Der Betrieb des „Dokumentationszentrums UN – EU“ wird eingestellt. Die entsprechende Literatur bleibt im Bestand und ist weiterhin zugänglich.
Informationsveranstaltung zu den „Innovative Training Networks“ der EU am 19. September 2017 an der Freien Universität Berlin:
TeilnehmerInnen sollen über das Förderprogramm „Innovative Training Networks“ informiert und in den Stand versetzt werden, einen Antrag zu stellen und ihre Erfolgschancen einzuschätzen.
Das Förderprogramm „Innovative Training Networks“ wird in den Kontext der EU-Förderung eingeordnet und in seinen Einzelheiten vorgestellt. Neben den Zielen und Fördermodalitäten stehen auch die Begutachtung sowie der Aufbau des Antrags im Vordergrund.
Ein Wissenschaftler der FU wird von seinen Erfahrungen mit der Antragstellung und Beteiligung an einem ITN berichten.
Die Veranstaltung richtet sich an: Mitarbeiter/innen und Forschende der Freien Universität Berlin
19. September 2017
9:00 – 12:00 Uhr
Freie Universität Berlin – Holzlaube, Fabeckstr. 25-27, 14195 Berlin
Raum 2.2059
Ansprechpartner: Dr. Thomas Weitner, Forschungsförderung und -information, E-Mail-Adresse: thomas.weitner@fu-berlin.de
Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat die sechs nominierten Romane, die sogenannten „Shortlist“, für den Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Erst seit 2005 verliehen, gilt die mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Auszeichnung als deutsche Antwort auf den französischen Prix Goncourt oder den britischen Booker Prize.
Aus 20 mach‘ 6
Die Jury um Sprecherin Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk), Silke Behl (Radio Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung berlin), Maria Gazzetti (Casa di Goethe, Rom), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker, Berlin) und Lothar Schröder (Rheinische Post) haben insgesamt 200 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2016 und dem 12. September 2017 erschienen sind. Nachdem sie im letzten Monat die „Longlist“ mit 20 Titeln präsentierten, wetteifern nur noch sechs Autoren – vier Deutsche und zwei Österreicher – um die Auszeichnung:
Der ausgebildete Buchhändler und versierte Lyriker Gerhard Falkner stellt in seinem zweiten Roman Romeo oder Julia (in Erwerbung) einen Schriftsteller in den Mittelpunkt, der mit seltsamen Geschehnissen konfrontiert wird – jemand dringt in sein Hotelzimmer in Innsbruck ein, nimmt ein Schaumbad und hinterlässt absichtlich Spuren. In Madrid wird eine tote Frau vor seinem Zimmerfenster gefunden. Der Grund scheint in der Vergangenheit des Autors zu liegen.
Der Österreicher Franzobel nimmt sich in Das Floß der Medusader wahren Geschichte einer französischen Fregatte an, die 1816 an der westafrikanischen Küste auf Grund läuft. Für 147 Überlebende wird ein Floß gebaut, das den Kontakt zu den Rettungsbooten verliert und manövrierunfähig zwei Wochen auf dem Ozean treibt. Aus der Sicht des Küchenjungen Victor wird vom Überlebenskampf berichtet – nur 15 Menschen entkommen dem Tod auf dem Meer. Die Tragödie führte zu einem Regierungsskandal und inspirierte auch mehrere Künstler. Bekanntestes Werk ist das großformatige Louvre-Gemälde Le Radeau de la Méduse von Théodore Géricault (1819).
Der studierte Naturwissenschaftler Thomas Lehr hat vor seiner Autorenkarriere bis 1999 als EDV-Spezialist für unser Bibliothekssystem gearbeitet und im Sommersemester 2011 die Heiner Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU übertragen bekommen. Sein Roman Schlafende Sonne (in Bearbeitung) spannt den Bogen vom Ersten Weltkrieg bis ins Berlin des Jahres 2011 und wird zu den stilistisch anspruchsvollsten Kandidaten gezählt. Im Mittelpunkt stehen historische Katastrophen und die privaten Verwicklungen dreier Menschen.
Robert Menasses Satire Die Hauptstadt (in Erwerbung) wird von der Kritik als weltweit erster EU-Roman betitelt (vgl. Zeit Online). Beamte der Kulturabteilung sollen das Image der EU-Kommission zu deren Geburtstag aufpolieren und setzen auf ein „Big Jubilee Project“-Event mit KZ-Überlebenden in Auschwitz. Die Lebensgeschichten der handelnden Personen führen in sechs EU-Länder mit eingebauten Krimi-Plot.
