Lust auf Zukunft und ein gutes Leben für alle!

Bildungsgerechtigkeit, Resilienz in der Klimakrise, soziale Teilhabe: Das sind einige der Themen, die auf der Konferenz: „Zukunft gerecht machen: Dialog zwischen Wissenschaft und (Bildungs-)Praxis zu Herausforderungen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit“ stattfanden. Der Verein Germanwatch e.V. lud ein, zahlreiche Vertreter*innen aus Wissenschaft, Bildung, Verwaltung und Zivilgesellschaft kamen nach Frankfurt am Main.

Ein Bericht von Janet Wagner.

Der Verein Germanwatch agiert seit Jahrzehnten umtriebig, engagiert und wirksam auf politischer, zivilgesellschaftlicher Ebene, um sozial-gerechte Lebensweisen weltweit zu unterstützen. Dazu gehört auch, vielfältige Bildungsakteure wie Schulen, Museen oder Bibliotheken noch besser zu befähigen, wie Wissen und Handlungswirksamkeit miteinander zu verknüpfen sind. Germanwatch gibt hierzu Unterstützung, Handwerkszeug und Erfahrungen an die Hand, um wirksame Arbeit zu leisten. Der Konferenzort war nicht zwischen betonierten Bankentürmen in der Mitte von Frankfurt am Main sondern das Ökohaus Frankfurt – eine wahrlich grüne Oase, wo Impulse und Inspirationen noch bessere Entfaltung finden konnten.

Wie sieht eine zukunftsfähige Welt von morgen aus?

Neben zahlreichen Gelegenheiten sich untereinander zu vernetzen, um gemeinsam an gleichen Zielen zu arbeiten hieß es: Dialog & Begegnungen schaffen. Sich untereinander bewusst zu machen, welche vulnerablen Gruppen es sind, denen eine gerechte, soziale Teilhabe fehlt. Wo Bildungsgerechtigkeit und nachhaltiges Handeln erlebt werden kann. Wo Menschen sich zusammentun, um für eine gerechte Verteilung und ein gutes & gesundes Leben für alle zu kämpfen. Die Teilnehmenden umgab das gleiche Mindset: Bildung, Teilhabe aber auch das Zuhören und die Offenheit gegenüber Andersdenkenden sind bedeutsam, um „Zukunftsfreude“ zu entwickeln, die alle so dringend brauchen.

Welche Ideen gab es für Bibliotheken?

Janet Wagner (GreenFUBib) bot im Barcamp-Format an, das Potenzial von Bibliotheken kennenzulernen und Ideen aus Sicht von Nutzenden einzubringen, wie Bibliotheken nachhaltiges Handeln lebendiger machen können. Folgende Anregungen dazu gab es:

  • Bibliotheksräume als „Community center“ zu verstehen.
  • „Skill sharing“ für Studierende anzubieten (Ich kann dir dabei helfen, dafür benötige ich Hilfe hierbei …).
  • Mehr Veranstaltungen anbieten, um Konsum-Muster aufzubrechen.
  • Mehr Angebote schaffen, damit sich auch Studierende mit Kindern in Aktivitäten einbringen können.
  • Schaffung eines „Zukunfts-Labs“: Regelmäßige Einladungen an Studierende und Universitätsangehörige, um Ideen für eine gute Zukunft zu entwickeln.
  • Bildungsgerechtigkeit zu verstehen: „Empower the people!“.

Wie entstehen positive Zukunftsbilder?

Wir schreiben das Jahr 2035. Städte und Gemeinden haben die Klimaziele erreicht. Schulen, Bildungseinrichtungen wurden und werden nachhaltig saniert. Die Verkehrswende zeigt erste Wirkungen: Saubere Luft, mehr Stadtgrün und sichere Schul- und Arbeitswege sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel …“


Wir brauchen Zukunftsvisionen, die uns leiten, um positiv in die nächsten Jahre zu blicken. Wir haben als Teilnehmende diese Story weitererzählt. Die Ideen und Ergänzungen sprudelten, es gab immer neue Gedanken. Wir brauchen Menschenfürsorge, Austausch und mutige Entscheidungsträger*innen. Wir brauchen Bildungs- und Begegnungsorte, die niederschwellig, inklusiv und konsumfrei sind, um Zukunftsideen zu entwickeln. Bibliotheken bieten hierbei viel Potenzial. Ob an Universitäten, Hochschulen oder in öffentlichen Gebäuden: Zukunfts-Labs sind eine großartige Idee. Wer hat es bereits? Dann loslegen und der Welt von einer gerechten Zukunft für alle berichten. Mehr als nur einmal, damit es ankommt.

