Neu im Buchregal: „Bibliotheken im Web 2.0 Zeitalter“

Ob Blogs, Podcasting oder Wikis – Bibliotheken machen schon lange nicht mehr Halt vor Web 2.0-Anwendungen. Einen aktuellen Überblick über Einsatzmöglichkeiten und Trends gibt Ronald – nicht Roland! – Kaiser in seinem, in der Reihe „B.I.T. online innovativ“ als Bd. 20 erschienenen, gut lesbaren Bändchen „Bibliotheken im Web 2.0 Zeitalter“. Die einzelnen Schwerpunktthemen  (Blogs, Web-Feed usw.) werden jeweils durch ein Experteninterview abgerundet, so dass die Praxisanbindung nicht zu kurz kommt. Den Abschluss bildet eine Beispielsammlung von innovativen (Bibliothek 2.0-tauglichen) Projekten und Konzepten, wie etwa dem „Media Browser“ (kennt man inzwischen aus Elektrofachmärkten) oder Info-Displays in Bibliotheken.

Das Buch mit der Signatur 88/2009/20579 geht gerade in der UB durch den Geschäftsgang … und ist aktuell bereits vorgemerkt …

Buchtipp: Sind Bibliothekare farblos, verstaubt, verschroben?

„Bibliothekare sind literarische Halbedelsteine, die sich für Kronjuwelen halten“.

So zitiert Elisabeth von Lochner den Schriftsteller Hans-Hermann Kesten (1900–1996) in der Einleitung zu ihrer Masterarbeit von 2008 an der HU Berlin.
Farblos, verstaubt, verschroben: Fiktion oder Realität : Die Fremdcharakterisierung des Bibliothekars im Kontrast zur Selbstkonzeption – so heißt der genaue Titel.

Bibliothekspersonal wird auch heute noch gerne mit geradezu klassisch zu nennenden und immer wieder reproduzierten Klischees, die in der Öffentlichkeit über diesen Beruf existieren, konfrontiert. Brille, Dutt, Bürokrat/in usw. – kennen wir ja!

Und auch die Bibliothek selbst – Tod und Verwesung als Metapher für archivierte Schriften längst verstorbener Schriftsteller, Wissenschaftler, Dichter und Abenteurer. Literarische Friedhöfe sozusagen!
Die Masterarbeit versucht herauszufinden, woran es liegt, dass die traditionellen Klischees kinematographisch und literarisch immer wieder bedient werden.

Denn das Selbstverständnis von BibliothekarInnen sieht schon lange anders aus – hin zum Dienstleister, Information Broker und Multimediaspezialisten.

Schöne digitale Welt: die e-Ausleihe mit VöBB24

Sagen wir mal – es ist Sonntag Nachmittag und es regnet. Sie könnten ein Buch lesen oder ein Hörbuch hören oder ein Video schauen … aber die Bibliotheken haben zu. Was nun?
Die Berliner Stadtbüchereien bieten mittlerweile knapp 10.000 Medien als e-Ausleihe an. Der Dienst heisst VöBB24 und ist rund um die Uhr im Internet erreichbar. Anders als bei den e-Büchern der FU, auf die FU-Angehörige ja jederzeit (sofern es nicht zu viele gleichzeitig tun) zugreifen können, muss hier ein Medium „richtig“ ausgeliehen werden. Bücher z. B. darf man 7 Tage auf dem eigenen Computer benutzen, danach lässt sich die Datei nicht mehr öffnen und kann gelöscht werden. Das Buch gilt als zurückgegeben und steht dem nächsten Nutzer zur Verfügung. Schauen Sie doch mal, was es bei VöBB24 so alles gibt. Ein Video erklärt das Handling.

Berliner Bibliothekswissenschaftliches Kolloquium (BBK)

Hier mal ein Hinweis für das bibliothekarische Fachpublikum: das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) bietet immer dienstags das Berliner Bibliothekswissenschaftliche Kolloquium (BBK) an, zu der auch die Fachöffentlichkeit herzlich eingeladen ist.
Die Themen dieser Vortragsreihe kommen aus den Arbeitsgebieten am Institut und thematisieren darüber hinausgehend ein breites Spektrum bibliothekswissenschaftlicher Fragestellungen, bibliothekspraktischer Entwicklungen sowie Aspekte der bibliotheksbezogenen Ausbildungs- bzw. Studiengänge.

Die Reihe startet am 21.4. 2009 um 18 Uhr mit einem Vortrag von Sandra Wiedemann (Moses Mendelssohn Zentrum, Potsdam) zu dem Thema: Vergangenheitsbewältigung in deutschen Bibliotheken : vom Umgang mit geraubten Büchern aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Die Veranstaltungen finden in der Dorotheenstr. 26, 10117 Berlin, Raum 122 statt.

Talking with Stella

Wer ist Stella? Stella ist ein Chatbot, eine virtuelle Auskunftsberaterin. Sie wird von der SUB Hamburg seit 2004 eingesetzt und soll Einsteigern und Studienanfängern den Einstieg in die Literaturrecherche vermitteln.
Dazu greifen Chatbots auf eine vorgefertigte Datenbank mit Antworten und Erkennungsmustern zurück.

Wie so ein Dialog mal nicht so Klasse läuft (und ehrlicherweise mit einer Maschine im Hintergrund auch nicht laufen kann) beschreibt ein bereits etwas älteres Posting im netbib.weblog. Unterhaltsam!