Marion Poschmann schickt in ihrem leichten Roman Die Kieferninseln (in Erwerbung) ihre Hauptfigur, einen Privatdozenten und betrogenen Ehemann, auf eine Pilgerreise nach Japan. Doch bevor diese Reise beginnt, trifft er auf einen suizidalen japanischen Studenten.
Einzige Debütantin im Feld ist die in Russland geborene Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann. In Außer sich (vormerkbar) folgt die Hausautorin des Maxim Gorki Theaters einem Zwillingspaar, das erst in einer kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der Postsowjetjahre und dann in einem Asylbewerberheim in der westdeutschen Provinz aufwächst. Salzmann hat für ihr Romandebüt zuvor den mit 15.000 Euro dotieren Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung gewonnen. Die Jury würdigte das Werk als „gewagte wie gelungene Gratwanderung zwischen kulturellen und geschlechtlichen Identitäten“ und als „ein facettenreiches Generationspanorama von der Sowjetunion im 20. Jahrhundert bis ins Europa der Gegenwart“.
Alle Romane verbinden laut Jury ein „Kühnes Denken“ und die „Idee Europa“: „Allen gemeinsam ist das Bewusstsein, dass ernsthaftes literarisches Tun immer auch ein Brechen mit herrschenden Ordnungen im Sprechen, Denken und Fühlen bedeutet. Thematisch ist es die Frage danach, wer ‚wir‘ sind und wer ‚wir‘ sein wollen, die viele der Texte zusammenhält – womit auch Europa auf den Plan kommt“, so Katja Gasser in der offiziellen Pressemitteilung (PDF-Datei). Nicht auf die Shortlist schaffte es u. a. die frühere FU-Studentin Julia Wolf (Walter Nowak bleibt liegen), Sven Regener mit der Wiederauferstehung seines Kulthelden Herrn Lehmann (Wiener Straße) sowie der von vielen Kritikern favorisierte Ingo Schulze mit seiner Kapitalismus-Komödie Peter Holtz.
Die sechs Finalisten im Überblick (UPDATE: 22.09.17 – verfügbare Titel sind verlinkt und mehrheitlich in der Philologischen Bibliothek vorhanden):
Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag, September 2017)
Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp, September 2017)
Die Preisverleihung findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am 9. Oktober 2017 im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.
Zwar ist die kostenfreie App mit Artikelanfängen seit 2014 passé, aber über detektor.fm lassen sich nach und nach kostenfrei Auszüge aus den nominierten Romanen anhören (auch als App verfügbar). Wer nicht darauf warten will, findet auf der Webseite des Buchpreises unter den jeweiligen Romanprofilen alle bereits freigeschalteten Hörproben (zwischen 8-11 Minuten lang).
Nachdem wir Ende Juli schon darüber berichtet hatten, dass eine Dokumentarfilm über das Bibliothekswesen bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig gezeigt wird, hat diese am letzten Festivaltag auch einen Preis erhalten. Ex Libris – The New York Public Library des US-Amerikaners Frederick Wiseman gewann den FIPRESCI-Preis der gleichnamigen internationalen Filmkritikervereinigung für den besten Wettbewerbsfilm (vgl. fipresci.org). Damit stach Wiseman zumindest aus Sicht der Kritiker so bekannte Autorenfilmer und Hollywood-Größen wie Alexander Payne (Downsizing), Darren Aronofsky (Mother!), George Clooney (Suburbicon), Guillermo del Toro (The Shape Of Water), Abdellatif Kechiche (Mektoub, My Love: Canto Uno) oder auch den chinesischen Künstler und Menschenrechtler Ai Weiwei (Human Flow) aus. Den Goldenen Löwen der Wettbewerbsjury um Annette Bening erhielt dagegen der Spielfilm The Shape of Water (vgl. labiennale.org)
Steinerner Löwe vor dem Haupteingang der New York Public Library an der Fifth Avenue
Über drei Stunden lang blickt der Dokumentarfilm auf die New York Public Library und ihre insgesamt 92 Zweigstellen. Bibliotheken werden als ein Ort der Wissensvermittlung dargestellt, in deren Zentrum die Mitarbeiter und Besucher stehen. Ohne direkte Interviews oder Kommentare dokumentiert der Film die innere Struktur der Bibliothek, fängt beispielsweise die Querelen um knappe Bibliotheksetats, die Antizipation digitaler Trends, Vorträge über das Thema Sklaverei, eine Buchpräsentation von Elvis Costello oder Jobkurse mit Krankenhelfern und Feuerwehrmännern ein. Porträtiert wird sowohl die Situation an Standorten in Manhattan, als auch in weniger frequentierten Wohngegenden sowie die Situation von Zuwanderern.