Text: Janet Wagner

Teilweise gestörter Zugriff auf die Taylor & Francis Plattform mit den Browsern „Edge“ und „Chrome“

Seit einigen Tagen kann es zu Fehlern kommen, wenn Benutzer auf der „Taylor & Francis“ Plattform versuchen, Volltexte herunterzuladen. Dies hängt mit einem Fehler in den Versionen:
Edge
– Version 140.0.3485.66: September 11, 2025
– Version 140.0.3485.54: September 5, 2025

Google Chrome
-141.0.7390.16 10th September 140.0.7339.128

zusammen.

Der Verlag ist mit den Herstellern in engem Austausch und bittet darum, entweder in der nächsten Zeit auf andere Browser umzusteigen oder die bei „Edge“ und „Chrome“ auf automatische Updates umzusteigen, die diesen Fehler in den nächsten Tagen beheben sollen.

Hintergrund, Folgender Fehler tritt auf:
Eine Extension in „Edge“ und „Chrome“ die eigentlich den Volltext-Download erleichtern soll, sorgt dafür, dass ein und dasselbe Dokument in einer Endlosschleife versucht wird zu laden. Dies sorgt für Fehlermeldungen beim Verlag und kann bis zur automatischen Sperre der benutzten IP-Adresse führen.

19.09.2025 Team ERM

Neu: Rechercheguides für die Geowissenschaften – schnell zur passenden Literatur

Wissenschaftlich arbeiten – aber wie findet man eigentlich gute Literatur?
Die Fachbibliothek Geowissenschaften unterstützt Sie ab sofort mit einem neuen Online-Angebot: den Rechercheguides. Sie wurden speziell für die drei Institute des Fachbereichs entwickelt:
• Geologische Wissenschaften
• Geographische Wissenschaften
• Meteorologie

Warum Rechercheguides?
Ganz einfach: Damit Sie schneller, gezielter und stressfreier zur passenden Literatur kommen. Ob Hausarbeit, Abschlussarbeit oder Forschungsprojekt – der Rechercheguide ist Ihr erster digitaler Anlaufpunkt, wenn es um wissenschaftliche Quellen geht.

Was bieten die Guides?
📚 Datenbank-Links zu den wichtigsten fachrelevanten Recherchetools
🎥 Video-Tutorials, die euch Schritt für Schritt durch die Suche führen
✍️ Tipps zum Zitieren und zu weiteren Aspekten wissenschaftlichen Arbeitens
🔗 Direkteinstiege in unsere Online-Angebote und Services
Die Seiten sind übersichtlich strukturiert – inspiriert von den international etablierten LibGuides, wie sie viele Bibliotheken nutzen.

Für wen sind die Rechercheguides gedacht?
Für alle, die an den drei Instituten studieren, lehren oder forschen – und natürlich auch für alle anderen, die sich für geowissenschaftliche Themen interessieren und sich bei der Literaturrecherche besser orientieren wollen.

👉 Jetzt entdecken
Hier geht’s zu den Rechercheguides der Fachbibliothek Geowissenschaften


New: Research guides for meteorology, geography, and geology

The Earth Sciences Library now supports you with a new online service: research guides. They show you how to quickly and efficiently find scholarly literature – with databases, tutorials, and practical tips on citing sources.

Why research guides?
Quite simply: so that you can find the right literature faster, more efficiently, and with less stress. Whether you’re writing a term paper, thesis, or research project, the research guide is your first digital port of call when it comes to scientific sources.

What do the guides offer?
📚 Database links to the most important subject-relevant research tools
🎥 Video tutorials that guide you step by step through the search process
✍️ Tips on citing sources and other aspects of academic work
🔗 Direct access to our online offerings and services
The pages are clearly structured—inspired by the internationally established LibGuides used by many libraries.

Who are the research guides intended for?
For anyone who studies, teaches, or conducts research at the three institutes—and, of course, for anyone else who is interested in geoscience topics and wants to improve their literature research skills.

