Datenbanken für Osteuropastudien via Nationallizenz

Im Rahmen von Nationallizenzen kann ab sofort kostenfrei auf vier Datenbanken für Osteuropastudien zugegriffen werden.

Ukrainian Publications (UDB-UKR)

Die weltweit erste Datenbank mit Zeitungen und Zeitschriften der Ukraine (UDB-UKR) umfasst Veröffentlichungen in russischer, ukrainischer und englischer Sprache. Sie deckt ein breites Spektrum politischer, wirtschaftlicher und kultureller Angelegenheiten der Ukraine ab. Zu den Themen gehören die Reformfortschritte der Ukraine, die Sichtweise und Positionen verschiedener politischer Kräfte, Änderungen in der Gesetzgebung, die ethnischen Beziehungen und organisatorische Trends in der Entwicklung der Streitkräfte. Die Datenbank enthält auch Nachrichten, Berichte und andere Veröffentlichungen ukrainischer Nachrichtenagenturen. Ein wesentlicher und einzigartiger Teil dieser Datenbank sind die Ausgaben der Ukrainian Book Chamber, die alle in der Ukraine veröffentlichten Bücher mit einer detaillierten bibliographischen Beschreibung auflisten.

 

Krokodil Digital Archive

Die Zeitschrift „Krokodil“ wurde von 1922 bis 2008 kontinuierlich veröffentlicht und war mit einer Auflage von 6,5 Millionen Exemplaren die beliebteste Satirezeitschrift der UdSSR. Sie machte sich lustig über Religion, Alkoholismus, politische Persönlichkeiten und Ereignisse wie auch Bürokratie und exzessive zentrale Kontrolle. Die im „Krokodil“ enthaltenen Karikaturen können als Maßstab der „korrekten Parteilinie“ der Zeit herangezogen werden. In der Datenbank kann nach Personen und Organisationen gesucht werden, diese werden nicht nur in den Artikeln, sondern auch in Karikaturen und Zeichnungen gefunden.

 

Slavonic Bibles Online

Die Datenbank „Slavonic Bibles Online“ enthält Früh- und Altdrucke von Büchern in slawischen Sprachen. Bei den Digitalisaten handelt es sich um Reproduktionen von Bibeln und weiteren religiösen Büchern aus der Sammlung der Lomonosov-Staatsuniversität in Moskau.
Die Datenbank bietet Zugriff auf insgesamt 100 Drucke, die bequem im Browser betrachtet werden können. Die Kollektion richtet sich an Forschende zur Religions- und Sprachgeschichte, aber auch an Historikerinnen und Historiker, die mit der Vielzahl an Notizen, Markierungen und Inskriptionen in den Drucken wertvolle Informationen zur Buch-, Druck- und allgemeinen Geschichte erhalten.

 

Soviet Cinema Online: Archival Documents from RGALI, 1923 – 1935

Die Datenbank enthält digitalisierte Archivmaterialien des Russischen Staatsarchivs für Literatur und Kunst (RGALI) zu den Aktivitäten des sowjetischen Filmproduktionsunternehmens Sovkino zwischen 1923 und 1935. Die knapp 60 Dokumente in der Sammlung umfassen Finanzpläne, Briefkorrespondenzen, Sitzungsprotokolle, Mitarbeiterlisten bei Gosvoenkino, Listen zensierter sowjetischer und ausländischer Filme sowie vieles mehr. Sie geben somit einen spannenden Einblick in die Produktions-, Distributions- und Aufführungspraktiken der sowjetischen Filmindustrie und zeigen gleichzeitig die Zentralisierungs- und Bürokratisierungstendenzen in der Sowjetunion, wie sie am Aufbau des Staatsmonopols im Filmbereich deutlich werden.

Geschichte Russlands in Bildern

Neu im Datenbank-Infosystem (DBIS) aufgenommen wurde die kostenfreie Bilddatenbank russiainphoto.ru – Geschichte Russlands in Bildern.