Bei Ex Libris – The New York Public Library handelt es sich um die 42. Regiarbeit von Frederick Wiseman (vgl. Profil mit Trailer bei zipporah.com). Die Dreharbeiten fanden über mehrere Wochen im Jahr 2015 statt (vgl. tiff.net). Der Filmmemacher gab an, von den vielen verschiedenen Dienstleistungen überrascht gewesen zu sein, die Bibliotheken heute anbieten: „Bibliotheken von heute sind Gemeindezentren mit Schulprogrammen für Kinder und Kurse für Erwachsenenbildung in Sprachen, Staatsbürgerschaft, Wirtschaft und Computerprogrammierung geworden. Unabhängig von der aktuellen amerikanischen Politikszene bleibt die Bibliothek ein Ideal der Inklusion, Demokratie und Meinungsfreiheit.“, so Wiseman (vgl. labiennale.org). Bei der Vorstellung seines Films in Venedig gab er an, dass die Bibliothek ein „Gegengift“ zum darwinistischen Gesellschaftsbild des US-Präsidenten Donald Trump sei (vgl. tagesspiegel.de).
Lob der internationalen Filmkritik
Nach ihrer Premiere erhielt die Dokumentation im anglo-amerikanischen Raum ausnahmslos lobende Kritiken. Auf der Website Rotten Tomatoes, die Kritiken auswertet, hält der Film derzeit eine Bewertung von 100 Prozent mit einer Durchschnittswertung von 8,5 von 10 Punkten und konnte alle gelisteten Kritiker überzeugen.
Auch im deutschsprachigen Raum erhielt der Dokumentarfilm überwiegend positive Kritiken:
Michael Pekler (Der Standard) zählte den Dokumentarfilm zu den „Höhepunkten des Festivals“. Wiseman zeige die Bibliothek „nicht als Ort der Aufbewahrung von Büchern, sondern als einen der Wissensvermittlung, in dessen Zentrum die Mitarbeiter und Besucher stehen“. Der Filmemacher verzichte wie immer auf Interviews und Kommentar und vertraue „seiner scharfsinnigen Beobachtung und einer ausgefeilten Montage“.
Tim Caspar Boehme (die tageszeitung) relativierte die Laufzeit von dreieinhalb Stunden, die man dem Film kaum anmerke. Wie Pekler merkte er an, dass sich Bibliotheken „in erster Linie als Orte verstehen, an denen Leute mit Bildung ermächtigt werden sollen, heute vor allem über das Internet“, und nicht nur als „Lagerhäuser für Bücher“. Wiseman wechsle „dabei unmerklich zwischen nüchtern abgefilmten Veranstaltungen und atmosphärischen Einstellungen, ohne seinen Gegenstand zweckfrei für schöne Motive auszuschlachten“, so Boehme.
Laut Andreas Borcholte (Spiegel Online) beweise der Regisseur trotz seines hohen Alters „noch ein Gespür für den aktuellen politischen Zeitgeist“, indem der Film „vor allem die Belange der afroamerikanischen Gemeinde New Yorks“ betone. Wiseman „spektakulär nüchterner Showcase“ sei im Wettbewerb von Venedig „das wohltuend rationale Gegenstück“ zur „Mother!-Hysterie“ seines Landsmanns Darren Aronofsky.
Etwas kritischer sah Susanne Ostwald (Neue Zürcher Zeitung) den Film. Sie bemerkte reiche Eindrücke, Ex Libris summiere sich jedoch „zu einer etwas distanzlosen Werbeaktion im Dienst der guten Sache“.
Mit dem Fair Play Cinema Award gewann Wiseman einen weiteren Preis, noch vor Ai Weiweis Dokumentarfilm Human Flow (vgl. labiennale.org).
Der Autor spendete diesen Text gleichzeitig der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia
Der Betrieb des „Dokumentationszentrums UN – EU“ wird eingestellt. Die entsprechende Literatur bleibt im Bestand und ist weiterhin zugänglich.
Mit dem Weißbuch zur Zukunft Europas hat Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, eine breite Diskussion über unsere gemeinsame Zukunft als Europäerinnen und Europäer angestoßen: Was ist uns die Europäische Union wert, welche Erwartungen tragen wir an sie heran, welche Mittel soll sie haben?
Die jährliche Rede des Präsidenten zur Lage der Europäischen Union am Mittwoch, 13. September im Europäischen Parlament in Straßburg ist Anlass, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen, sowohl von Seiten der Kommission als auch des Europäischen Parlaments und um die
wesentlichen Vorhaben für das kommende Amtsjahr zu benennen.