👉 Discover now
Click here for the research guides geography

Für eine neue Forschungskultur: Freie Universität tritt CoARA bei

Universitätsbibliothek unterstützt Umsetzung der Reform der Forschungsbewertung

Die Freie Universität Berlin ist der Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA) beigetreten – einer europaweiten Initiative für die Reform der wissenschaftlichen Leistungsbewertung. Ziel ist es, weg von eindimensionalen Metriken wie dem Journal Impact Factor zu kommen und Forschungsqualität in ihrer ganzen Vielfalt sichtbar und anerkennbar zu machen.

Mit mit Beitritt verpflichtet sich die Freie Universität, innerhalb eines Jahres einen Aktionsplan zu erarbeiten und innerhalb von fünf Jahren konkrete Reformschritte umzusetzen. Bewertet werden sollen nicht nur klassische Publikationen, sondern auch Beiträge wie Forschungsdaten, Software, Open Access-Veröffentlichungen oder gesellschaftlicher Wissenstransfer.

Wir wollen eine Forschungs- und Bewertungskultur befördern, die den Fokus auf Kreativität, Zusammenarbeit und Verantwortung legt – und damit Wissenschaftler*innen auf allen Erfahrungsstufen transparente Rahmenbedingungen und nachhaltige Karriereperspektiven eröffnet.

Professor Dr. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin


Rolle der Universitätsbibliothek
Die Universitätsbibliothek (UB) übernimmt bei der Umsetzung eine zentrale koordinierende Rolle. Als Partnerin für Open Science, Forschungsdatenmanagement und wissenschaftliches Publizieren bringt sie ihre Expertise in den Reformprozess ein. Die UB:
– unterstützt Forschende mit Beratungs- und Schulungsangeboten,
– stellt notwendige Infrastrukturen bereit und
– fördert die Entwicklung disziplinspezifischer, qualitativer Bewertungspraktiken in enger Zusammenarbeit mit Vertreter*innen des gesamten Fächerspektrums der Freien Universität.
Ein besonderer Fokus liegt auf Partizipation: Gemeinsam mit Fakultäten und Fachbereichen sollen neue, faire und transparente Bewertungsansätze entwickelt werden – praxisnah und auf die jeweiligen wissenschaftlichen Kontexte abgestimmt.

Warum ist das wichtig?
Der Beitritt zur CoARA ist ein Bekenntnis zu Offenheit, Diversität und Qualität in der Forschung. Er stärkt die Sichtbarkeit unterschiedlicher wissenschaftlicher Leistungen und unterstützt nachhaltige Karrierewege – gerade auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Reform trägt dazu bei, Fehlanreize abzubauen und die integrale Qualität wissenschaftlicher Arbeit stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Mehr Informationen:

Kontakt für Rückfragen:
Dr. Julian Vuorimäki
Universitätsbibliothek, Abteilung Forschungs- und Publikationsservices
vuorimaeki@ub.fu-berlin.de

Neuer Themenfilm in der Online-Ausstellung „Erlebte Geschichte“

Quelle: Erlebte Geschichte – Freie Universität Berlin Fotograf: Doris Tausendfreund

Die Bausubstanz vieler Gebäude der Freien Universität Berlin muss erhalten oder saniert werden. Dabei ergeben sich oft Probleme, die vorher nicht absehbar waren – wie der Verdacht auf gefährliche Materialien oder fehlende Dokumentationen wichtiger Bauelemente. Auch der Denkmalschutz kann sich als zusätzliche Herausforderung erweisen.

Keine leichte Aufgabe für die Technische Abteilung in Zeiten knapper finanzieller Mittel. In dem neuen Film der Online-Ausstellung Erlebte Geschichte erhalten Sie Einblicke in die Herausforderungen der Sanierungsfälle.

Erlebte Geschichte
Von Beginn an war die Freie Universität Berlin geprägt von Leidenschaft und dem festen Willen, einen Ort freien akademischen Austauschs zu schaffen – ohne äußere Einflussnahme. Das Ringen um den richtigen Weg war oft herausfordernd, spiegelte aber stets das große Engagement der Beteiligten wider. Sie prägten die Universität – und die Universität prägte ihr Leben.
In dem Projekt teilen sie ihre Geschichten.

Open Science in Action – Auftaktveranstaltung der Open Science Working Group an der Freien Universität

Datum: 17. Oktober 2025
Uhrzeit: 10:00–13:00 Uhr
Ort: Seminarzentrum der Freien Universität: Raum L 115, Otto-von-Simson-Str. 26


Am 17. Oktober 2025 öffnet die neu belebte Open Science Working Group an der Freien Universität erstmals ihre Türen – und lädt alle Interessierten herzlich zur Auftaktveranstaltung Open Science in Action ein.

