Dieter Kunzelmann im Universitätsarchiv: Ein Blick auf das Leben eines kontroversen Aktivisten

Das Universitätsarchiv hat kürzlich den Nachlass von Dieter Kunzelmann erschlossen und der Forschung zugänglich gemacht. Der Nachlass des linksradikalen Politikaktivisten umfasst heute insgesamt 27 laufende Regalmeter. Diese Sammlung gewährt einen einzigartigen Einblick in ein bewegtes Leben, das von politischen Kämpfen, Provokationen und oft auch von rechtlichen Konflikten geprägt war.

Ein Leben im Kampf für politische Veränderung

Dieter Kunzelmann war Mitbegründer und Aktivist der berühmten Kommune I und Mitglied des Zentralrats der umherschweifenden Haschrebellen sowie der terroristischen Gruppierung Tupamaros West-Berlin. Er soll an dem antisemitisch motivierten Anschlag auf das jüdische Gemeindehaus am 9. November 1969 beteiligt gewesen sein, was er selbst jedoch vehement abgestritten hat. In der linksradikalen Zeitung Agit 883 veröffentlichte er einen „Brief aus Amman“, in dem er zur Solidarität mit der Fatah aufruft und vom „Judenknax“ schreibt.

Immer wieder geriet er mit dem Gesetz in Konflikt und verbüßte nach einer Zeit im Berliner Untergrund eine mehrjährige Haftstrafe. Als Freigänger ließ er sich – ohne Mitglied zu sein – als Kandidat für die Kommunistische Partei Deutschlands/ Aufbauorganisation (KPD-AO) in Berlin für die Wahl zum West-Berliner Abgeordnetenhaus aufstellen. Von 1983 bis 1985 war er im Zuge des damaligen Rotationsverfahrens Abgeordneter der Alternativen Liste Berlin. In den 1990er Jahren machte Dieter Kunzelmann durch verschiedene Aktionen – u.a. Eierwürfe auf Politiker, wie beispielsweise auf Eberhard Diepgen – von sich reden.

Kunzelmanns politisches Engagement und sein Kampf gegen das Establishment zogen ihn immer wieder in Konflikt mit den Behörden. Nach einer Zeit im Berliner Untergrund verbüßte er eine mehrjährige Haftstrafe und wurde als Freigänger für die Kommunistische Partei Deutschlands/ Aufbaustruktur (KPD-AO) in Berlin für die Wahl zum Abgeordnetenhaus aufgestellt. Während seiner Zeit als Abgeordneter der Alternativen Liste Berlin von 1983 bis 1985 war er eine der markantesten Figuren der politischen Szene West-Berlins.

Der Nachlass: Ein Schatz an Informationen

Der Nachlass von Dieter Kunzelmann, der nun der Forschung zur Verfügung steht, ist ein wahres Archiv seines Lebens. Von privaten Tagebüchern über Korrespondenzen bis hin zu Materialien aus den politischen Kämpfen der 1960er und 1970er Jahre – der Nachlass enthält eine Vielzahl an Dokumenten, die einen Einblick in Kunzelmanns Lebensweg und die ihn interessierenden Themen gewähren. Besonders umfangreich ist das Material zu seiner Zeit als Abgeordneter der Alternativen Liste. In der Sammlung finden sich zudem zahlreiche Presseartikel, die über ihn und seine Aktivitäten berichten, sowie Fotomaterial aus den 1970er Jahren, das Kundgebungen und Demonstrationen dokumentiert.

Ein besonderer Fund im Nachlass ist das Material von Fritz Teufel, einem weiteren prominenten Mitglied der Kommune I und der APO. Diese zu einem Nachlass Fritz Teufel zugeordneten Unterlagen beinhalten unter anderem Korrespondenz mit Personen aus Teufels persönlichem Umfeld sowie ein „Knastkalender“ aus seiner Gefängniszeit zwischen 1975 und 1977.