Die noch im Beta-Status befindliche Datenbank (Original: История России в фотографиях) ist ein offenes und frei zugängliches russischsprachiges Fotoarchiv, das professionelle Fotografien und Amateuraufnahmen aus dem Zeitraum 1840 bis 1999 sammelt. Die Bilder, auf russischem Gebiet aufgenommen, stammen überwiegend aus Museumsbeständen, Fotoarchiven von verschiedenen Organisationen, Zeitungen und Zeitschriften sowie aus privaten Sammlungen. Außerdem haben Benutzer die Möglichkeit, sich kostenfrei zu registrieren und eigene Fotos hochzuladen und zu teilen.

Das im Sommer 2016 gestartete Projekt enthält mittlerweile über 100.000 Fotografien, darunter 93.500 aus Museen und privaten Sammlungen sowie 7700 von Nutzern hochgeladene Bilder. Es wird vom Multimedia Art Museum, Moskau (MAMM) getragen und wurde mit Unterstützung des Internetdienstleisters Yandex und dem russischen Kulturministerium entwickelt. Eine englischsprachige Nutzeroberfläche ist in Vorbereitung.

Zugriff auf „Stalin Digital Archive“

Stalin Digital ArchiveVia Nationallizenz kann über das FU-Campusnetz ab sofort auf das Stalin Digital Archive (SDA) zugegriffen werden.

Das von der Yale University Press herausgegebene Volltext-Archiv umfasst in digitalisierter Form u. a. die rund 28.000 im „Fond 558“ des Russischen Staatsarchivs für soziopolitische Geschichte (RGASPI) in Moskau gesammelten Dokumente mit ca. 404.000 Seiten. Sie geben Aufschluss über eine Vielzahl an Aspekten von Stalins Herrschaft und Biografie. Nicht alle Dokumente sind in englischer Sprache übersetzt. Gegenwärtig existieren nur Übersetzungen für Dokumente, die auch in der Yale-Reihe Annals of Communism erschienen sind. Alle anderen Dokumente, die in der Datenbank als Image-Dateien angezeigt werden, sind in russischer Sprache. Das SDA-Herausgeberteam bemüht sich, einen Teil der russischsprachigen Dokumente ins Englische zu übertragen.

Das Stalin Digital Archive bietet auch eine Arbeitsumgebung rund um den reichhaltigen Materialfundus zur Stalin-Thematik. Zur individuellen Nutzung (z. B. Annotation) stehen verschiedene Tools zur Verfügung, dies zum Teil aber nur durch eine kostenfreie Registrierung beim Anbieter. Einzelne Image-Dateien können für den Eigengebrauch auch ohne vorherige Registrierung über die Print-Funktion abgespeichert werden. Die Funktion „Save“ speichert Einträge „nur“ lokal im eigens zuvor eingerichteten My-SDA-Profil.

Teile des Beschreibungstextes sind dem Datenbank-Infosystem (DBIS) entnommen.

Russisches Tageszeitungsarchiv „Izvestija“ online abrufen

Exemplarisches Titelblatt der „Izvestija“Ab sofort kann über das FU-Campusnetz kostenfrei die Datenbank Izvestija Digital Archive (DA-IZV) abgerufen werden.

Die „Izvestija“ (dt. „Nachrichten“) ist eine in Russland landesweit erscheinende Tageszeitung. Obwohl sie in der inzwischen breit gefächerten russischen Medienlandschaft auch heute zu den auflagenstärksten Blättern zählt, bezieht sie ihre Bedeutung für die osteuropakundliche Forschung in erster Linie aus der sowjetischen Phase. Für die interdisziplinäre Erforschung des gesamten kommunistischen Herrschaftsbereichs von 1917-1991 wie auch der sowjetischen Rezeption des Westens bildet die Izvestija eine wichtige Quellengrundlage.

Die Datenbank enthält die Ausgaben der Jahre 1917 bis 1940.

