Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission für 2018

Jedes Jahr verabschiedet die Europäische Kommission einen Aktionsplan für die nächsten zwölf Monate. Das Arbeitsprogramm der Kommission informiert die Bürger, ihre institutionellen Partner und ihre Mitarbeiter darüber, wie sie ihre politischen Prioritäten in konkrete Maßnahmen umsetzen wird. Im Allgemeinen wird das Arbeitsprogramm im Oktober verabschiedet. Das Arbeitsprogramm 2018 ist das vierte, das von der Juncker-Kommission seit ihrem Amtsantritt 2014 vorgestellt wird. Die To-Do-Liste für 2018 umfasst 26 Schlüsselinitiativen zur Fertigstellung der zehn vorrangigen Bereiche der Kommission vor Ablauf ihres Mandats (Factsheet, in Englisch).

Die Kommission nennt außerdem 66 in den letzten zwei Jahren vorrangig anhängige Vorschläge, bei denen eine rasche Annahme durch das Parlament und den Rat erforderlich ist (Factsheet, in Englisch). Das Arbeitsprogramm umfasst eine Initiative zu fairer Besteuerung in der digitalen Wirtschaft, ein soziales Fairness-Paket und einen Vorschlag zur Verbesserung der EU-Lebensmittelversorgungskette. Die Kommission wird auch einen Vorschlag für den künftigen mehrjährigen Finanzrahmen vorlegen und eine effizientere Rechtsgebung im Binnenmarkt sowie mehr Effizienz und Kohärenz bei der Umsetzung der gemeinsamen Außenpolitik vorschlagen. Wichtige Dokumente zum Arbeitsprogramm 2018 sind in Englisch, Französisch und Deutsch verfügbar.

Noch mehr Informationen zur EU bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

Kostenfreies „Graphikportal“ gestartet

Neu im Datenbank-Infosystem (DBIS) nachgewiesen ist das in diesem Monat online gegangene, kostenfreie Graphikportal.

Das Graphikportal präsentiert erstmals die Bestände graphischer Sammlungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Italien auf einer gemeinsamen Online-Plattform und stellt diese für die wissenschaftliche Recherche zur Verfügung. Gegenwärtig sind mehr als 300.000 digitalisierte Werke kostenfrei abrufbar, darunter Objekte von Albrecht Dürer, Max Liebermann, Adolph von Menzel, Rembrandt oder Henri de Toulouse-Lautrec. Bevorzugte Sammlungsbestände sind Handzeichnungen, Malerei auf Papier (inklusive Inkunabeln) sowie sämtliche druckgraphisch hergestellte Werke. Im Graphikportal finden sich auch Illustrationen aus anatomischen Lehrbüchern, Scheibenrisse oder Entwürfe für Monogramme. Künstlerische Fotografie wird aufgrund der Vielfalt der Bestände zunächst ausgeschlossen.

Derzeit vernetzt sind die Bestände aus 24 Sammlungen zahlreicher Institutionen, darunter die Kupferstichkabinette von Berlin und Dresden, die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig, die Universitätsbibliotheken von Frankfurt/Main und Heidelberg, die Albertina in Wien, die Herzog August-Bibliothek in Wolfenbüttel sowie die ETH Zürich. Das Graphikportal wird vom Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg betrieben, einer Einrichtung der Philipps-Universität Marburg.

Zwei kritische Stimmen zum neuen Online-Portal haben sich bereits eingefunden, nachzulesen in den Blogs von Archivalia (Klaus Graf) und arthistoricum.net (Georg Schelbert, HU Berlin).

Neue freie Datenbank: Repensando Guernica

Neu in das Datenbank-Infosystem (DBIS) aufgenommen wurde die kostenfreie Datenbank Repensando Guernica.

Die Datenbank enthält die Ergebnisse eines Forschungsprojektes am Museum „Reina Sofía“ in Madrid. In diesem Projekt wurden Materialien gesammelt, die mit Pablo Picassos Gemälde „Guernica“ in Verbindung stehen. Zu den enthaltenen Materialien zählen u.a. Korrespondenzen zwischen Institutionen, Zeitungsartikel, Fotografien sowie interne Museumsdokumente. Insgesamt werden in der Datenbank ca. 2000 Dokumente/Digitalisate zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus wird ein hochauflösendes Digitalisat von „Guernica“ angeboten. Das Gemälde kann unter der Einwirkung von ultraviolettem und infrarotem Licht betrachtet werden.
Ein Download der enthaltenen Materialien ist nicht möglich.