Vom Chaos zur Ordnung: Die Archivarbeit

Der Nachlass von Dieter Kunzelmann war ursprünglich unstrukturiert und ungeordnet: Stehordner mit irreführenden Aktentiteln, lose Mappen und Stapel von unsortierten Blättern. Daher stand zuerst eine Autopsie an, um den Nachlass systematisch erschließen zu können. So wurden unzählige Presseausschnitte nach politischen Themen, Ereignissen und Personen sortiert, um einen klaren Zugang zu ermöglichen. Viele lose Blätter wurden in neue Akten umgewandelt oder in die bereits vorhandenen Sammlungen integriert.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Bewertung der Archivwürdigkeit des Materials. Bücher wurden nur in Ausnahmefällen übernommen, wenn sie mit Kommentierungen von Kunzelmann versehen waren. Teile des Nachlasses – etwa persönliche Korrespondenzen, Tagebücher und private Notizen – mussten jedoch aus Datenschutzgründen vorerst gesperrt werden.

Fazit

Der Nachlass von Dieter Kunzelmann bietet einen einzigartigen Zugang zu einem umstrittenen Aktivisten der 1960er und 1970er Jahre. Er gewährt nicht nur Einblicke in die politische Szene der Zeit, sondern auch in das Leben eines Mannes, dessen Engagement in der Kommune I, der APO und darüber hinaus die politischen Diskurse seiner Zeit nachhaltig beeinflusste. Das Universitätsarchiv hat mit der Erschließung dieses Nachlasses einen wertvollen Beitrag zur politischen und historischen Forschung geleistet, der es ermöglicht, das Leben und Wirken von Dieter Kunzelmann in seiner Komplexität zu verstehen.

Der Zugang zu den Metadaten und Dokumenten des Nachlasses finden Sie hier.

Autorin: Nadine Perske

Pflanzen in Bibliotheken – mehr als nur Deko?

Natur macht glücklich. Immer mehr Pflanzen ziehen in die Büroräume von Mitarbeitenden ein. Und auch in die Bibliotheken schaffen sie es nach und nach. Bereits seit einigen Jahren gibt es in Bibliotheken die Entwicklung eher Begegnungs- und Arbeitsräume zu schaffen, als pure Ausstellungsflächen für möglichst viele Bücher und Zeitschriften zu bieten. Fortwährend werden neue Services gesucht, um die Studierenden bestmöglich zu unterstützen. Der vermutlich einfachste Service wird dabei oft nicht als solcher angesehen: Pflanzen und Sonnenlicht. Diese stellen eine Bereicherung für die Nutzenden dar und unterstützen diese unterbewusst beim Arbeiten.

Neue Erkenntnisse

Pflanzen erzeugen durch Fotosynthese fortwährend Sauerstoff und verarbeiten dafür Kohlenstoff aus der Umgebungsluft. Allerdings tun sie dies in geringen Mengen. Eine Studie aus dem Jahr 2019 ging der Annahmen auf den Grund, dass Pflanzen die Luftqualität in einem Raum verbessern können. Man fand heraus, dass die luftreinigende Wirkung von Pflanzen tatsächlich geringer ist, als man denken könnte. „Den Berechnungen der Autoren zufolge bräuchte man zehn bis 1000 Pflanzen pro Quadratmeter, um die Raumluft ähnlich gut zu reinigen, wie einmal gut durchzulüften es auch würde.“[1] Das wäre schon ein ziemlicher Bibliotheks-Dschungel.

Die positiven Effekte

Die eigentliche Superkraft von Büropflanzen liegt jedoch in einem anderen Aspekt. Laut einer Studie aus dem Jahre 2018 trägt ein biophiles Design (gemessen an  Begrünung und Sonnenlicht) zur Erhöhung der Produktivität und der Motivation der Arbeitenden bei. Es konnte eine Korrelation zwischen der Kombination aus Begrünung und Sonnenlicht und der subjektiven Wahrnehmung von Müdigkeit hergestellt werden. Pflanzen und Sonnenlicht haben also den Effekt, dass man sich weniger müde fühlt. Weiterhin zeigte die Studie bzw. das Pilotexperiment, dass die Kombination aus Grünpflanzen und Sonnenlicht sich vorteilhaft auf die Kreativität, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Nutzenden auswirkt[2]. Des Weiteren soll sich Begrünung in Innenräumen positiv auf die Motivation auswirken.[3]