Vielfalt der offenen Wissenschaft erleben

Die Teilnehmenden erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Kurzvorträgen, Postern und Demos, die einen Einblick in laufende Projekte und Tools aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen geben. Die Spannweite reicht von Replikationsstudien in den Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Citizen-Science-Initiativen in der Meteorologie – ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie vielfältig und praxisnah offene Wissenschaft gelebt werden kann.

Raum für Austausch und Zusammenarbeit

Neben dem fachlichen Input bietet die Veranstaltung bewusst Raum für persönliche Begegnungen, Diskussionen und Vernetzung. Ob Einsteigerin oder Open-Science-Expertin – alle sind eingeladen, sich einzubringen, Fragen zu stellen oder eigene Erfahrungen zu teilen.

Mit diesem Event startet die Open Science Working Group in eine neue Phase. Künftig wird sie regelmäßig Formate zum Austausch, zur Diskussion und zur Weiterentwicklung offener Forschungspraktiken an der Freien Universität organisieren – interdisziplinär, praxisnah und offen für alle.

Jetzt anmelden!

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten bis zum 10. Oktober 2025 per E-Mail an: 📧 open-science@fu-berlin.de

Bibliotheksschließungen im Dezember

Die Standorte der Universitätsbibliothek werden im Dezember betriebsbedingt an unterschiedlichen Tagen früher schließen oder ganztägig geschlossen haben. Alle Informationen dazu finden Sie hier im Überblick:

Dadurch kann es zu Verzögerungen bei der Bereitstellung bestellter Medien kommen. Bitte nutzen Sie an diesen Tagen alternative Standorte oder den Online-Zugriff auf elektronische Medien.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei Ihren jeweiligen Fachbibliotheken.

(Hinweis: Der Beitrag wurde am 26.11.2025 aktualisiert)


Library Closures in December 2025

Due to operational reasons, the locations of the University Library of Freie Universität Berlin will close earlier on certain days or remain closed all day in the following month. You can find all the relevant information here at a glance:

  • Campus Library
    • Closed all day on Monday, December 1.
  • Library of Social Sciences and East European Studies
    • Closed on Tuesday, December 2, from 3:00 PM
  • Philological Library
    • Closed on Wednesday, December 3, from 3:00 PM
  • Central Library
    • On Thursday, December 4, the 2nd floor will be open from 1:00 PM onwards.

This may cause delays in the provision of ordered media. Please use alternative locations or online access to electronic media on these days.

Thank you for your understanding!

Further information is available from your respective libraries.

(Editorial note: This article was updated on November 26, 2025)

Workshopreihe: „Wissenschaftliches Schreiben auf Autopilot“

Qualitativ hochwertige Texte in kürzester Zeit erstellen – mit Unterstützung von KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Perplexity.
Kann das funktionieren? Welche Prompts gibt es neben der „traditionellen“ Recherche? Wo liegen die Chancen und Herausforderungen?
Antworten auf diese Fragen gibt’s in unserem kostenfreien, dreiteiligen Online-Workshop!

Termine & Inhalte

🧠 Freitag, 22.08.2025 | 14:00–15:30
Einführung in generative Sprachmodelle
Lernen Sie die Grundlagen kennen – wie arbeiten Textgeneratoren und was sind ihre Grenzen.
👉 Weitere Informationen & Anmeldung


🌐 Freitag, 29.08.2025 | 14:00–15:30
Grundlagen des Promptens – gezielt zu weiteren Ergebnissen
Mit den richtigen Prompts verantwortungsvoll durch den KI-Dschungel navigieren.
👉 Weitere Informationen & Anmeldung


🔍 Freitag, 05.09.2025 | 14:00–15:30
Wissenschaftliche Recherche
Praktische Anwendung von Tools wie Perplexity und Semantic Scholar im akademischen Kontext.
👉 Weitere Informationen & Anmeldung

Format & Teilnahme

  • Ort: Online über Cisco Webex
  • Modular aufgebaut: Sie können einzelne Workshops besuchen oder an der ganzen Reihe teilnehmen.
  • Kostenfrei & praxisnah

Hinweis: In den Workshops erfahren Sie praxisnah, wie Sie verantwortungsvoll mit KI-basierten Tools umgehen und welche rechtlichen und ethischen Implikationen bestehen. Gemäß dem Eckpunkte-Papier der Freien Universität Berlin entscheiden die Fachbereiche, ob KI-basierte Tools für Studienaufgaben eingesetzt werden dürfen oder nicht. Das kann sich zudem von Seminar zu Seminar unterscheiden. Sprechen Sie in jedem Fall die Seminarleitung oder die Betreuung an, bevor Sie KI-Tools für Ihre Aufgaben verwenden.

