

Die Preisübergabe an die Nobel-Laureaten erfolgt alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels. Eines eint Vorjahressiegerin Glück und Gurnah – auch die Bücher des Literaturnobelpreisträgers von 2021 sind bei Bekanntgabe im deutschen Buchhandel vergriffen. Noch …

Quellen:

  • Text: Jenny Ludwig: Abdulrazak Gurnah. In: Contemporary Literary Criticism, hrgs. von Lawrence J. Trudeau, Vol. 368, Gale, 2015. (Zugriff am 7. Oktober 2021 via Gale Literature Resource Center)
  • Bild: PalFest via Wikimedia Commons (Lizenz CC-BY-2.0)

Neue Scanzelte in vier Bibliotheken

(See below for the English Translation)

Die Freie Universität Berlin hat sich in ihrer Erklärung zum Klimanotstand aus dem Jahr 2019 das Ziel gesetzt, bis 2025 klimaneutral zu sein. Auch die Bibliotheken unterstützten das nachhaltige Forschen, Lehren und Studieren.

Eine Idee ist, Druck- und Kopiergeräte zu reduzieren und durch bessere Scanmöglichkeiten zu ersetzen. Dazu startet mit dem Beginn des Wintersemesters ein Pilotprojekt: In der Campusbibliothek, der Philologischen Bibliothek, der Bibliothek Rechtswissenschaft und der Bibliothek für Sozialwissenschaften und Osteuropastudien stehen ab dem 11. Oktober jeweils ein Scanzelt bereit.

Die Nutzung ist kostenlos, die Handhabung intuitiv:
Beliebige Scan-App installieren und öffnen – Smartphone auf und Buch oder Dokumente in das Scanzelt legen – Scannen nach App-Anweisung – fertig.
Mit dem Zelt lassen sich Formate bis zu einer Größe von A3 scannen.

Wenn die Zelte sich als verlässlich erweisen und gut genutzt werden, ist die Anschaffung von zusätzlichen Scanzelten in weiteren Bibliotheken der Freien Universität angedacht. Daher ist uns Ihr Feedback sehr wichtig! Bitte nehmen Sie sich nach der erstmaligen Nutzung zwei Minuten Zeit für eine kurze Rückmeldung. Der Link findet sich gleich neben den Scanzelten.
Wir sind gespannt!

Bildquelle: S. Wawrzyniak, Campusbibliothek, Freie Universität Berlin

In its Declaration on the Climate Emergency from 2019, Freie Universität Berlin set a goal of attaining climate neutrality by 2025. In this sense, the libraries support sustainable research, teaching, and studying.

One idea is to reduce the number of printers and copiers and replace them with better scanning facilities. A corresponding pilot project is set to begin at the beginning of the winter semester: A scan-tent will be available from October 11th in the Campus Library, the Philological Library, the Law Library and the Library for Social Sciences and Eastern European Studies.

Using it is intuitive and free of charge: Install and open any document-scanner app – Position the medium in the scan-tent, place the smartphone on top of the tent – Scan according to the app-instructions – Done.

The tent can scan document formats up to A3.

If the tents prove to be reliable and are utilized often, the purchase of additional scan-tents in other libraries at Freie Universität will be considered. Therefore, your feedback is very important to us! After using the tent for the first time, please take two minutes to give a short acknowledgement. You can find the link right next to the scan-tents.

Thank you. We look forward to your feedback!

Picture: S. Wawrzyniak, Campusbibliothek, Freie Universität Berlin

„Lost in Dissertation?“ – Online-Veranstaltungsreihe für Promovierende

Das Netzwerk Informationskompetenz Berlin/Brandenburg bietet vom 4. bis 8. Oktober 2021 wieder eine Veranstaltungsreihe für Doktorandinnen und Doktoranden an. Pandemiebedingt findet diese im Workshop-Format über die Online-Plattform Cisco Webex statt. Unter dem Titel „Lost in Dissertation?“ werden an zehn Terminen Aspekte rund um die Erstellung und Veröffentlichung einer Doktorarbeit beleuchtet, unter anderem:

  • Wie definiere ich effektiv meine Ziele und verwalte Literatur?
  • Wie misst man die Qualität wissenschaftlicher Publikationen?
  • Was sind Forschungsdaten, wie recherchiert und publiziert man sie?
  • Wie kann ich Open-Access-Publizieren? Wie finanziere ich das und wie sieht der rechtliche Hintergrund aus?

Durch die Themen führen Expertinnen und Experten der Freien Universität, Humboldt Universität, Technischen Universität und der Staatsbibliothek. Details entnehmen Sie bitte dem Flyer zur Veranstaltungsreihe (PDF-Datei, 432 KiB).

Die Zugangslinks zu den einzelnen Veranstaltungen sind mittlerweile online gestellt worden.