In den FU Bibliotheken

Auch die Universitätsbibliothek mit ihren diversen Standorten, macht sich den ‚grünen Unterstützungsaspekt‘ zu Nutze und möchte ihren Bibliotheksnutzenden, durch moderne und ansprechende Arbeitsplätze, beim Lernen und Arbeiten unterstützen.  Ein kreatives Beispiel für Begrünung in Bibliotheken sind die grünen Raumtrenner in der Geowissenschaftlichen Bibliothek. „Das Kollegium der Geowissenschaftlichen Bibliothek am Campus Lankwitz legt großen Wert auf eine angenehme, willkommende und grüne Atmosphäre an einem engagierten Fachbereich.“[4] So hat das Team ihre Idee von fahrbaren Regalen mit Topfpflanzen bei der FUturist-Ausschreibung eingereicht und die benötigten Mittel erhalten. Seit 2024 erfreuen die grünen Raumtrenner die Bibliotheksnutzenden und tragen zusätzlich zur optischen Verschönerung und zum Lärmschutz bei. Die Regale können von der Bibliothek auch ohne die Pflanzen genutzt werden. Durch entnehmbare Böden können große Karten transportiert werden und durch Halterungen an den Seiten können auch kleine Whiteboards befestigt und an den gewünschten Ort geschoben werden. In der Bibliothek tummeln sich sogar auf den Buchregalen einige Pflanzentöpfe.

Auch in den anderen Bibliotheken der FU finden sich mittlerweile grüne Pflanzen in den Benutzungsräumen oder eine uneingeschränkte Sicht auf die Natur und, solange das Wetter es zulässt, auch auf den Sonnenschein. In neu eingerichteten Räumen, wie dem neuen Lernraum in der Fachbibliothek Nordamerikastudien, werden Pflanzen direkt mitgedacht. Teilweise haben Bibliotheken wie die Fachbibliothek Geschichts- und Kunstwissenschaften oder die Fachbibliothek Sozialwissenschaften und Osteuropastudien große Glasfronten mit einem tollen Ausblick auf die umliegende Natur.

Abschließend kann gesagt werden, dass es auch für zukünftige grüne Neuzugänge noch reichlich Platz in den Bibliotheken gibt.

Text von Lara Senst


[1] Schmucker, Denise: Raumluft verbessern: Warum es ein Mythos ist, dass Pflanzen hier helfen können. Online unter: https://utopia.de/ratgeber/raumluft-verbessern-warum-es-ein-mythos-ist-dass-pflanzen-hier-helfen-koennen_657883/ [Zugriff am 27.03.2025])

[2]      Sanchez, Julia Ayuso u.a.: Quantitative improvement in workplace performance through biophilic design: A pilot experiment case study. Energy and Buildings. 2018. Vol. 177, S. 316-328.https://doi.org/10.1016/j.enbuild.2018.07.065

[3]      Sadick, Abdul-Manan und Kamardeen, Imriyas: Enhancing employees’ performance and well-being with nature exposure embedded office workplace design. Journal of Building Engineering. 2020. Vol. 32. https://doi.org/10.1016/j.jobe.2020.101789

[4]      Freie Universität Berlin: Grüne Raumteiler in der Bibliothek Lankwitz. In: Stabsstelle Nachhaltigkeit & Energie: FUturist. Online unter: https://www.fu-berlin.de/sites/nachhaltigkeit/stabsstelle/Innovationsmanagement/Futurist/preistraeger24/raumteiler_lankwitz/index.html [Zugriff am 27.03.2025]

ABV-Modul Informationskompetenz – jetzt anmelden!

Ihnen fehlen noch ECTS-Punkte für den heiß ersehnten Uniabschluss? Oder benötigen Sie Hilfe, um die passenden Quellen für Ihre Bachelorarbeit zu finden?