Klaus G. Saur – Festschrift ehrt den Ruheständler

Er gilt als eine der erfolgreichsten und zugleich schillerndsten Persönlichkeiten der ansonsten wenig schillernden Szene wissenschaftlicher Verlage: Klaus G. Saur, geboren 1941 in Pullach. Saur, Sohn des durch seine NS-Vergangenheit schwer belasteten Karl-Otto Saur, gelang es ab Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts aus dem kleinen väterlichen mittelständischen Unternehmen mit Sitz in München binnen weniger Jahre einen Wissenschaftsverlag von internationalem Rang (Umsatz im Jahr 2002 22,5 Mio. Euro) zu machen.

Saur, ein „führender internationaler Experte der modernen Wissensvermittlung“ (Munzinger online), der zuletzt zum renommierten De Gruyter Verlag gewechselt war, um als dessen Geschäftsführender Gesellschafter die K.G. Saur Verlag GmbH & Co. KG wieder aufzukaufen(!), ist am 30. September vergangenen Jahres in den Ruhestand getreten und hat den Vorsitz der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Walter de Gruyter an Sven Fund abgegeben.

Der De Gruyter Verlag legt nun die Festschrift „Klaus G. Saur – Die Berliner Jahre“ zu seinem Abschied vor.

Literaturverwaltungsprogramme – auch ein Aufgabengebiet für Bibliotheken?

… fragt sich Jürgen Plieninger, Leiter der Institutsbibliothek Politikwissenschaft an der Universität Tübingen, in einem interessanten Vortrag, auf den das netbib weblog kürzlich hinwies. Die Frage wird von ihm übrigens eindeutig bejaht.

Auch in der FU gibt es seit Jahren verschiedene Initiativen in dieser Hinsicht, etwa regelmäßige gezielte Benutzerschulungen seitens der UB zum kostenpflichtigen Literaturverwaltungsprogramm „Endnote“ oder die Möglichkeit das etwas abgespeckte „Endnote Web“ online im FU-Netz für die persönliche oder kooperative Literaturverwaltung einzusetzen (zugänglich über das „Web of Science“ via Digitale Bibliothek der FU Berlin).

Andere Marktführer wie „Citavi“ (das auch in einer kostenlosen Light-Version angeboten wird) oder „Refworks“ sind des öfteren in Augenschein genommen worden, ohne dass sich bisher eines dieser Produkte als campusweite Lizenzsoftware durchsetzen konnte. Vielleicht liegt dies auch an den sehr beliebten kostenlosen Web 2.0-Werkzeugen zum Verwalten von Literatur wie „Zotero“ (Firefox Browser-PlugIn) oder „BibSonomy“.

Die UB wird diesen „Markt“ weiterhin beobachten. Und natürlich wären wir interessiert an Ihren Wünschen und Vorstellungen hinsichtlich der Versorgung mit Literaturverwaltungssoftware im FU-Campus!

P.S. Eine gute Marktübersicht für die aktuellen lizenzpflichtigen und freien Softwarelösungen bietet der Wikipedia-Artikel „Comparison of reference management software“.

Subito versendet ab dem 1. April 2009 Kopien wieder als E-Mail

Eine gute Nachricht für alle, die Geld für eine schnelle Dokumentlieferung ausgeben können und wollen: 😀

„subito hat mit der VG Wort und der VG Kunst und Bild einen Vertrag zur Abgeltung urheberrechtlicher Ansprüche für den Direktversand von Kopien abgeschlossen. Das Kernelement sind die Regelungen für die Lieferung von Ausatzkopien als PDF-Datei im Anhang einer Email.
Der Vertrag umfasst alle subito Kundengruppen. Für jede Kundengruppe wurde eine Tantieme festgelegt. Die Tantieme wird dem Benutzer in Rechnung gestellt. Es findet eine Verrechnung der Tantieme zwischen subito und der VG Wort statt. Somit werden die rechtlichen Ansprüche der Urheber abgegolten.“ (Zitat: subito)

Die Lieferung von Dateien war nach dem neuen Urheberrecht umstritten und deswegen mehr oder weniger eingestellt worden. Mehr zur neuen Regelung direkt bei subito.

Ausstellung: Geraubt – die Bücher der Berliner Juden

Die Ausstellung „Geraubt. Die Bücher der Berliner Juden“ im Foyer der Berliner Stadtbibliothek präsentiert Bücher aus dem Zugang „J“ und weiteres Raubgut aus Magazin und Depot. Nach 65 Jahren Benutzung werden die Bücher der Öffentlichkeit gezeigt. Die Ausstellung ist noch bis zum 18. April 2009 im Haus der Haus Berliner Stadtbibliothek (Breite Str. 32 – 34, 10178 Berlin-Mitte, Sa 10-19 u. Mo-Fr 10-21 Uhr) zu sehen.

Bibliotheksmuseum in der Stabi Unter den Linden geplant

Das Berliner Architekturbüro Astrid Bornheim mit dko Architekten hat den Wettbewerb zur Einrichtung des Bibliotheksmuseums im Haus unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin gewonnen.

Mit einem Finanzvolumen von 1,25 Millionen Euro werden drei Ausstellungsbereiche eingerichtet: In der Dauerausstellung wird die Geschichte der Staatsbibliothek zu Berlin und ihrer Vorgängerinstitutionen von 1661 bis heute dargestellt. In der „Schatzkammer“ werden Raritäten aus den reichen Beständen der Bibliothek präsentiert. Mit wechselnden Ausstellungen werden aktuelle Themen behandelt.

Eine Ausstellung mit den Entwürfen zum Architekturwettbewerb ist in der Staatsbibliothek im Haus Potsdamer Straße bis zum 9. April zu sehen.