Der Infotext ist dem Datenbank-Infosystem (DBIS) entnommen.

Online-Zugriff auf „Literaturnaja Gazeta“

Exemplarisches Titelblatt der "Literaturnaja Gazeta"Ab sofort kann über das FU-Campusnetz kostenfrei die Datenbank Literaturnaja Gazeta Digital Archive (DA-LG) abgerufen werden.

„Die „Literaturnaja Gazeta“ (dt. „Literaturzeitung“, LG) ist eine der ältesten russischen Zeitungen mit einem Schwerpunkt auf literaturwissenschaftlichen Themen. Das u.a. von Alexander Puschkin mitbegründete Blatt stieg zum offiziellen Organ des sowjetischen Schriftstellerverbandes auf und erlebte zudem einen inhaltlichen Formatwechsel vom reinen Literaturorgan hin zu einer thematisch breiter aufgestellten Zeitung für Literatur, Kunst, Politik oder soziale Fragen. Über ihren gesamten Erscheinungsverlauf hinweg gilt die LG als das russische Literaturorgan, in dem zahlreiche literarisch bedeutsame Werke erstmalig abgedruckt wurden.

Die LG ist somit herausragendes Quellenwerk einerseits für Literaturwissenschaftler, andererseits aber auch für allgemein kunstästhetische, gesellschaftliche, politische oder historische Themen vor allem der Sowjetzeit. Hier kann sie unter den offiziellen staatlichen Organen als eine Art „alternativer“ Gegenentwurf zu den gänzlich linientreuen Organen „Pravda“ oder „Izvestija“ gesehen werden. Unter Beibehalt der geschilderten thematischen Schwerpunkte spiegelt sie auch in der Gegenwart aktuelle Entwicklungen in Russland.

Das Literaturnaja Gazeta Digital Archive umfasst ca. 53.500 Seiten. Die Berichtszeit reicht von 1929 bis 2011.

Der Infotext ist dem Datenbank-Infosystem (DBIS) entnommen.

Erweiterter Test für das „Digital National Security Archive“

Die Unterkollektionen wurde nach dem Testzeitraum nicht weiterlizenziert.

zum National Digital Security ArchiveDas Digital National Security Archive der USA gilt als die umfangreichste Sammlung wesentlicher Primärdokumente zur US-Außen- und Militärpolitik seit 1945. Die Datenbank enthält über 50.000 der wichtigsten freigegebenen Dokumente mit mehr als 650.000 Seiten. Es handelt sich dabei sowohl um politische Schriften wie Direktiven des Präsidenten, Memos, diplomatische Depeschen als auch um Sitzungsnotizen, unabhängige Berichte, Briefings, Mitteilungen aus dem Weißen Haus, E-Mails, vertrauliche Briefe und andere geheime Dokumente.

Über Nationallizenz hatten FU-Angehörige bislang Zugriff auf folgende Untersammlungen:

1. Kissinger Transcripts: A Verbatim Record of U.S. Diplomacy, 1969-1977 (2163 Dokumente)
2. Cuba II – 1960-1989 (1463 Dokumente)
3. Weapons of Mass Distruction 1946-2005 (609 Dokumente)
4. Kissinger Telephone Transcripts – 1969-1977 (15.502 Dokumente)
5. Peru: Human Rights, Drugs, and Diplomacy – 1980-2000 (1.997 Dokumente)

Durch einen Test bis 6. September 2015 sind nun alle über 40 Unterkollektionen für den Zugriff im FU-Netz auf einer neuen Plattform freigeschaltet, darunter Dokumente zur US-Außenpolitik in Afghanistan, Argentinien, über die Berlin-Krise, Chile, die Volksrepublik China, Kolumbien, Guatemala, El Salvador, Iran, Irak, Japan, Mexiko, Nicaragua, den Philippinen, Südafrika, der Sowjetunion, Vietnam und Nord- und Südkorea.

(Bild: Anbieter)

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