Damit Sie nicht prokrastiniert nach dem Sommersemester in die vorlesungsfreie Zeit starten, hält die Universitätsbibliothek ein besonders Angebot bereit.
Das kostenfreie ABV-Ferienmodul „Informationskompetenz“ vom 01.–19. September 2025 bietet Ihne hybrid u. a. Hilfestellung bei:

🔍 Themenfindung & Recherche
🧠 Bewertung der gefundenen Quellen
📝 Unterstützung beim richtigen Zitieren
💪 Einführung in ein Literaturverwaltungprogramm
⌨️ Forschungsdaten & Verwendung von künstlicher Intelligenz

Highlights

• Eigenes Thema mitbringen
• Erlernte Inhalte direkt anwenden
• modulbegleitendes Rechercheportfolio erstellen
• Aufteilung in fachlich spezialisierte Kleingruppen in der finalen Phase

Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie 5 Leistungspunkte!

Alle Infos und die Links zur Anmeldung finden Sie unter: https://www.fu-berlin.de/sites/ub/lernangebote/abv_ik/index.html

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Neues UB-Fortbildungsprogramm für Forschende und Lehrende

Das neue Fortbildungsprogramm der Universitätsbibliothek für Forschende und Lehrende ist online. Die vielfältigen und praxisnahen Kurse im Sommersemester 2025 sind für Angehörige der Freien Universität kostenfrei.

Das Programm behandelt Themen wie:
• Künstliche Intelligenz in der Forschung: z. B. ChatGPT, KI-gestützte Text- und Bildgenerierung, KI-Recherche
• Gute wissenschaftliche Praxis & Antiplagiatssoftware
• Forschungsdatenmanagement
• Open Access
• OER (Open Educational Resources)
• Urheberrecht

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie unter: https://fu-berlin.de/ub-skillup

GreenFUBib goes Wien – „demokratisch – divers – nachhaltig“ war das Motto des österreichischen Bibliothekskongresses 2025

Die Bibliotheken Österreichs präsentierten sich vom 26.03. – 28.03.2025 im Austria Center in Wien in vielfältiger Weise auf dem 2. Österreichischen Bibliothekskongress. Das Thema Nachhaltigkeit war ein Schwerpunkt. Die Universitätsbibliothek der Freien Universität mit der Arbeitsgruppe „GreenFUBib“ nahm die Möglichkeit wahr, sich vor Ort mit wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken zu den Punkten Nachhaltigkeit, Demokratiestärkung und Diversität auszutauschen und Inspiration aus dem Nachbarland mitzunehmen.

Mit einem eingereichten Vortrag zum Thema: „Community Building im Kosmos einer großen Universität – Die Arbeitsgruppe „GreenFUBib“ im Spannungsfeld von Stabsstellen, Verwaltung, Initiativen & nachhaltigem Handeln“ referierte Janet Wagner über Handlungsfelder der Arbeitsgruppe. Im Fokus stand dazu unter anderem die Herausforderung von guter und zielorientierter Vernetzungsarbeit mit anderen Fachbereichen, Verwaltungsstellen und Initiativen an der FU Berlin. Es braucht hierfür sechs Zutaten: Engagement, Sichtbarkeit, eine Kultur im Sinne von Wissenstransfer, Leitbilder, Weiterbildungen sowie Strukturen, die nachhaltiges Handeln ermöglichen. Die Förderung von ökologischer Nachhaltigkeit wurde in zahlreichen Beispielen erörtert und bebildert. Es gab inspirierende Gespräche mit wissenschaftlichen Bibliotheken aus Österreich, die sich als „AG Nachhaltigkeit der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare“ eindrucksvoll mit einem Stand und vielen Vorträgen & Workshops präsentierten.

Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe

Ob mit oder ohne Strategie, Leitbild, Arbeitsgruppe: Auf dem Kongress war sehr spürbar, dass nachhaltiges Handeln nicht nur auf dem Papier stehen sollte, sondern es intern und extern durch die Bibliotheksbeschäftigten verstanden und gelebt werden muss. Die Österreichische Nationalbibliothek bilanziert seit 2019 Ihre CO₂-Emissionen, hat eine Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit und eine Teilzeitstelle für Nachhaltigkeit & Kommunikation. Konkrete Maßnahmen werden in einer Klimaschutz-Roadmap beschrieben und der große Schritt in Richtung Klimaneutralität wird gewagt.