Das Verbundprojekt „Digitales Netzwerk Sammlungen“ der Berlin University Alliance

Viele Fächer an der Universität benötigen Sammlungen, mit denen gelehrt und mit deren Hilfe geforscht werden kann. Die Medizin zum Beispiel, die Präparate und Instrumente braucht; die Archäologie, die sich mit der materiellen Kultur der Vergangenheit beschäftigt. Oder die Botanik, deren Gewächshäuser und Schaugärten von der Öffentlichkeit oft gar nicht als Universitätssammlungen wahrgenommen werden. Universitätssammlungen veranschaulichen wissenschaftliche Arbeits- und Erkenntnisprozesse und sind auch Teil des kulturellen Erbes. Die Berliner Universitäten wollen sie als Ressourcen für Forschung, Lehre und Gesellschaft öffnen.
Etwa 90 Sammlungen sind an den Universitäten Berlins bekannt, die Zahl ihrer Objekte kann man derzeit nicht einmal schätzen. Thematisch zeigen sie eine beeindruckende Spannbreite des wissenschaftlichen Interesses: Von der Abguss-Sammlung Antiker Plastik der Freien Universität Berlin über das Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin und die Mineralogische Sammlung der Technischen Universität bis zur Zahnmedizinhistorischen Sammlung am Medizinhistorischen Museum der Charité. Die bewegte Berliner Zeitgeschichte führte auch dazu, dass ganze Sammlungen oder Teile davon zwischen den Universitäten ausgetauscht wurden oder in andere Museen wanderten.

Sammlungen als Wissensressourcen besser nutzen
Seit Oktober 2020 erarbeitet das Projekt Digitales Netzwerk Universitätssammlungen der Berlin University Alliance eine Machbarkeitsstudie mit dem Ziel, die Sammlungen der drei Berliner Universitäten und der Charité als Wissensressource besser nutzen zu können und für die Öffentlichkeit leichter zugänglich zu machen. Das von der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität und dem Medizinhistorischen Museums der Charité gemeinsam betriebene Projekt will „technische Methoden und Infrastrukturen empfehlen, mit denen sich die Sammlungen bestmöglich erschließen und vernetzen lassen. Wir haben auch vor, modulare IT- Prototypen zu entwickeln, welche die Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzergruppen erfüllen,“ so Yong-Mi Rauch, kommissarische Sammlungsbeauftragte an der Humboldt-Universität und eine der drei Projektleitungen. Im Moment führen Franziska Hormuth und Michael Müller vom Projektteam deshalb Fallstudien durch, um herauszufinden, was für Forschung und Lehre, für Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit gebraucht wird: Was sind die ersten Schritte bei Sammlungen, die bis jetzt noch gar nicht elektronisch erfasst sind? Was ist notwendig, damit man die Provenienzgeschichte von Objekten nachvollziehen kann? Wie kann man bereits bestehende fachspezifische Datenbanken so vernetzen, dass auch Forschende anderer Disziplinen finden, was sie suchen? Welche Software-Anwendungen für die Lehre oder für Ausstellungen könnten eingebunden werden?

QR-Codes für Abgüsse
Die Abguss-Sammlung Antiker Plastik der Freien Universität, die zu den vier größten Abguss-Sammlungen in Deutschland gehört, ist einer dieser exemplarischen Fälle. „Bis heute betreibt man an den Abgüssen wissenschaftliche Skulpturenforschung und vermittelt Kenntnisse, die sonst nur an den Originalen zu lehren sind, zum Beispiel die Datierung von Skulpturen anhand ihrer Gewandfalten“, sagt Lorenz Winkler-Horaček, klassischer Archäologe und Kustos der Sammlung. „Darüber hinaus werden die Abgüsse aber jetzt sehr viel offener für die Wissensvermittlung genutzt als früher.“ Für die Studierenden bedeutet die Abguss-Sammlung ebenso berufsbezogene Praxis: Sie können Ausstellungen oder Kataloge produzieren – und immer mehr Inhalte für Social Media oder virtuelle Rundgänge. Über die Datenbank Arachne, die vom Deutschen Archäologischen Institut und dem Archäologischen Institut der Universität zu Köln betrieben wird, sind bereits alle 2.100 Sammlungsobjekte online mit Fotos abrufbar. In Zusammenarbeit mit dem Projekt Digitales Netzwerk Universitätssammlungen entstehen weitere Tools für digitale Ausstellungen und virtuelle Rundgänge, die die Sammlung um ein Vielfaches sichtbarer werden lassen könnten, so Lorenz Winkler-Horaček. Auch eine Verbindung aus digitaler und realer Ausstellung könnte er sich vorstellen, zum Beispiel Abgüsse mit QR-Codes versehen, über die Studierende und Besucherinnen und Besucher zusätzliche Informationen finden könnten, individuell gefiltert nach Wissensstand und Thema.
Weitere Informationen

Bild: Farbige Experimente in der Abguss-Sammlung Antiker Plastik.
Quelle: Abguss-Sammlung Antiker Plastik/David Außerhofer


Autorin: Dr. Stefanie Klamm

Newsletter „UBtoDate“ – Ausgabe 2 erschienen!

UBtoDate – der Newsletter der Universitätsbibliothek – ist soeben versandt worden. Er erscheint drei Mal im Jahr, informiert über unsere Services und Aktivitäten und gibt Einblicke in die Bibliotheken, das Universitätsarchiv und die CeDiS-Services. So spiegelt er unser Zusammenwachsen im Rahmen eines Organisationsentwicklungsprojekts wider.

Dieses Mal sind spannende Themen dabei wie z.B. der Instagram-Start, Nachhaltigkeit und internationale Kooperationen mit Una-Europa-Partneruniversitäten.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen, Stöbern und Schauen!

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