Die Vertretung der Europäischen Kommission und das Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland laden Sie ein, die Liveübertragung der Rede und der anschließenden Debatte im Europäischen Parlament in ihren Räumlichkeiten mitzuerleben:
8:30 Uhr: Einlass – Kaffee und Croissants
8:50 Uhr: Einleitung durch den Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, Richard Nikolaus Kühnel
9:00 – 11:00 Uhr: Liveübertragung der Rede des Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker sowie der anschließenden Debatte im Europäischen Parlament. (Die Reden werden im Originalton übertragen. Es werden Kopfhörer zur Verfügung stehen, um die Reden durchgehend auf Deutsch verfolgen zu können.)
Veranstaltungsort: Europäisches Haus – Unter den Linden 78, 10117 Berlin
Bitte melden Sie sich bis zum 09. September 2017 an.
Kommt jemandem bei der Nennung Afghanistans Bibliotheken in den Sinn? Die US-amerikanische Bibliothekswissenschaftlerin Rebecca L. Miller arbeitet seit 2012 in dem Land, u. a. war sie als Bibliotheksdirektorin für die American University of Afghanistan (AUAF) tätig. 2016 hat sie eine Bestandsaufnahme der afghanischen Bibliothekslandschaft (sowohl öffentliche als auch wissenschaftliche Bibliotheken) veröffentlicht – das deutschsprachige Blog BII Stories zitiert Umfragen aus der 33-seitigen Studie und verlinkt auf den Volltext.
Das Bibliotheksportal Primo ist seit kurzem um einen neuen Suchraum erweitert worden. Nach Semesterlisten und Universitätsbibliographie (vgl. Meldung vom 12. Juni 2017) ist der Menüpunkt Datenbanken ergänzt worden.
Der neue Suchraum enthält bibliografische Nachweise zu über 1900 Datenbanken, die aus dem FU-eigenen Datenbank-Infosystem (DBIS) gespeist werden. Waren seit jeher die lizenzpflichtigen Ressourcen in Primo aufzufinden (inkl. Nationallizenzen gegenwärtig über 900 Datenbanken), bestand kein Nachweis von freien Ressourcen oder Testdatenbanken (gegenwärtig ebenfalls über 900 Titel). Mit dem neuen Menüpunkt ist diese Lücke endlich geschlossen und wir hoffen auf mehr Sichtbarkeit für diese Datenbanken, die auch bei der Recherche hilfreich sein können.
Alternativer Weg über den DBIS-Link in der „Details“-Anzeige (orange eingefärbt)
Die Arbeiten bei den Datenbanken sind noch nicht abgeschlossen. Bei einigen Einträgen kann es passieren, dass ein Klick auf die Schaltfläche „Online-Ressource“ eine Fehlermeldung verursacht, anstatt direkt auf die Datenbankoberfläche weiterzuleiten. Wir sind bemüht, diesen Fehler bis zum kommenden Wintersemester zu bereinigen. Wer auf einen solchen Titel stößt, kann auf die Schaltfläche „Details“ ausweichen und dem Link zum „Zugang über das Datenbank Infosystem (DBIS)“ folgen.
In der Primo-Ergebnisliste gibt es Filtermöglichkeiten nach Thema, Fachgebiet (nach Dewey-Dezimalklassifikation – DDC), Datenbanktyp und Lizenz („frei im Web“, „Campusnetz“, „Nationallizenz“, „Campusnetz – befristeter Test“).
Die Vereinbarung mit Frontiers wurde angepasst, so dass FU Autorinnen und Autoren auch zukünftig die Möglichkeit haben, rabattiert zu publizieren. Diese Artikelgebühren werden dann, sofern sie 2000,00 Euro incl. MwSt. nicht überschreiten, von der Freien Universität finanziert.
Der Betrieb des „Dokumentationszentrums UN – EU“ wird eingestellt. Die entsprechende Literatur bleibt im Bestand und ist weiterhin zugänglich.
Der Altiero Spinelli Preis belohnt hervorragende Beiträge, die die Gründungswerte, Geschichte, Handlungsweise und die entscheidenden Vorteile der EU, den Bürgern vermitteln und helfen, einer breiten Öffentlichkeit die EU verständlich zu machen und Vertrauen in die EU schaffen.