Handlungsfelder wissenschaftlicher Bibliotheken, Vortrag Beate Guba, TU Wien

Beate Guba, Direktorion der TU Wien präsentierte das Projekt: „Open Urban Sustainability Hubs“ zum Thema städtische Nachhaltigkeitstransformation. Der Frage nachgehend, wie wissenschaftliche Bibliotheken mit Citizen Science Städten helfen können, Hitzeorte in der Stadt Wien wissenschaftlich zu ermitteln, um daraus Maßnahmen für Klimaanpassung und Stadtentwicklung zu veranlassen, war ein sehr spannendes und überzeugendes Konzept. Zusammen mit den Partnerstädten Delft, Tallinn und Barcelona sollte es gelingen, Bürger*innen zu ermutigen, in den eigenen Städten Forschungsdaten zu sammeln, die zudem dazu führen sollen, städtisches Zusammenleben und sozialen Zusammenhalt zu befördern. Mehr zu diesen Projekten findet sich hier.

Die Universitätsbibliothek Wien präsentierte den aktuellen Entwicklungsstand für eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie. Anna Krenn und Tanja Fabian engagieren sich in der AG Nachhaltigkeit für die Umsetzung der Strategie in 2025 und der Schaffung einer dauerhaften Stelle für Nachhaltigkeit & Kommunikation. Die Handlungsfelder Beschaffung, Dienstreisen/Mobilität, Drucker – und Papiermanagement, Veranstaltungen & Verpflegung, Digital Cleanup und nachhaltiges Datenmanagement, Bewusstseinsbildung & Kommunikation zeigen die Herausforderungen einer großen Universitätsbibliothek.

Demokratie & Diversität

Öffentliche Bibliotheken wie die Stadtbibliothek Dornbirn haben kreative und zeitgemäße Angebote für Demokratiebildung, Teilhabe und Diversität in Kinder- und Jugendliteratur. Die „Banned Book Week“, ursprünglich aus den USA kommend, zeigt aktueller denn je, wie gefährdet Literatur als kulturelles Erbe auch im Jahr 2025 ist.

Ferner gab es auf dem österreichischen Bibliothekskongress unter anderem Vorträge zu den Themen Barrierefreiheit, digitale Medienbildung und Bildungsarbeit zum Thema Diversität im ländlichen Raum. Es gab Workshop-Angebote, bei denen auch Kreativität gefragt war, z.B. bei Upcycling-Ideen alter Ringordner für die Nachnutzung in der Bibliothek. Neben dem kreativen Anfertigen gab es anregenden Austausch, denn zusammen etwas zu gestalten, befördert auf einem Kongress mehr Gespräche, als oft nur Vorträgen zu lauschen.

Workshop-Ergebnisse der Teilnehmenden zum Thema #Upcycling Ringordner, Notizblöcke

Fazit

Der diesjährige österreichische Bibliothekskongress ist seinem Motto: „demokratisch-divers-nachhaltig“ umfassend nachgekommen. Wieder einmal zeigt sich, wie sich Bibliotheken stark und sichtbar präsentieren, um als bedeutsame Akteure in der Gesellschaft wahrgenommen zu werden. Diese Zeiten sind mehr als herausfordernd, Handeln & Anpacken sind gefragt. Sich gegenseitig zu stärken und mit Bildung von Netzwerken gemeinsame Ziele zu verfolgen bleibt wichtig und wird in den Bibliotheken Österreichs gelebt. Servus Wien, es war eine Freude!

Text & Bilder: Janet Wagner, Leiterin der AG GreenFUBib

L[AI]BRARY – Neue Webseite bündelt unsere Services zur KI-gestützten Arbeit in Forschung, Lehre und Studium

Die Technologien maschinellen Lernens bieten viel Potential, um wissenschaftliches Arbeiten, Forschen und Publizieren zu unterstützen. Doch wie lässt sich der Einsatz von KI-basierten Tools mit den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis (GWP) vereinbaren? Genau hier setzen wir an.

Mit der neuen Webseite L[AI]BRARY bündeln wir unsere Angebote und machen sie für Studierende, Forschende und Lehrende der Freien Universität Berlin übersichtlicher zugänglich. Auf der Seite finden Sie Informationen zu unseren Beratungs- und Fortbildungsangeboten.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen Termin vereinbaren? Kontaktieren Sie uns gerne unter ki@ub.fu-berlin.de.