Redaktionelle Anmerkung: Die Programmbeschreibung wurde nachträglich korrigiert.

Citavi Web ab sofort freigeschaltet

Die Einführung von Citavi Web für Angehörige der Freien Universität ist am 5. August 2025 erfolgt. Aufgrund technischer Abstimmungen mit dem Anbieter konnte die Software erst verspätet freigeschaltet werden.

Die Cloud-Version läuft auf jedem Betriebssystem, sei es MacOS, Windows oder Linux. Alles, was Sie dafür benötigen, ist ein aktueller Browser.

Wir bitten alle Interessierten um Verständnis und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.


Citavi Web now available

Citavi Web was introduced for members of Freie Universität on August 5, 2025. Due to technical coordination with the provider, the software was delayed in becoming available.

The cloud version runs on any operating system, whether MacOS, Windows, or Linux. All you need is an up-to-date browser.

We ask all interested parties for their understanding and apologize for any inconvenience.

Biodiversität & Umweltbildung auf Glas: Kunstbild mit affektiver Kraft am Lernort Campusbibliothek

Im Neubau der Campusbibliothek (1. Obergeschoss) blickt Kojote „Trickster“ zusammen mit einem Tagfalter schmunzelnd-interessiert auf heimische Tier- und Pflanzenarten, die es am Campus gibt. Künstlerisch festgehalten als großes Wandbild auf einer der Glasfassaden im Lesesaal, wird der Lernort Bibliothek wieder ein Stück „grüner“und schafft eine Wohlfühlatmosphäre.

Für Lernende in Bibliotheken ist es bedeutsam, Aufmerksamkeit und Konzentration durch Pausen, Bewegung aber auch durch andere optische Ablenkung zu erfahren, um effektiv den Anforderungen im Studium begegnen zu können. Echte Pflanzen schaffen dazu in der Campusbibliothek bereits eine gute Atmosphäre. Seit Ende Juni 2025 ziert nun das Kunstbild der Ethnologin und Künstlerin Lea Ebeling eindrucksvoll einen großen Teil der Glasfassade im Neubau. Es ist ein Novum für eine wissenschaftliche Bibliothek: Inspiration und Konzeption des Glaswandbildes schlägt eine wichtige Brücke zum Jahr 2024.

Die Freie Universität hat im Mai 2024 das „Jahr der Biodiversität“ ausgerufen. Schutz und Förderung der biologischen Vielfalt wurden und werden begleitet mit einer Reihe von Veranstaltungen in Studium & Lehre sowie durch Förderung von mittelfristig geförderter Projekte wie das „Living Lab – Ein Multispecies Campus für Biodiversität, Kreativität und Gesundheit“. Die aktive Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit: „GreenFUBib“ der Universitätsbibliothek erstellte das Konzept für das Fensterbild zusammen mit der Bibliotheksleitung und der Verwaltungsleitung. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Campusbibliothek wurde diesem Kunstprojekt die Finanzierung ermöglicht. Lea Ebeling kreierte unter neugierigen Blicken der Bibliotheksnutzenden und dem Bibliotheksteam das einzigartige Kunstbild. Abgebildet sind sogenannte Zielarten, die es am Campus nachweislich gibt. Ihre Habitate sind die Flächen des Blühenden Campus, die Gärten der Fachbereiche oder auch die Blätterlaube.


Kurzinterview (Fragen von Janet Wagner) mit Lea Ebeling zum Entstehungsprozess:

Wie war für dich der Prozess der Bildentstehung?