Von chinesischen Büchertapeten und Stolperfallen

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Dieses Sprichwort ist recht zutreffend für die neu eröffnete  Tianjin Binhai Library in der Volksrepublik China, über die wir hier im Blog auch vor ein paar Wochen berichteten. Wie das Schweizer Nachrichtenportal „watson“ vor einigten Tagen mitteilte, ist das futuristisch anmutende Atrium nur auf dem ersten Blick bis zur Decke mit Büchern gefüllt – tatsächlich handelt es sich größtenteils „nur“ um Fotowände mit Einbandmotiven. Die wenigen Bücher, die bislang dort untergebracht waren, würden nun in andere Bereiche verlegt. Viele Smartphone-affine Besucher hätten zudem Probleme mit den runden Formen der Treppenstufen,  die zum Stolpern einladen würden. Das hindert dennoch Interessierte nicht daran, die Bibliothek in der Nähe von Peking zu besuchen – pro Wochenende werden ca. 15.000 Besucher gezählt!

Gesehen via Vöbblog

Neues Online-Zeitzeugenarchiv zum Holocaust

193px-Auschwitz-birkenau-main_trackAb sofort ist in den Räumen der Universitätsbibliothek die Datenbank Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies kostenfrei nutzbar.

Die Freie Universität Berlin bietet deutschlandweit als erste Einrichtung Zugriff auf die Datenbank der Yale University mit ca. 4500 Video-Interviews mit Überlebenden des Holocaust an. Die Online-Ressource ist allerdings nicht über das Campusnetz, sondern „nur“ über den Multimediaraum (118 G) in der Universitätsbibliothek nutzbar. Der Raum kann im Vorfeld für FU-Angehörige kostenfrei reserviert werden (Infos zur Raumbuchung).

Das Fortunoff Video Archive enthält Zeitzeugen-Interviews mit einer Gesamtdauer von über 12.000 Stunden und in 22 Sprachen. Die Interviewten berichten über das Überleben im Versteck und in den Konzentrations- und Vernichtungslagern sowie über ihre Erfahrungen als Widerstandskämpfer und Befreier. Die in den Videos verwendete Interviewmethode legt besonderen Wert darauf, dass die Überlebenden ihre Erzählung selbst strukturieren können. So werden die Interviewten als Experten und Expertinnen ihrer eigenen Lebensgeschichte verstanden. Die Datenbank gilt als Wegbereiter der videografierten Oral History und ein Vorläufer des bekannteren Visual History Archive (VHA), das die FU Berlin ebenfalls lizenziert hat.

Die Rercherche nach den Video-Interviews erfolgt etwas umständlich in Orbis, dem Online-Katalog der Yale University. Hierfür muss im Suchschlitz das Kürzel „hvt“ (= Holocaust Video Testimony) möglichen Suchbegriffen vorangestellt werden (s. in DBIS hinterlegte Anleitungen). Bei erstmaliger Nutzung ist eine kostenfreie Registrierung beim Anbieter erforderlich. Die Bereitstellung der Videos kann bis zu 72 Stunden in Anspruch nehmen!

Weitere Zeitzeugen-Archive online im Überblick

Bild: Auschwitz II – Birkenau – Eingangstor und Hauptgleis (Fotograf: C.Puisney, Lizenz: CC-BY-SA-3.0/GFDL, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Auschwitz-birkenau-main_track.jpg)

Phantom-Fachartikel fast 400 Mal zitiert

„If something looks fishy, it probably IS fishy!” (dt. „Wenn etwas faul aussieht, ist es wahrscheinlich faul!“), resümiert die Wissenschaftlerin Anne-Wil Harzing (Middlesex University) in ihrem im Oktober erschienenen Blog-Artikel „The mystery of the phantom reference“. Nur durch Zufall kam ein Kollege von ihr einem nie geschriebenen Fachartikel auf die Spur, der allerdings laut dem Web of Science 398 Mal zitiert worden war:

Van der Geer, J., Hanraads, J.A.J., Lupton, R.A., 2000. The art of writing a scientific article. J Sci. Commun. 163 (2) 51-59. [The journal name can also be found with its full title Journal of Science Communications]

Der Standard fasst die Ergebnisse in einem Artikel auch nochmal auf Deutsch zusammen.
Du bist dir selbst unsicher bei der Recherche nach qualitativ hochwertigen Quellen? Dann sichere dir einen Platz in unserem Kurs Qualitätskriterien für die Literaturauswahl (Donnerstag, 18. Januar 2018, 10-11:30 Uhr) in der Universitätsbibliothek!

Online-Magazin „EUobserver“ im Test

Bis zum 17. Dezember 2017 kann über das FU-Campusnetz kostenfrei auf die Premium-Inhalte des EUobserver zugegriffen werden.