Testzugriff für „Science of Synthesis“

Die Datenbank wurde nach dem Testzeitraum nicht lizenziert.

Bis zum 30. April 2025 kann über das FU-Campusnetz die Datenbank Science of Synthesis getestet werden.

Bei der Datenbank des Thieme Verlags handelt es sich um eine völlig neu konzipierte und überarbeitete Fortführung des Standardnachschlagewerks „Houben-Weyl: Methods of molecular transformations“.

Das Hauptwerk ist abgeschlossen und umfasst 48 Bände. Auf über 48.000 Seiten werden ca. 38.000 Methoden der organischen Chemie, 240.000 Reaktionen und 800.000 Strukturen behandelt. Die ausgewertete Primärliteratur reicht bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurück.

Die elektronische Version von Science of Synthesis wird laufend mit neuen Inhalten aktualisiert und bietet eine Vielzahl von Suchmöglichkeiten: Substruktursuche, exakte Struktursuche, Reaktionssuche, Schlagwort- und Volltextsuche.

Der Beschreibungstext wurde weitestgehend dem Datenbank-Infosystem (DBIS) entnommen.

Sie möchten die Datenbank auch über den Testzeitraum hinaus nutzen? Dann lassen Sie uns gerne Ihre Bewertung zukommen!

(Bildquelle: Anbieter)

Lost in Dissertation? Virtuelle Veranstaltungsreihe für Promovierende vom 7. bis 11. April 2025

Von der Literaturverwaltung bis zur Publikation – eine Veranstaltungsreihe von FU, HU, TU und Stabi für Promovierende

Während der Promotion stellen sich viele praktische Fragen, die einerseits die Arbeitsorganisation während der Recherche- und Schreibphase betreffen, andererseits aber mit dem entscheidenden abschließenden Schritt – der Publikation – zusammenhängen.
Die Berliner Universitätsbibliotheken und die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz präsentieren im Rahmen der Veranstaltungsreihe Lost in Disseration? auf ihren jeweiligen Expertisefeldern die Themen Literaturverwaltung, Schreibprozess, Projektmanagement, Publikationsmöglichkeiten, Open Access und Forschungsdaten. So erhalten Sie einen kompakten Überblick über die wichtigsten Aspekte sowie weiterführende konkrete Informationen zu einzelnen Angeboten von FU, HU, TU und Stabi für Promovierende (siehe auch Online-Flyer zur Veranstaltungsreihe 2025).

Die Veranstaltungen werden als Online-Workshops über Webex bzw. Zoom angeboten.
Den Zugangslink finden Sie in den unten aufgeführten Einzelterminen auf den Seiten der Staatsbibliothek zu Berlin.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Virtuelle Veranstaltungen 2025

Montag, 07.04.2025

09:00–11:00 Uhr:
Master of Disaster? Strukturiert und effektiv arbeiten mit Literaturverwaltungsprogrammen

11:30–13:30 Uhr:
Promotionsvorhaben smart planen

14:30–16:30 Uhr:
Publish or Perish? Wissenschaftliches Publizieren für Promovierende

Dienstag, 08.04.2025

09:00–11:00 Uhr:
Deine Dissertation, deine Daten – Forschungsdaten managen mit den Services der Berliner Universitäten

11:30–13:30 Uhr:
Das Dissertationsexposé in den Geisteswissenschaften

14:30–16:30 Uhr:
Vertrauen ist gut – prüfen ist besser: Qualitätskriterien für wissenschaftliche Publikationen

Mittwoch, 09.04.2025

09:00–11:00 Uhr:
Licht und Schatten – Bildrechte beim wissenschaftlichen Publizieren

11:30–13:30 Uhr:
Dissertation auf Autopilot? Wissenschaftliches Schreiben mit künstlicher Intelligenz

14:30–16:30 Uhr:
Open Access – freier Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen

Donnerstag, 10.04.2025

09:00–11:00 Uhr:
Gute wissenschaftliche Praxis. Plagiate und Co. Wissenschaftliches Fehlverhalten in der Praxis

11:30–13:30 Uhr:
Un|Kritische Lektüre. Eine Anleitung zum Lesen wissenschaftlicher Texte

14:30–16:30 Uhr:
Finanzierung von Promotionsprojekten

Freitag, 11.04.2025

10:00–12:30 Uhr:
SchreibZeit – Im Team Schreibroutine entwickeln

Text und Bild sind dem Blog der Staatsbibliothek zu Berlin entnommen.
(Bildquelle: blog.sbb.berlin, SBB-PK CC BY-NC-SA 3.0)

British Online Archives: 2 Datenbanken im Test

Die Datenbanken wurden nach dem Testzeitraum nicht lizenziert.