Preisgeld:
sechs 1. Preise: 50.000 EURO
sechs 2. Preise: 30.000 EUR
zehn 3. Preise: 17.000 EUR
Wer kann sich bewerben:
Bewerben können sich Einzelpersonen oder Personengruppen (natürliche Personen). Die Einzelpersonen (oder der Gruppenleiter, im Falle von Gruppen) müssen mindestens einen Masterabschluss haben und zum Zeitpunkt der Bewerbung mit einer akademischen Forschungseinrichtung, einer z.B. zivilgesellschaftlichen Organisation, einer Firma oder einer anderen Rechtsform verbunden sein, die in einem EU-Mitgliedstaat ansässig ist. Zu den berechtigten Teilnehmern gehören Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, Journalisten und alle anderen Akteure, die klar artikulieren können für was Europa heute und morgen steht und warum sich die europäischen Bürger trotz der Unvollkommenheiten „in Europa verlieben“ sollten.
Deadlines:
Registrierung und Absichtserklärung für eine Bewerbung: 16. August 2017
Heute wurden in Rom die Wettbewerbsfilme für die vom 30. August bis 9. September stattfindenden 74. Internationalen Filmfestspiele von Venedig bekanntgegeben. Unter den Anwärtern auf den Goldenen Löwen, den Hauptpreis des Filmfestivals, befinden sich so bekannte Autorenfilmer und Hollywood-Größen wie die bereits vielfach prämierten Alexander Payne (Downsizing), Darren Aronofsky (mother!), George Clooney (Suburbicon), Guillermo del Toro (The Shape Of Water), Abdellatif Kechiche (Mektoub, My Love: Canto Uno) oder auch der chinesische Künstler und Menschenrechtler Ai Weiwei (Human Flow). Aber auch ein „kleiner“ Dokumentarfilm über das Bibliothekswesen darf sich Hoffnungen auf eine Auszeichnung der Wettbewerbsjury unter Leitung der US-amerikanischen Schauspielerin Annette Bening machen – Ex Libris – New York Public Library von Frederick Wiseman erhielt ebenfalls eine Einladung (vgl. Artikel bei screendaily.com).
Frederick Wiseman im Jahr 2005
Wiseman, geboren 1930 in Boston, zählt zu den wichtigsten amerikanischen Vertretern des sogenannten „Direct Cinema“, einer Form des Dokumentarfilms, die Anfang der 1960er-Jahre in den USA entstand. Seit 1967 hat der letztjährige Ehrenoscar-Preisträger über 40 Filme gedreht. Als unabhängiger Filmemacher hat er sich nie für den Markt interessiert. Seine zum Teil sozialkritischen Dokumentarfilme die u. a. um Nervenheilanstalten, High Schools, das American Ballet Theatre oder zuletzt um die National Gallery in London kreisten, vergleicht er selbst mit Theaterstücken, Romanen oder Gedichten (vgl. Biografie bei Munzinger Online). Was liegt da näher, als seinen neuesten Dokumentarfilm in der Bibliothekslandschaft spielen zu lassen? Auf der Webseite von Wisemans Filmgesellschaft Zipporah Films, ist nachzulesen, dass er bei Ex Libris – New York Public Library einen Blick hinter die Kulissen des öffentlichen Bibliothekssystems in New York wagt. „Die NYPL ist gesegnet mit gleichmäßig leidenschaftlichen Mitarbeitern und zutiefst hingebungsvollen, dankbaren Bibliophilen und Nutznießern in ihren 92 Zweigstellen. Der Film zeigt einen ehrwürdigen Ort des Willkommens, kulturellen Austausches und der intellektuellen Kreativität.“, so die offizielle Beschreibung. Laut einem älteren Artikel des Branchendiensts Indiewire soll auch der Spagat zwischen der Aufrechterhaltung traditioneller bibliothekarischer Dienstleistungen auf der einen und die Anpassung an den digitalen Wandel auf der anderen Seite thematisiert werden.
Wie auch immer das Abenteuer in Venedig für Frederick Wiseman ausgeht, wir dürfen auf Ex Libris – New York Public Library gespannt sein – und auf einen deutschen Kinostart hoffen. Mit einer angekündigten Länge von 197 Minuten (der längste Film im Wettbewerb!) dürfte das für die hiesigen Verleiher eine große Herausforderung darstellen ?.
Diese lebendige Kunstinstallation aus Holz, Metall, Plastik bzw. Nylon und anderen Polyamiden ist wettertechnisch hoffentlich nur noch bis morgen Mittag vor dem Lesesaal der Universitätsbibliothek zu besichtigen ?.
Auf das der Sommer bald wieder zu uns zurückfindet (und sich der vorläufige Berliner Wetterbericht zum Wochenende bewahrheitet)!