Der EUobserver ist eine gemeinnützige, unabhängige Online-Zeitschrift, die im Jahr 2000 in Brüssel gegründet wurde. Sie veröffentlicht täglich Nachrichtenartikel, exklusive Analysen, Interviews, Untersuchungen und Meinungsartikel zum Themenbereich Europäische Union und den EU-Mitgliedsstaaten, überwiegend in englischer Sprache. EUobserver bezeichnet sich selbst als einziges EU-fokussiertes Medium, dass grenzübergreifenden sowie investigativen Journalismus anbietet. Das Journalisten-Netzwerk erstreckt sich über derzeit alle 28 Mitgliedsstaaten sowie deren Nachbarländer.

Das Nachrichtenmagazin gilt als redaktionell unabhängig, hat sich der Munich Declaration of the Duties and Rights of Journalists angeschlossen und finanziert sich durch Werbung, der Lizenzierung von kostenpflichtigen Premium-Inhalten und Fördermitteln. Leserschaft und Abdeckung werden mit der von Financial Times und EURACTIV.com gleichgesetzt. Mehrere unabhängige Umfragen bescheinigen dem EUobserver ein einflussreiches Medium für EU-Angelegenheiten für Journalisten in Brüssel zu sein. In Österreich zogen das Bundesverwaltungsgericht und der Asylgerichtshof den Informationsdienst oft als Quelle für ihre Entscheidungen heran. Kooperationen bestehen u. a. mit Huffington Post (Deutschland), Gazeta Wyborzca (Polen), Der Standard (Österreich), Publico (Portugal), Dennik N (Slowakei) und Vox Europe (Europa).

Sie möchten die Datenbank über das Testende hinaus nutzen? Dann lassen Sie uns einfach Ihre Bewertung zukommen!

Neue freie Datenbank zu den Nürnberger Prozessen

Neu in das Datenbank-Infosystem der FU Berlin aufgenommen wurde das kostenfreie Nuremberg Trials Project.

Das Nuremberg Trials Project der Harvard Law School Library ist eine Open-Access-Datenbank, die über 10.000 Dokumente (Stand: 11/2017) der Harvard Law School Library zu den Nürnberger Prozessen (1945-49) zur Verfügung stellt. Bei den Dokumenten handelt es sich u.a. um Prozessprotokolle, Beweisdokumente, Anklageschriften sowie Eröffnungs- und Schlusserklärungen. Die Sammlung ist vorrangig textbasiert, enthält allerdings auch über 200 digitalisierte Fotografien. Die Dokumente können im PDF-Format heruntergeladen werden.

Offiziell übersetzte Dokumente der UN

Die Amtssprachen der Vereinten Nationen sind Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch. Damit die wichtigsten Dokumente wie

  • die Resolutionen und Beschlüsse der Generalversammlung
  • die Resolutionen und Beschlüsse des Sicherheitsrats
  • der Jahresbericht des Generalsekretärs

auch in Deutsch vorliegen, gibt es den Deutschen Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen. Dieser arbeitet bereits seit 1975 und wird durch die deutschsprachigen Länder finanziert.

Neben den bereits genannten dauerhaft zu übersetzenden Dokumenten und Veröffentlichungen, die das Kernmandat darstellen, erstellt der Übersetzungsdienst beispielsweise auch den Bericht über die Ziele für nachhaltige Entwicklung 2017 in deutscher Sprache.

Auf der Webseite des Übersetzungsdienstes findet sich zudem auch ein Zugriffspunkt zu der mehrsprachigen Terminologie-Datenbank UNTERM. In der wiederum integriert ist die Terminologie-Datenbank DETERM. In dieser finden sich neben den Namen von Organen und Organisationen des UN-Systems auch die deutschsprachigen Bezeichnungen weiterer zwischenstaatlicher und nichtstaatlicher Organisationen, Konferenz- und Vertragsnamen, Resolutionsformeln, Titel, Abkürzungen und vieles mehr.

Noch mehr Informationen zur UN bekommen Sie in unserem Dokumentationszentrum UN-EU.

 

Konferenz „Wissensorganisation ’17“ vom 30. November bis zum 1. Dezember 2017


Vom 30. November bis zum 1. Dezember 2017 findet die Konferenz Wissensorganisation ’17 auf dem Dahlemer Campus im Seminarzentrum, L 115 statt.

„Wissensorganisation“ ist der Name einer Reihe von  Konferenzen/Workshops, die in zweijährigen Abständen von der deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Wissensorganisation (ISKO) organisiert werden.

Ziel der diesjährigen Konferenz ist es, die Möglichkeiten der in den Digital Humanities entwickelten Werkzeuge und Methoden zu diskutieren und was sie für die Wissensorganisation bieten können.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Registrierung ist notwendig.
Das Programm und den Link zur Registrierung finden Sie unter: http://isko-de.org/konferenzen/wissensorganisation17/