Bis zum 15. April 2025 können über das FU-Campusnetz zwei Datenbanken des Anbieters British Online Archives getestet werden:

Reporting on Africa: From Apartheid to Pan-Africanism, 1949-1995
Colin Legum (1919-2003) war ein südafrikanischer Journalist und Autor über afrikanische Politik. Diese Sammlung umfasst ausgewählte Dokumente und Schriften aus seiner persönlichen Bibliothek. Dazu gehören Materialien über den Panafrikanismus, einschließlich der Organisation für Afrikanische Einheit sowie Artikel, die das Apartheid-Regime in Südafrika dokumentieren und angreifen, und Artikel, die sich mit afrikanischer Politik im Kontext der Entkolonialisierung und des Kalten Krieges befassen.

Zimbabwe under Colonial Rule, in Government Reports, 1897-1980
Diese Sammlung ermöglicht es, die britische Kolonialherrschaft in Simbabwe anhand offizieller Regierungsberichte zu untersuchen. Die Dokumente stammen aus dem britischen Foreign & Commonwealth Office und decken den Zeitraum von 1897 bis 1980 ab, kurz vor der Unabhängigkeit Simbabwes von Großbritannien im April 1980. Die Dokumente sind in 12 Bände unterteilt, die jeweils Berichte aus verschiedenen Regierungsabteilungen der Zeit enthalten. Behandelt werden Themen wie Finanzen, Justiz, Polizei, Buchhaltung, Landwirtschaft und Bildung.

Die Beschreibungstexte wurden den Informationsseiten des Anbieters entnommen.

Sie möchten die Datenbanken auch über den Testzeitraum hinaus nutzen? Dann lassen Sie uns gerne Ihre Bewertung zukommen!

Legal Helpdesk für Berliner Wissenschaftseinrichtungen in Vorbereitung

Im Rahmen einer dreijährigen Förderung durch die VolkswagenStiftung wird am Open Research Office Berlin ein „Legal Helpdesk“ eingerichtet. Dieser bietet Forschenden aus Berliner Wissenschafts- und Kulturerbe-Einrichtungen eine unkomplizierte Anlaufstelle für rechtliche Fragen, insbesondere zu Urheberrecht. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen den Universitätsbibliotheken der Freien Universität und der Technischen Universität Berlin und wird von Dr. Maike Neufend und Dr. Maxi Kindling geleitet.

Ziel des Projekts „Recht offen. Juristische Kompetenzen in und für die offene Wissenschaft stärken“ ist es, die rechtliche Komplexität im Bereich der offenen Forschung zu adressieren. Der steigende Bedarf an rechtlicher Beratung durch die digitale Transformation und die Förderung von Open Research führt zu einer verstärkten Wissensasymmetrie zwischen Wissenschaft und Recht. Diese soll durch den Helpdesk verringert werden, um die Weiterentwicklung von Open Research zu fördern und strukturelle Barrieren abzubauen.

In Zukunft sollen bspw. Workshops und leicht zugängliche Materialien zur Unterstützung von Forschenden bereitgestellt werden. Mittelfristig ist zudem eine strategische Interessenvertretung Berliner Einrichtungen für offene Forschung geplant. Die juristische Unterstützung war bereits 2020 eine empfohlene Maßnahme der Landesinitiative Open Research Berlin und ist ein Ziel der Berliner Open-Research-Strategie.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit NFDI4Culture und iRights.info durchgeführt und koordiniert von Dr. Georg Fischer. Die Ausschreibung für die juristische Stelle folgt in Kürze.


Der Text basiert auf einem Beitrag aus dem Open Research Blog Berlin, geschrieben von unserem Kollegen Dr. Georg Fischer.