„Für ein Wandbild setze ich mich immer intensiv mit der Thematik auseinander. Für das Fensterbild in der Campusbibliothek haben wir 42 Arten ausgewählt. Um sie alle unterzubringen, habe ich mich nicht nur mit ihrem Aussehen, sondern auch mit ihren Lebensräumen beschäftigt. Die Pflanzen sind im Wandbild von links nach rechts in Pflanzen, die auf trockenen Böden wachsen, Pflanzen, die stickstoffreiche Böden bevorzugen und Frühblüher organisiert. Die Tiere habe ich grob nach Lebensräumen sortiert, z.B. unterirdisch für den Bodenquerschnitt, in der Wiese, in der Luft oder auf dem Baum. Ich habe nicht bei allen Arten vorher geplant, wo genau ich sie am Ende platziere. Das entsteht dann nach und nach im Arbeitsprozess. Da ich direkt auf das Fenster male, mache ich keine Skizzen oder Vorzeichnungen. Dadurch muss ich manchmal improvisieren und es entstehen unerwartete Dinge. Ich finde es schön, wenn etwas Ungeplantes passiert und das Kunstwerk mich überrascht.“

Wie denkst du, kann deine Kunst bei Betrachtung auf andere Menschen (in Bibliotheken) wirken?

„Persönlich liebe ich Bibliotheken. Ich mag die Ruhe und die Atmosphäre, komplett von Büchern umgeben zu sein. Man muss nur ein Buch aus dem Regal ziehen, um in eine andere Welt einzutauchen und sich neues Wissen anzueignen. Besonders moderne Bibliotheken finde ich aber manchmal etwas trist, wenn alles einfarbig grau oder weiß ist. Ich glaube, es gibt Menschen, die nicht abgelenkt werden wollen, aber ich finde es beim Lernen angenehm, wenn ich ab und zu den Blick schweifen lassen kann, während mein Gehirn eine Pause macht. Bei einer weißen Wand bleibt das Auge nirgendwo hängen und der Effekt bleibt aus. Für mich tragen Farben, Formen und ein ästhetisches Umfeld dazu bei, mich wohl zu fühlen, was ich wichtig finde, an einem Ort, an dem man sich lange aufhält. Auch Pflanzen machen den Ort lebendiger. In manchen Räumen gibt es aber keine Möglichkeit, welche aufzustellen, dann kann man sie auch malen. „

Du befasst dich mit auch mit Wissenschaftskommunikation und bist Ethnologin. Welches Wandbild bzw. künstlerische Inhalte würdest du gestalten wollen, wenn du aktuell auf die Krisen der Welt schaust? Sollte dieses Wandbild dann in einer Bibliothek stehen? Wenn ja, warum?

„In meinen Wandbildern zeige ich gerne, dass eine Welt sich aus vielen kleinen Elementen zusammensetzt, die vielleicht auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und dennoch gemeinsam ein Ganzes ergeben. Für meine Kunstwerke sammle ich daher immer ganz unterschiedliche Elemente und Perspektiven zu einem Thema, die ich dann in Beziehung zueinander setze. Das Schöne daran ist, dass man auch Dinge zeichnen kann, die normalerweise unsichtbar sind, wie etwa Erinnerungen, Gefühle, Erfundenes und Erträumtes. Dies finde ich auch für die Wissenschaft bereichernd.

In Bezug auf die multiplen Krisen unserer Zeit, finde ich es nicht nur wichtig, die Probleme zu verstehen, sondern auch Lösungen und Alternativen zu finden. Wenn man diese z. B. in einem Bild visualisiert, ist es leichter, sich kritisch mit ihnen zu beschäftigen. Ein visuelles Objekt hat außerdem eine affektive Kraft. Während meiner Forschung habe ich bemerkt, dass es Hoffnung macht, sich bessere Zukünfte vorzustellen und Hoffnung ist eine wichtige Antriebskraft für Veränderung.

Ich finde Bibliotheken sind ein wichtiger Ort, um sich mit der Zukunft zu beschäftigen, weil sie das Wissen der Vergangenheit sammeln aus dem man lernen und sich etwas Neues überlegen kann. Sie sind ein konkreter Ort der Vielfalt, weil so viele unterschiedliche Stimmen dort gesammelt sind und von jedem der sie liest, neu interpretiert werden. Sie machen Wissen außerdem für die meisten Menschen zugänglich. Es wäre spannend, ein Wandbild zu machen, das die Zukunftsvorstellungen verschiedener Menschen zusammenbringt, um zu zeigen, dass es nicht nur eine einzelne Zukunft für alle gibt, sondern viele verschiedene, die co-existieren und miteinander verwoben sind. Damit würde auch ein Zeichen für Inklusion, Toleranz und ein respektvolles Miteinander gesetzt werden und dazu einladen, die Zukunft gemeinsam zu gestalten. „


©Fotos: Lea Ebeling